Wenn der Profi-Fußball gar nicht professionell ist

von knospepeter

 

Zweistellige Millionensummen an Ablöse und horrende Gehälter (oft auch zweistellig) sorgen für Schlagzeilen, die Vereine rühmen sich mit ständig steigenden Umsätzen (die Bundesliga hat die Schallmauer von drei Milliarden Euro durchbrochen), die Stars sind berühmt wie Filmschauspieler, sie leben oft ein bisschen in einer eigenen Welt und kleinere Probleme tun sie oft oberflächlich ab mit dem Hinweis „wir sind ja Profis“. Das ist der schöne Profi-Fußball, doch manchmal verhalten sich die Profis gar nicht professionell. Bevor der Fußball in aller Welt wieder auf Hochtouren läuft, zeigt der Sport-Grantler an einigen Beispielen auf, wo es fehlt.

Die Nächte: Gerade bei Spitzenklubs verdienen die Profis ein Haufen Geld und dann kann man auch erwarten, dass die Herren Millionäre in allen Bereichen ein profimäßiges Verhalten an den Tag legen. Tun sie aber nicht. Das Beispiel Max Kruse bei Werder Bremen zeigt es: Der Stürmer baute früh um 4.00 Uhr einen Unfall auf der Autobahn, als er bei Glatteis von der Fahrbahn rutschte. Um 10.00 Uhr war er zwar pünktlich beim Training, doch professionell ist eine Nachtfahrt vor den Übungseinheiten nicht. Er ist bei weitem kein Einzelfall, oft machen Fußballspieler Schlagzeilen mit Barbesuchen bei Nacht, professionelles Verhalten sieht anders aus.

Die Öffentlichkeit: Interviews für die Presse und Autogramme für die Fans gehören zu den vertraglichen Verpflichtungen. Für manche sind sie ganz einfach Pflichtübungen, keine Selbstverständlichkeit. Interviews werden gerne gegeben, wenn die Mannschaft gewonnen hat, bei Niederlagen verdrücken sich die meisten Spieler. Professionell ist das nicht. Genauso gegenüber den Fans, die oft lange auf ihre vergötterten Stars nach Training oder Spiel warten, dann kalt abserviert und keines Blickes gewürdigt werden. Sie aber machen die Spieler erst zu Stars, die manchmal auf einem zu hohen Ross sitzen. Professionell ist das nicht und müsste von vielen Vereinen entsprechend sanktioniert werden.

Die Trikots: Die Fußballklubs rühmen sich oft selbst über ihre großartige Organisation, aber manchmal sind sie einfach amateurhaft. Das darf es einfach nicht geben, dass sogar bei Länderspielen oft Mannschaften ohne Spielernamen auf den Trikots antreten. Das müssen die Verbände verbieten! Der Zuschauer im Stadion hat vielleicht noch ein Programmheft und kann die Spieler anhand der Rückennummern identifizieren, der Zuschauer am Bildschirm aber nicht. Jede Mannschaft muss in der Lage sein, vor einem Spiel, das im Fernsehen übertragen wird, die Trikots entsprechend zu beflocken. Außerdem sollten die Verbände zu einer einheitlichen Regelung finden. Einmal ist der Vereinsname oben über der Nummer, dann wieder der Spielername. Nicht einmal in der Bundesliga ist das einheitlich. Das Verbandslogo müssen alle tragen, dann aber auch bitte eine einheitliche Regelung bei den Trikots. Der Spielername gehört nach oben, damit der Spieler eben auch schnell erkannt werden kann. Außerdem muss es einen einheitlichen Sprachgebrauch geben. Da haben viele Spieler einen Künstlernamen, einmal wird dieser Name genannt, dann wieder sein richtiger. Zu lesen waren schon in manchen Berichten zwei Namen. Zum Beispiel wird der Mainzer Spieler Jairo Samperio einmal nur Jario, dann wieder Samperio genannt. Oder der Mexikaner Javier Hernandez bei Bayer Leverkusen, genannt „Chicharito“ (die kleine Erbse). Chicharito steht auf dem Trikot, Hernandez in der Aufstellung. Wer sich nicht auskennt, sagt sich „haben die mit zwölf Mann gespielt?“ oder fragt: „Warum spielt der Hernandez nicht?“

Die Belastung: Manchmal hat man den Eindruck, die Fußball-Stars wollen gern Millionen verdienen, aber nur für einen Hungerlohn arbeiten. Klagen über die Belastung, wenn sogenannte „englische Wochen“ anstehen, wenn also unter der Woche gespielt werden muss, gehören sich nicht. Viele Athleten anderer Sportarten schauen mit Neid auf den Fußball, wo viel verdient, aber oft auch weniger getan wird als in anderen Sportarten. Hier stellt sich die Frage, ob der Fußball trainingstechnisch wirklich alles ausgeschöpft hat. Unverständlich zum Beispiel, dass ein Profi-Fußballer mit links und rechts nicht gleichstark operieren kann. Das sollte man zumindest in der Jugend lernen, wenn man Profi werden will. Seltsam: Viele Torhüter können das problemlos, Welttorhüter Manuel Neuer schlägt die Bälle exakt mit links und rechts zu seinen Mitspielern. Das muss jeder können!

Diese Aufzählung nur als kleine Beispiele, die aufzeigen, dass der Profi-Fußball oft auch nur eine schöne Scheinwelt um sich aufbaut. Hinter den Kulissen schaut es oft gar nicht professionell aus!

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