Entscheidendes Jahr: Bleiben die Bayern Weltspitze oder nicht?

von knospepeter

 

Am Freitag, 24. Januar, beginnt die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Die ARD hat sich als Live-Spiel zum Auftakt natürlich den Schlager Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern München ausgesucht, wie schon zu Beginn der Saison. Damals war es das Duell zweier Traditionsmannschaften, die Gladbacher aktuell nicht in vorderster Front. Jetzt aber ist es das Duell Dritter gegen Erster und dabei wollen die Gladbacher Erster sein. Der Erste nämlich, der die Bayern in dieser Saison schlagen kann.

Es kann gleich ein wegweisendes Spiel für die Münchner sein. Kommen sie gut aus den Startlöchern? Sie müssen sofort in Form sein, was beim 0:3 im letzten Testspiel in Salzburg allerdings keineswegs so aussah. Aber von den ersten acht Pflichtspielen müssen die Bayern sechs (!) auswärts bestreiten. Auch für die beste Mannschaft der Welt eine gewaltige Aufgabe. Die Spiele aber werden den Weg weisen, vor allem die Duelle mit Arsenal London in der Champions League: Bleiben die Bayern Weltspitze oder nicht?

Derzeit gibt es keine Zweifel daran, dass der Triple- und Weltpokalsieger weltweit die Nummer 1 ist. Das weisen die Titel aus, das weist die internationale Vereins-Rangliste aus. Gehen die Bayern 2014 jedoch leer aus, dann stürzen sich nicht nur vom Thron, sondern nähren auch die Zweifel, ob 2013 vielleicht doch nur ein Ausnahmejahr war. Außerdem würde der neue Trainer Pep Guardiola erheblich an Reputation verlieren. Eher wünscht er sich wohl, dass er Nachfolger von Jupp Heynckes als Welttrainer des Jahres werden kann. Dafür müssen er und seine Bayern nur gewinnen…

Bei aller Wertschätzung für Spieler und Trainer: Gleich wieder das Triple kann keiner erwarten. Die Bayern bleiben Weltspitze, wenn auch nicht die Nummer 1, wenn sie in der Champions League das Halbfinale erreichen. Immerhin hat es ja noch kein Verein geschafft, den Pokal der Champions League erfolgreich zu verteidigen, auch der FC Barcelona unter Pep Guardiola nicht. Aber (siehe oben) einer muss mal der Erste sein. Der FC Bayern hat es im Kreuz.

Die Fachzeitschrift kicker stellt in ihrer neuesten Ausgabe die „Weltmacht Bayern“ in den Mittelpunkt und zeigt auf, wo die Münchner noch wachsen müssen. Dabei geht es vor allem um ein internationales Standing, die sportliche Bilanz könnte nicht besser sein, wirtschaftlich ist der Verein kerngesund, angeblich verfügt er über ein Eigenkapital von 285 Millionen Euro. Ergebnis einer seit Jahrzehnten guten Vereinsführung, Basis dafür, dass der FC Bayern wirklich dauerhaft Weltspitze sein kann. Die Konkurrenz allerdings schläft nicht, Scheichs und russischen Mäzene als Geldgeber puschen englische und französische Klubs, die Spanier schieben Millionen Schulden vor sich her, so werden der FC Barcelona, Real Madrid, Chelsea London, Manchester City, Paris St. Germain, vielleicht auch Arsenal London, Manchester United, Juventus Turin, AC Mailand oder gar Borussia Dortmund auf Sicht ernsthafte Gegner bleiben. Allein wäre es ja an der Weltspitze ziemlich langweilig.

Zunächst aber geht es um die „Hausaufgaben“. Die Deutsche Meisterschaft wird immer als wichtigster und ehrlichster Titel angesehen. Hier befürchtet die Konkurrenz eher Langeweile, es sei denn, Borussia Mönchengladbach erschreckt zum Auftakt den Tabellenführer. Es würden zwar sieben Punkte Vorsprung vor Leverkusen bleiben, aber die Verfolger dürften wieder ein bisschen hoffen. Spannender wird sicherlich der Kampf dahinter um Platz zwei und drei, die jeweils die direkte Qualifikation zur Champions League bedeuten. Favorit als „Kronprinz“ bleibt Borussia Dortmund, weil Leverkusen und Mönchengladbach in der Vorrunde schon ziemlich an ihrem Limit gespielt haben, Dortmund aber nicht. Dahinter wollen vor allem Schalke und Wolfsburg einem den vierten Platz für die CL-Qualifikation wegschnappen.

Am Tabellenende wiederum stellt sich die Frage, wer eine ähnliche Aufholjagd wie im letzten Jahr der FC Augsburg starten kann. Der steht nach einer außergewöhnlichen Vorrunde auf Rang acht und könnte allein negativ enttäuschen. Da besteht die Gefahr, dass die Augsburger diejenige Mannschaft sein könnten, die sich sicher fühlt und plötzlich doch in Abstiegsgefahr gerät. Frag nach bei Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf in den letzen Jahren. Interessant auch, ob sich die Traditionsclubs HSV und Eintracht Frankfurt ins Mittelfeld aufmachen oder doch gegen den Abstieg kämpfen müssen. Der 1. FC Nürnberg wiederum wartet erst mal auf seinen ersten Sieg.

Darüber können die Münchner höchstens lachen. Sie haben ganz andere Sorgen. Auch auf dem Gipfel ist es nicht leicht, sondern ziemlich stürmisch.

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