Jürgen Klopp läuft vor den Problemen in Dortmund davon

von knospepeter

Er ist 47 Jahre alt und eigentlich ein „gestandenes Mannsbild“, wie man in Bayern sagt. Doch das notwendige Rückgrat, um auch Krisen durchzustehen, hat Jürgen Klopp offensichtlich nicht. In der Krise nimmt er seinen Hut. Bei Borussia Dortmund läuft es nicht und Jürgen Klopp läuft den Problemen davon. Zum Saisonende wird der Trainer den Deutschen Meister von 2011 und 2012 verlassen.

Die Meldung von der Trennung überraschte einige nicht mehr und schlug doch wie eine Bombe in Fußball-Deutschland ein. Borussia Dortmund und Jürgen Klopp, das war zunächst mal eine Erfolgsstory wie sie es so schnell wohl nicht mehr geben wird. Als Klopp 2008 begann, da war Dortmund in den Niederungen der Bundesliga zu finden. Der von Mainz 05 gekommene Coach baute kontinuierlich eine Mannschaft nach seinem Gusto auf und hatte offensichtlich auch das Glück auf seiner Seite. Alles gelang, das Puzzle Mannschaft passte, die Erfolge stellten sich ein. Klopp war der „Macher“, stand im Mittelpunkt und gebärdete sich am Spielfeldrand als „Springteufel“ und furchteinflößende „Bestie“ zu gleichen Teilen. Seine Gesichtsausdrücke waren eines Frankensteins würdig. Bayern München zwei Jahre hintereinander den Titel gestohlen zu haben (2012 zudem das Double mit dem Pokalsieg) machte ihn im Ruhrpott unsterblich. Nur die Krönung fehlte: Das Finale der Champions League 2013 verlor Dortmund gegen die Bayern, die sogar das legendäre Triple schafften. Von da an ging es bergab.

Klopp und Dortmund hatten die Bayern gereizt, die holten mit Mario Götze und Robert Lewandowski nach und nach zwei Schlüsselspieler. Dortmund konnte sie nicht adäquat ersetzen. Außerdem hatten die Gegner das „System Klopp“ durchschaut und boten dem Hochgeschwindigkeitsfußball Paroli. In dieser Saison landete Dortmund statt an der Spitze am Tabellenende. Nicht nur die Bayern waren ihnen davongelaufen. In der Mannschaft wurden Auflösungserscheinungen erkennbar. Obwohl der Trainer seine Schützlinge wieder ins Mittelfeld der Tabelle führte, fühlte Klopp wohl, dass er dieses Team nicht mehr zu einer wirklichen Spitzenmannschaft formen konnte. Er wirkte in der Zeit der Krise auch seltsam teilnahmslos an der Seitenlinie, nichts mehr mit dem Springteufel, keine verzerrten Gesichter mehr, Klopp hatte wohl resigniert. Diesbezüglich eigentlich nur logisch, dass er von sich zum Saisonende den Hut nimmt.

Klopps Ziele: Italien, Spanien oder England?

Jürgen Klopp hat zwar einiges von seiner Reputation eingebüßt, aber begehrt bleibt er als Trainer über die Grenzen Deutschlands hinaus. Zunächst werden vor allem die Gerüchte kein Ende nehmen. In Deutschland gibt es keinen Verein für ihn, der so zu ihm passt wie Borussia Dortmund. Der Ruhr-Rivale Schalke scheidet von vornherein aus, für Bayern München müsste er sein Auftreten ändern, Klubs aus der zweiten Reihe werden für ihn nicht attraktiv sein. In Italien sehen sie ihn beim SSC Neapel oder AC Mailand, in Spanien ist sogar Real Madrid im Gespräch, obwohl es seltsam anmutet, dass er vom „Kumpel des Potts“ zum „Königlichen“ werden soll. Manchester City gilt als Favorit, hat Klopp angeblich schon lange im Auge, doch jetzt heißt es in England, dass City auf Pep Guardiola wartet, wenn dessen Vertrag 2016 in München ausläuft. Hat Klopp am Ende doch nicht die Qual der Wahl?

In Dortmund wird Thomas Tuchel als doppelter Klopp-Nachfolger gehandelt. Er beerbte Klopp in Mainz, verließ den Verein aber im Vorjahr, weil er sich mit der Mannschaft am Ende der Entwicklung sah. Parallelen zu Klopp in Dortmund. Jetzt könnte der 41jährige in Dortmund wieder Nachfolger von Jürgen Klopp werden und dort eine neue Entwicklung einleiten. Der Sport schreibt manchmal wirklich seltsame Geschichten.

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