Machen die Schiedsrichter den Fußball kaputt?

von knospepeter

 

Manchmal sitzt der Sport-Grantler vor dem Fernseher und bewundert die Schieds- und Linienrichter beim Fußball, wie sie knappste Entscheidungen genau erkennen, die von den Bildern der TV-Kamera erst nach der dritten oder vierten Wiederholung bestätigt werden. Fast möchte der Sport-Grantler sagen, „das war einmal“. Zuletzt sorgten die Fußball-Schiedsrichter auf nationaler und internationaler Bühne mit hanebüchenden Entscheidungen vor allem für Ärger und das wirft die Frage auf: Machen die Schiedsrichter den Fußball kaputt?

Einige Beispiele aus den letzten Tagen. Zuerst der Blick auf die Champions League. Beim 2:0 von Schalke über Basel standen beim zweiten Tor mehrere Schalker deutlich im Abseits. Schiedsrichter Tagliavento (Italien) und seine Assistenten sahen es nicht, pfiffen auch sonst schwach, erhielten vom kicker die Note 6. Ähnliches bei Marseille – Dortmund, beim 1:1 eine deutliche Abseitsstellung von Diawaras, Schiedsrichter Strahonja (Kroatien) erhielt die 5. Die Leverkusener litten in San Sebastian vor allem unter der großen Härte der Spanier, Schiedsrichter Hagen (Norwegen) zückte gleich zweimal großzügig Gelb statt Rot. Da sah der kicker auch Rot und gab die 6.

Wir sehen, nicht nur die deutschen Schiedsrichter beeindruckten mit Fehlleistungen, schade, dass sie am Wochenende wieder bewiesen, dass sie auch schlecht pfeifen können. Den Vogel schossen Kinhöfer und seine Assistenten beim Spiel Hannover – Nürnberg (3:3) ab, als sie zwei Meter Abseits von Hannovers Diouf beim 2:3 nicht sahen. Dies kostete Nürnberg am Ende den ersten Sieg und kann entscheidend im Abstiegskampf sein!

Schiedsrichter entscheiden über Millionen Euro an Geldern, die im Umlauf sind. Ein Abstieg kann für einen Verein zum Ruin führen! Nicht erklärbar, dass sich die Bundesliga hier nicht aller technischen Hilfsmittel bedient!

Freilich, die Schiedsrichter wehren sich, wenn sie sagen, wir machen weniger Fehler als die Spieler. Aber ihre Fehler fallen eben mehr auf. Dem Stürmer verspringt der Ball, er hat Pech mit einem Schuss gegen Pfosten oder Latte, der Abwehrspieler stolpert oder schätzt die Situation falsch ein. Beim Schiedsrichter verspringt oder stolpert die Pfeife nicht, er muss nur richtig gucken!

Unverständlich das Argument von vielen Fußball-Funktionären, dass Fehlentscheidungen zum Fußball gehören und der Fan die Diskussionen über diese Fehlentscheidungen braucht und nur so der Fußball interessant bleibt. Das sagen sie meist nur, wenn sie gerade von solchen Pfiffen profitiert haben. Zum modernen Fußball sollte folgendes gehören: Torkamera, die deutlich anzeigt, wann der Ball über der Linie ist. Kameras, die Abseitsentscheidungen beobachten. Da könnte sich der Schiedsrichter mit einem schnellen Blick bei Protesten vergewissern, ob er richtig entschieden hat, möglich wäre aber auch, dass jede Mannschaft pro Halbzeit einen Antrag auf Ansehen des TV-Beweises, damit nicht dauernd unterbrochen wird. Solche Unterbrechungen dauern aber nicht länger als manche Diskussionen auf dem Platz oder wenn gegen Spielende auf Zeit gespielt wird, zum Beispiel, bis ein Einwurf ausgeführt wird.

Der Fußball aber würde an Glaubwürdigkeit gewinnen und Diskussionsstoff bliebe genug.

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