Matthäus und Schuster haben keine Chance

von knospepeter

 

Sie waren große Fußballer, haben aber auch mit einem großen Mundwerk von sich reden gemacht und sich mit ihre Eskapaden außerhalb des Spielfeldes ins Abseits gestellt. Sie wären ja so gern Trainer in der Fußball-Bundesliga, aber die Vereine zeigen ihnen die kalte Schulter. Eine Verpflichtung ist allen zu heiß. Die Rede ist von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und dem „blonden Engel“ Bernd Schuster. Zwei Stars, die sich oft in den Schlagzeilen wiederfinden, aber nicht als Trainer in der Bundesliga. 

Die Trainersuche von Eintracht Frankfurt war jetzt wieder typisch. Als Nachfolger von Armin Veh wurde, wie immer, über verschiedene Namen spekuliert. Ganz vorn dabei der Italiener Roberto di Matteo, der einst Chelsea gegen die Bayern zum Champions-League-Sieg führte. Aber wer einmal die Krone errang, will wohl nicht in die Niederungen der Bundesliga wechseln. Dementsprechend hielt er die Eintracht hin (wird wohl noch was Besseres kommen). Anders sah die Sache bei Bernd Schuster aus. Der Augsburger drängte sich förmlich auf, seine Mission in Malaga war sowieso beendet und Schuster machte deutlich, „ich würde die Eintracht gern übernehmen“. Wäre doch zu schön gewesen, ein Augsbureger als Nachfolger eines Augsburgers. Doch hier zögerte Frankfurt nach dem Motto „vielleicht gibt es noch Besseres“. Der Trainer immer in den Schlagzeilen und nicht die Mannschaft, nein, das hätte nicht zur Eintracht gepasst. 

Die Medien spielten noch einen dritten Namen: Thorsten Fink, als Spieler mit den Bayern erfolgreich, als Trainer Meister mit dem FC Basel in der Schweiz, aber beim Hamburger SV nicht glücklich. War er in Frankfurt wirklich im Gespräch, dann ein Mann mit dem Etikett „Notnagel, nach dem Motto „wenn wir nichts Besseres finden“. 

Die Medien spekulierten und wahrscheinlich haben sich Frankfurts Macher, Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Bruno Hübner, ins Fäustchen gelacht. Sie zogen plötzlich einen ganz anderen Trainer aus dem Hut, das Gegenstück zu di Matteo und Bernd Schuster – den bodenständigen Thomas Schaaf, einst der Inbegriff von Werder Bremen nach 17 Spieler- und 14 Trainerjahren. Sein einstiger „Zwilling“ in Bremen, Manager Klaus Allofs, lobte bereits, „Frankfurt bekommt einen ausgezeichneten Trainer“. Thomas Schaaf erklärte schmunzelnd, er könne sich 14 Jahre auch in Frankfurt vorstellen. Vielleicht wird der Vereinsname von Eintracht auf Werder Frankfurt umbenannt… 

Die Show-Stars Matthäus und Schuster sind wieder leer ausgegangen, wobei seltsamerweise Matthäus gar nicht gehandelt wurde, er hat sich nicht einmal selbst ins Gespräch gebracht, was er ja gerne macht. Aber eins ist deutlich: In der Bundesliga sind einmal junge Trainer „in“, sind die nicht zu bekommen, dann sind eher gestandene, bodenständige Fußballlehrer gefragt, die für Ruhe im Verein garantieren sollen. 

Die Frage wird allerdings sein, ob Thomas Schaaf in Frankfurt wirklich glücklich wird, weil er bei den Hessen eine neue Mannschaft aufbauen muss. Das kennt er zwar aus Bremen, aber das Umfeld des Vereins hofft natürlich auf eine Saison ohne Abstiegssorgen und langfristig ist Europa wieder im Blick. Zunächst aber müssen die Abgänge der Mannschaftsstützen Jung, Rode, Schwegler und wohl auch Torjäger Joselu verkraftet werden. Dazu war auch Barnetta (Schalke) nur ausgeliehen. Da brauchen Hübner und Schaaf jetzt erst mal ein glückliches Händchen oder Bernd Schuster kommt zur Weihnachtszeit doch noch nach Hessen…

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