Der nächste Winter kommt bestimmt

von knospepeter

Die Winterreifen sind montiert – der Winter kann kommen. Es sieht in Deutschland derzeit zwar nicht unbedingt nach Schnee und Winter aus, aber die Wintersportler sitzen schon lange in den Startlöchern. Im Sommer suchen sie vor allem in Südamerika den Schnee.

Die alpinen Stars waren wieder die Frühstarter und haben die Saison bereits Ende Oktober auf dem Gletscher in Sölden eröffnet, jetzt legen sie an diesem Wochenende in Levi/Finnland nach, bevor es am 29. November in Lake Louise/Kanada (Männer) und Aspen/USA (Frauen) so richtig losgeht. Am letzten Wochenende im November herrscht erstmals Winter-Hochbetrieb im Skisport. Was aber bringt der Nach-Olympia-Winter? Nur eines wissen wir: Der nächste Winter kommt bestimmt. In Sotschi belegte Deutschland Rang sechs in der Medaillenwertung, achtmal gab es Gold. Die führenden Nationen Russland, Norwegen und Kanada waren ein Stück weg.

Rang sechs würde Deutschland in diesem Winter kaum schaffen. Es schaut aus, als ob die deutschen Wintersportler in nächster Zeit eher kleine Brötchen backen müssten. Ausnahmen bestätigen die Regel, zum Beispiel die Rodler, die bei Männer und Frauen auf der internationalen Bühne dominieren. Das Gegenstück dazu bieten die Athletinnen und Athleten auf dem Eis, wo fast in allen Disziplinen Dürre herrscht, egal ob Eiskunstlauf, Eisschnelllauf oder Eishockey – die internationale Spitze ist weit weg.

Auf dem Schnee gibt es wenigstens ein bisschen Hoffnung und einige Sieg-Kandidaten. Allerdings fehlt künftig die Galionsfigur nach dem Rücktritt von Maria Höfl-Riesch. Vor allem Viktoria Rebensburg soll die Lücke schließen, beim Frühstart in Sölden bewies sie mit Rang sechs, dass mit ihr zu rechnen ist. Sie kann auch im Super-G vorne reinfahren, aber ansonsten müssen Trainer und Fans wohl mit dem einen oder guten Ergebnis zufrieden sein. Überraschungen und immerhin gute Zukunftsaussichten gibt es am ehesten noch im Slalom.

Die Männer haben ihre Galionsfigur noch, wenn auch Felix Neureuther schmerzgeplagt nicht immer in Bestform sein wird. In Solden sprang allerdings bereits Fritz Dopfer in die Bresche und holte den ersten Podestplatz (2.). Ein bisschen Hoffnung gibt es also.

Hoffnung haben vor allem die Skispringer und Nordisch Kombinierer, die mit um den Sieg springen und laufen wollen. In der Nordischen Kombination gibt es gleich zwei Hoffnungsträger: Eric Frenzel dominierte im letzten Winter, Johannes Rydzek im Sommer, was also auch auf einen starken Winter hoffen lässt. Dahinter kommen weitere starke Athleten, so dass wir mit erfreulichen Meldungen rechnen dürfen. Ähnlich im Skispringen, wo Severin Freund und Richard Freitag Siegspringer sind, Andreas Wellinger ein herausragendes Talent. Gesucht wird da der vierte Mann für ein Team, das um Medaillen mitspringen kann.

Für die Verbände ist nach den Olympischen Spielen vor den Olympischen Spielen. Das Augenmerk richtet sich bereits auf Südkorea 2018 (leider nicht auf München 2018!). Eine Leistungs- und damit auch Ergebnisdelle ist im nacholympischen Winter durchaus üblich. Aber es stehen auch Weltmeisterschaften auf dem Programm und deshalb müssen gute Ergebnisse her, weil die entsprechende Förderung auf dem Spiel steht. Negative Erfahrungen machten die Curler, die ganz aus der Förderung gestrichen wurden. Ums Geld geht es auch im Hinblick auf Sponsoren und Fernsehen. Die Wintersport-Nachmittage in ARD und ZDF haben beachtliche Einschaltquoten, wesentlich höher als die Sommer-Sportarten, aber die können nur gehalten werden, wenn es auch Erfolge gibt. Die Zuschauer wollen die deutschen Athleten siegen sehen! Der nächste Winter kommt bestimmt – aber Siege?

Eine Delle wird es wohl im Biathlon geben, da könnten Siege zur Rarität werden. Am 30. November gibt es in Östersund/Schweden eine „Schnupper-Staffel“ mit der Mixed-Staffel, am 3. Dezember geht es richtig los. Biathlon wird rechtzeitig ein eigenes Thema sein.

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