Weltfußballer des Jahres: Endlich ein Neuer?

von knospepeter

In den letzten Tagen legte der Welt-Fußball-Verband FIFA die Liste der 23 Spieler vor, die zur Wahl zum „Weltfußballer des Jahres 2014“ vorgeschlagen wurden. Sechs Weltmeister sind dabei (damit stellt Deutschland die meisten Nominierten), Bayern München ist ebenso wie Real Madrid mit sechs Spielern vertreten. Die Kapitäne und Trainer aller in der FIFA vertretenen Verbände dürfen abstimmen, dazu ein Kreis ausgewählter Journalisten. Am 1. Dezember wird die Liste auf drei Namen reduziert, am 12. Januar erfolgt die Ehrung.

Große Spannung bringt die Wahl im Vorfeld nicht, dazu ist der Kreis von 23 Spielern viel zu groß. Außerdem hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass der „ewige Lionel Messi“ und der „ewige Cristiano Ronaldo“ im Vordergrund stehen. Dabei sollte man den Fachleuten wie Kapitänen und Trainern zutrauen, dass sie über den Tellerrand hinwegschauen und wirklich den besten Fußballer „des Jahres“ (in dem Fall 2014) wählen und nicht allein auf Ronaldo oder Messi setzen, weil sie derzeit als beste Fußballer gelten. Gerade Lionel Messi hatte 2014 ein Formtief und wurde dennoch zum besten Spieler der Weltmeisterschaft in Brasilien gewählt. Der Argentinier quittierte dies ebenso mit einem Kopfschütteln wie die Fachwelt auch.

Seit 1991 wird die Wahl zum „Weltfußballer des Jahres“ von der FIFA offiziell durchgeführt. In dieser Zeit gaben fast ausnahmslos Torjäger und große Spielmacher den Ton an, weil sie einfach im Mittelpunkt stehen. Gerecht war die Wahl in manchen Jahren sicherlich nicht. Zuletzt trumpften wie gesagt vor allem Messi, dem 2010, 2011 und 2012 zum Leidwesen von Ronaldo ein Hattrick gelang, und eben Cristiano Ronaldo (2008 und 2013) auf. Nie wurde in dieser Zeit ein Torhüter auf Platz eins gewählt, Oliver Kahn schaffte es 2002 als bester Torhüter der WM auf Platz zwei.

Der Sport-Grantler fordert: Endlich ein Neuer auf Platz eins. Der Name ist Programm, die Wahlberechtigten könnten ja mal den Mut haben, etwas Neues zu wählen und Bayern-Torhüter Manuel Neuer zum „Weltfußballer des Jahres“ küren. Deutschlands Nationaltorhüter hätte es verdient, weil er sich nicht nur durch herausragende Leistungen auszeichnete, sondern vor allem, weil er das Torwartspiel revolutioniert hat. Neuer hat eine neue Epoche des Torwartspiels eingeleitet, er hat das Spiel des Torhüters als Libero bzw. elfter Feldspieler auf dem Platz perfektioniert und gilt heute als Vorbild für junge Torhüter. Welcher Torjäger kann solche Entwicklungen für den Fußball vorweisen? Selbst FiFA-Präsident Sepp Blatter hat sich für Neuer ausgesprochen, damit allerdings auch die Neutralität verletzt. Für den FiFA-Boss auch nichts Neues…

Die Liste der 23 Spieler ist sowieso viel zu groß. Kann ein Mario Götze „Weltfußballer“ werden, nur weil er das WM-Finale mit seinem „goldenen Tor“ entschied? Haben Eden Hazard (Chelsea), James Rodriguez (Real), Angel di Maria (Manchester United) oder Paul Pogba (Juventus Turin) den Titel „Weltfußballer“ verdient? Es ist die Politik der FIFA, es möglichst vielen recht zu machen und deshalb lieber viele Namen aus vielen Ländern zu präsentieren. Immerhin dürfen sich die Weltmeister Mario Götze, Philipp Lahm, Thomas Müller, Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos geehrt fühlen. Auch Bayern-Star Arjen Robben ist unter den Auserwählten.

Jetzt aber heißt es erst mal für die Juroren „wählt mal schön“. Auf Platz eins vielleicht endlich mal ein Neuer.

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