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Union hat Angst vor der Spitze und Dortmund ist erwachsen geworden

In den letzten Jahren geisterte immer wieder ein besonderer Wunsch durch die Fußball-Bundesliga: Die Bayern müssten immer mit zehn Mann antreten, dann würde mal eine andere Mannschaft Meister werden. Zehn Jahre lang ging dieser Wunsch nicht in Erfüllung, doch jetzt keimt wieder Hoffnung auf. Zehn Bayern sind tatsächlich zu schlagen, aber es waren auch besondere Umstände beim 2:3 in Gladbach und am Ende des 21. Spieltages gab es eine besondere Konstellation: Mit Bayern München, Borussia Dortmund und Union Berlin liegen drei Mannschaften mit 43 Punkten gleichauf, das gab es noch nie um diese Zeitpunkt seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995/96. Erst einmal, 2011/12, waren nach dem 19. Spieltag drei Teams gleichauf, Bayern vor Dortmund und Schalke 04 mit je 40 Punkten. Meister wurde Dortmund!

„Bayern mit zehn“, dafür sorgte Schiedsrichter Tobias Welz, der bereits nach acht Minuten Bayerns Abwehrspieler Dayot Upamecano wegen einer angeblichen Notbremse mit Rot vom Platz schickte. Nach einem langen Ball verfolgte Upamecano Borussia-Stürmer Plea, griff leicht an dessen Schulter, zog nicht und war offensichtlich bemüht, kein Foul zu begehen, so wich er im Laufen auch aus. Plea aber fiel – es war mehr ein Faller als ein Foul, für Welz eine Notbremse. Notbremse? Kein Halten, keine Grätsche – eine extrem zweifelhafte Entscheidung. Welz sah sich die Szene nicht mehr am Bildschirm an und zeigte vor allem kein Fingerspitzengefühl, entschied das Spiel nach dem Motto „die Münchner müssten mit zehn Mann spielen…“. Experten sind sich einig: Das war kein Platzverweis. So urteilte der ehemalige Spitzen-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer: „So ein Rot nach acht Minuten geht gar nicht, vor allem, wenn man es sich nicht noch einmal anschaut. Fußball ist ein Kontaktsport und nicht jeder Kontakt ist ein Foul.“

Dennoch müssen sich die Münchner an die eigene Nase fassen, die Leistung stimmte nicht, Gladbach wiederum bringt gegen die Bayern immer seine Bestleistung. Ähnlich daneben wie Welz lag danach Trainer Julian Nagelsmann, der die Unparteiischen als „weichgespültes Pack“ beschimpfte. Nagelsmann hat mit den Bayern noch nie gegen Gladbach gewonnen! Eigentlich sollte der 1:0-Sieg in Paris in der Champions League beruhigen, doch zumindest bei demTrainer liegen die Nerven blank. Nagelsmann gilt als Talent, für den jungen Coach ist die Aufgabe Bayern vielleicht doch zu groß. Er redet gern, poltert schnell und versucht, ein richtiger Bayern-Trainer zu sein. Aber die Mannschaft scheint ihm zu entgleiten, die Fehler häufen sich.

Nagelsmann war auch der Situation beim Platzverweis nicht gewachsen. Aus taktischen Gründen musste ein Mann vom Feld – es traf ausgerechnet Kapitän Thomas Müller. „Es ging zu schnell“, klagte Nagelsmann und begründete „ich wollte Tempo“. Aber Erfahrung wäre vielleicht besser gewesen, zumal er Müller zuletzt öfters auf der Bank ließ oder ihn frühzeitig dahin schickte. Immerhin also Bayerns Rekordspieler und den Mann, den die Fachzeitung kicker als notenbesten Spieler der Liga auswies! Dafür darf der zu verspielte Sané bleiben. Erinnerungen an das missglückte Gastspiel von Niko Kovac werden wach, der damals ebenfalls nicht auf Müller setzte. Auffällige Parallele: Seit Januar 22 hapert es und Nagelsmann kommt in 55 Spielen genau auf den Punkteschnitt von 2,03 wie Kovac nach 44 Spielen. Bayern hat 43 Punkte nach 21 Spielen – bei dieser Bilanz musste Kovac gehen! Es brennt also, das Duell mit Union Berlin steht an und das Rückspiel gegen Paris. Danach wird Bilanz gezogen, entweder die Bayern sind erfolgreich oder die Ära Nagelsmann (fünf Jahre Vertrag!) ist frühzeitig beendet.

Ärger in München, aber die Konkurrenz konnte die Schwäche nicht nutzen, liegt jedoch gleichauf, lauter könnte das Alarmsignal nicht sein. Union Berlin versäumte den Sprung an die Spitze mit einem 0:0 gegen Schlusslicht Schalke. Offensichtlich konnte der Klub, der den Klassenerhalt als erstes Ziel ausgab, nicht sofort auf Titelkampf umschalten und offenbarte eine gewisse Angst vor der Spitze. Die dünne Luft da oben muss man erst mal verkraften. Union ist nach Dortmund die heimstärkste Mannschaft und noch ungeschlagen, es war erst das dritte Remis. Eine glückliche Konstellation des Terminplans sorgt am Sonntag (17.30 Uhr) zum Abschluss des 22. Spieltags für das Spitzenspiel Bayern – Union. Bis jetzt sind die Bayern gegen Union noch ungeschlagen, vier Siegen stehen drei Unentschieden gegenüber. Zu Hause gab es 2022 einen 4:0-Sieg, 2021 ein 1:1 und 2019 ein 2:1. Das Hinspiel endete 1:1. Union kann es diesmal locker angehen lassen, der Druck liegt allein bei den Bayern und Julian Nagelsmann. Immerhin wird den Meister eins beruhigen: Er ist noch Tabellenführer, die Tordifferenz von +40 erreicht die Konkurrenz bei weitem nicht (Dortmund +17, Union +11).

Aber gerade Borussia Dortmund hat derzeit ein ganz anderes Feeling als die gebeutelten Münchner. Die Borussia siegt immer, bereits siebenmal nach der Winterpause, die Krönung das 1:0 gegen Chelsea in der Champions League. Die Mannschaft hat Beständigkeit, wankt nicht, zeigt Kampfgeist, verkraftet Rückschläge, all das, was man schon lange von den Gelb-Schwarzen fordert. Es scheint, die Borussia ist erwachsen geworden und ein ernsthafter Rivale für den Dauermeister. Es folgt das Gastspiel bei Hoffenheim, dem momentan größten Sorgenkind der Liga. Danach kommt Leipzig nach Dortmund und die Schlagerspiele gegen die Konkurrenten Bayern und Union stehen am 26. und 27. Spieltag an. Die Bundesliga erlebt also derzeit eine Spannung, nach der sie sich schon lange gesehnt hat.

Genauso spannend geht es am Tabellenende zu. Auf den Abstiegsplätze Schalke (13 Punkte) und Hertha (17), davor mit Stuttgart, Hoffenheim und Bochum drei Teams mit je 19 Zählern. Im Aufwind der VfB, der unter Bruno Labbadia erstmals siegen konnte (3:0 gegen Köln). Im Aufwind auch der FC Augsburg, der den Freitagabend unter Flutlicht als seine „Champions League“ ansieht, da fünfmal gewann und mit dem 1:0 Hoffenheim in den Abstiegskampf schickte, selbst aber Abstand schaffte. Nun folgt das Duell bei der Hertha und Schalke steht quasi nach viermal 0:0 vor der letzten Chance gegen Mitkonkurrenten Stuttgart. Beim Kampf um einen Platz in der Bundesliga gibt es in der zweiten Liga eine Parallele zum Oberhaus: Mit Darmstadt und Hamburg stehen sich am Samstag die Aufstiegskandidaten der Plätze eins und zwei direkt gegenüber.

Champions League zweiter Teil

Die Champions League ist im Achtelfinale bekanntlich zweigeteilt. In der ersten Woche haben Dortmund und München mit ihren 1:0-Siegen über Chelsea London und Paris ihre Aufgaben erfüllt. Jetzt gilt es für Eintracht Frankfurt und RB Leipzig. Für sie wird es auch nicht leichter, die Eintracht trifft auf Maradonas Erben, seit dem Gastspiel des argentinischen Stars war der SSC Neapel nie so erfolgreich wie jetzt, führt die Serie A mit 15 Punkten Vorsprung vor Inter Mailand an. RB trifft auf Manchester City mit Erling Haaland, dem Torschützenkönig der Premier League, und Trainer Pep Guardiola, der immer wieder gern nach Deutschland kommt – zum Siegen!

Nicht ganz so erfolgreich wie die Kollegen in der CL waren die Vertreter in der Europa League. Am Donnerstag stehen bereits die Rückspiele an, Leverkusen muss in Monaco ein unglückliches 2;3 aufholen, Union Berlin hat nach dem 0:0 bei Ajax Amsterdam jetzt Heimvorteil. Ein 0:0 dürfte es nicht noch einmal geben… Der SC Freiburg kann übrigens zuschauen, er ist bereits für das Achtelfinale qualifiziert.

Aber seit Sonntag wissen die Freiburger auch, dass wieder ein besonderes Spiel auf sie wartet, sie müssen im Viertelfinale des DFB-Pokals zum FC Bayern reisen, der bis dahin womöglich den Pokal als letzte Titelchance sieht und erstmals in dieser Saison ein Heimspiel hat. Genau so schwer wie für Freiburg wird es für Titelverteidiger RB Leipzig gegen Borussia Dortmund. Mit Eintracht Frankfurt und Union Berlin treffen zwei CL-Kanidaten aufeinander, der einzig verbliebene Zweitligist 1. FC Nürnberg hat Heimrecht gegen den VfB Stuttgart. Gespielt wird am 4./5. April.

Für den Club ist der Pokal das Trostpflaster, in der Punktrunde klappt es nicht, deshalb wurde Trainer Markus Weinzierl am Montag entlassen. Gerade mal elf Spiele stand er an der Seitenlinie, davon hat der drei gewonnen. Der Pokalerfolg hat ihn auch nicht mehr gerettet. Überraschung: Sportvorstand Dieter Hecking, der nicht mehr auf die Trainerbank zurückkehren wollte, übernimmt. Seine erste Bewährungsprobe ist am Samstag gegen Schlusslicht SV Sandhausen, das seinerseits Trainer Alois Schwartz entlassen hat. Wo wirkt die „Arznei“ besser?

Ohne großen Druck können die Fußball-Frauen antreten. Die Nationalmannschaft absolvierte ein Trainingslager in Marbella und testet die Form am Dienstag (18.15 Uhr) in Duisburg gegen den ewigen Kontrahenten Schweden. 16.000 Karten sind bereits verkauft, das ZDF überträgt live, das Spiel soll wieder ein Mosaikstein zu mehr Anerkennung sein.

Die Stunde der Wahrheit kommt in der Champions League

Vielen Fußball-Fans reichen die nationalen Meisterschaften nicht, für sie beginnt die Saison erst richtig, wenn auch auf Europas Bühne wieder gespielt wird. Im Mittelpunkt natürlich die Champions League, in der sich die Spitzenteams tummeln. Doch gerade viele prominente Mannschaften suchen noch ihre Form, schwächeln in den Punktrunden. Dabei heißt es immer, „in der Champions League müssen wir in Form sein“. Dann kommt jetzt die Stunde der Wahrheit. Am Dienstag beginnt das Achtelfinale mit den ersten Hinspielen, die Runde der besten 16 Mannschaften zieht sich hin bis zum 15. März. Vier Bundesligisten sind dabei.

Zum Start der Runde duellieren sich mit Paris St. Germain und Bayern München gleich zwei Favoriten. An ihrem Gruppensieg mit weißer Weste hatten die Bayern also nicht viel Freude, weil sie wohl das schwerste Los der Zweiten gezogen hatten. Paris war mit Gruppensieger Benfica Lissabon punkt- und torgleich, erzielte aber auswärts weniger Treffer. Benfica setzte sich am letzten Spieltag mit einem 6:1 in Haifa auf Rang eins und wurde mit dem wesentlich leichteren Los FC Brügge (Mittwoch) belohnt. Am Dienstag spielen zudem der AC Mailand gegen Tottenham und am Mittwoch steigt Borussia Dortmund gegen Chelsea London ein. Eintracht Frankfurt trifft am Dienstag, 21. Februar auf den SSC Neapel, RB Leipzig am Mittwoch dann auf Manchester City.

Mit Paris und den Bayern duellieren sich nicht nur zwei Favoriten, sondern auch zwei Sorgenkinder. Vor allem Paris war zuletzt vollkommen von der Rolle, verteidigt in Frankreich zwar Platz eins, aber Niederlagen sind inzwischen an der Tagesordnung. Auch am Wochenende enttäuschte das Team beim 1:3 gegen Monaco. Allerdings trat im Zeichen der Schonung und Verletzungen nur ein B-Team an, am Dienstag soll ein A-Team auflaufen. Mit Neymar war zuletzt nur ein Star des Dreigestirns „MNM“ nicht verletzt, Mbappé soll sogar gegen die Bayern fraglich sein, Messi trainiert wieder. Trainer Christophe Galtier, der in der Kritik steht, wird sich aber nicht in die Karten schauen lassen. Es wäre keine Überraschung würden „MNM“ auflaufen.

Die Bayern sind auch nicht in Bestform, aber wenigstens gab es noch keine Niederlage in diesem Jahr und zuletzt drei Siege am Stück. Angst vor Paris haben sie nicht, wenn sie auf die Statistik schauen. In elf Vergleichen siegten die Bayern fünfmal, zuletzt auch im April 2021 erstmals in Paris (1:0). Ein Maskottchen könnte auch Torjäger Choupo-Moting sein, der in seinen fünf CL-Einsätzen immer traf, so zweimal gegen Paris. Das könnte gegen die schwächelnde Abwehr der Franzosen wieder gelingen. Außerdem sind die Münchner das derzeit erfolgreichste Team der CL, sie haben seit 2019/20 insgesamt 32 Siege in 37 Spielen errungen, das schaffte sonst niemand. Vom großen Erfolg träumt auch Paris, die katarischen Besitzer investierten ihr Geld schließlich für den Gewinn der Champions League. Zum Erfolg verdammt ist aber auch Bayern-Trainer Julian Nagelsmann, der nach Unruhe rund um die Mannschaft unter starker Beobachtung steht.

Borussia Dortmund ist dagegen kein Sorgenkind, sondern schwimmt auf einer Erfolgswelle mit sechs Siegen in diesem Jahr. Die Borussia strotzt vor Kraft, Angst vor Chelsea London gibt es nicht, wenn die Londoner auch das meiste Geld in neue Spieler investiert haben. Doch als Mannschaft klappt es noch nicht. Die Stunde der Wahrheit: Ist die Borussia auch international stark bzw. kriegt Chelsea die Kurve?

Aufmerksam beobachtet wird die Champions League auch von einer Gruppe, die der Königsklasse den Rang ablaufen wollen. Immer wieder melden sich die Ideengeber der „Super League“, die die prominentesten Klubs abwerben wollen. Jetzt träumen sie von einer eigenen Runde mit gleich 80 Mannschaften und Auf- und Abstieg. Wie soll das gehen in der Organisation neben den UEFA-Wettbewerben? Eine interessante CL wäre das beste Gegenargument.

In der Europa League geht es erst in die Play-Offs, die Bundesliga-Vertreter Union Berlin und Bayer Leverkusen haben dabei formstarke Teams als Gegner. Union trifft am Donnerstag auf Ajax Amsterdam, das unter Heitinga als neuen Trainer zu alter Stärke fand, Leverkusen hat Monaco zu Gast, das sich gegen Paris Selbstvertrauen holte. Die Rückspiele sind nächste Woche, am 23.2.

Union und Dortmund die Bayern-Jäger

Die einen spielen in der Champions League, die anderen träumen davon. Ein Umdenken hat es bei Union Berlin gegeben. Mit dem 2:1 im Schlagerspiel in Leipzig (Union drehte zum vierten Mal einen 0:1-Rückstand) und mit jetzt 42 Punkten heißt es „Abstiegskampf ade“, jetzt wird sogar die Champions League als nächstes Ziel ausgegeben. Logisch eigentlich als erster Bayern-Jäger. Zusammen mit Dortmund ist Union die erfolgreichste Mannschaft nach der Winterpause (je 15 Punkte, dahinter Köln, Bayern und Leverkusen je 9). Die Fans freuen sich, endlich Spannung. Und Dortmund schaut auf 2012: Damals gewann die Borussia auch die ersten sechs Pflichtspiele und am Ende stand das Double von Meisterschaft und Pokal!

Die schlechteste Mannschaft in diesem Jahr ist die TSG Hoffenheim, nur ein Pünktchen sprang bisher heraus. Mit Trainer Pellegrino Matarazzo kam ein neuer Hoffnungsträger, doch der musste beim 1:3 gegen Leverkusen feststellen, dass es im Team an allen Ecken und Enden fehlt. Der Weg zum Abstieg ist nicht mehr weit. Auch hier eine Stunde der Wahrheit am Freitag in Augsburg, der 1:0-Sieg der Vorrunde müsste wiederholt werden. Das wollen die Augsburger natürlich verhindern, denn sie wollen nicht wieder in den Abstiegskampf rutschen nach der Pleite in Mainz. Zwei entscheidende Spiele stehen an, dann geht es zur Hertha, da verlor der FCA in der Vorrunde 0:2. Gut gegen die Großen, schlecht gegen die Kleinen hieß es damals.

Der Hertha gelang ein Befreiungsschlag. „Jugend forsch“ hieß das Motto, Trainer Sandro Schwarz hatte ein Zeichen gesetzt und auf Eigengewächse vertraut. Marton Dardai (am 21. Geburtstag!), Derry Scherhant und Jessic Ngankam dankten es mit Toren beim 4:1 gegen Gladbach – wieder ein Sieg nach vier Niederlagen. Auf den Befreiungsschlag wartet der VfB Stuttgart vergebens, der neue Trainer Bruno Labbadia konnte noch kein Erfolgserlebnis feiern, nur zwei Punkten in den fünf Spielen dieses Jahres, in der Jahrestabelle und Gesamttabelle Vorletzter, ein Abstiegsplatz. Labbadia hadert mit dem Schicksal, mit vergebenen Chancen und seltsamen Schiedsrichter-Entscheidungen. Nur wenn der VAR im Kölner Keller schweigen würde, kann der Klassenerhalt wohl gelingen. Viele seltsame Entscheidungen prägten überhaupt das Wochenende. Nächster Anlauf zum ersten VfB-Sieg am Samstag gegen Köln. Sieht aber nicht gut aus, Köln feiert nicht nur Karneval, sondern auch sein 75jähriges Bestehen und das mit einem respektablem 4:1 gegen Frankfurt. Steffen Baumgart wird in Köln als Erfolgstrainer gefeiert.

In der Frauen-Bundesliga stand der Kampf um Platz zwei mit Mittelpunkt. Nach der langen Pause waren die Bayern-Mädchen dabei überraschend effizient beim 2:1 im Schlagerspiel gegen Eintracht Frankfurt. Damit etablierten sie sich wieder als erster Verfolger von Meister VfL Wolfsburg. Doch die „Wölfinnen“ schwächeln nicht, haben das Verlieren verlernt (3:0 in Essen). 3389 Zuschauer sahen zu, bei Bayern war der Campus mit 2500 Besuchern ausverkauft, das Interesse hält an. Allerdings treten auch wieder die Schwächen des Terminkalenders zutage, kaum läuft die Bundesliga, macht sie schon wieder eine Länderspielpause. So kann die Begeisterung kaum gesteigert werden. Die Nationalmannschaft absolviert von Dienstag bis Sonntag ein Trainingslager in Marbella und tritt dann am 21. Februar (18.15 Uhr) in Duisburg, der Heimatstadt von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, in einem Länderspiel auf Schweden.

Auch bei den Frauen war die Champions League in dieser Woche im Gespräch, es gab nämlich die Auslosung der Viertelfinales. Die Bayern müssen sich am 21. und 29. März mit Arsenal London auseinandersetzen, Wolfsburg am 22. und 30. März mit Paris St. Germain. Zwei dicke Brocken für die deutschen Klubs, die im Erfolgsfall im Halbfinale aufeinander treffen würden.

Biathlon-WM in Oberhof: Die Fans sollen für Medaillen sorgen

„Heimvorteil“ heißt eines der Zauberwörter im Spitzensport. Auf den Heimvorteil setzen auch die Biathleten bei „ihrer“ Weltmeisterschaft in Oberhof, die am Mittwoch mit der Mixed-Staffel beginnt. Alles ist vorbereitet für ein großes Fest (sogar Schnee ist da!), die großartige Atmosphäre im Biathlon-Mekka Oberhof ist bekannt und beliebt. Auf die Stimmung setzt auch die stärkste deutsche Läuferin, Denise Herrmann-Wick: „Ich habe noch keine Heim-WM miterlebt, umso größer ist die Vorfreude, die Hütte wird brennen. Das gibt noch einmal einen besonderen Kick.“ Mut macht auch, dass sie bei der Generalprobe in Antholz die Verfolgung gewann. Es war ihr 10. Weltcup-Sieg.

Die Bestätigung dafür, dass die Fans durchaus den letzten Schub für einen Medaillengewinn geben können, liefert die frühere Biathlon-Königin Magdalena Neuner, die vor elf Jahren bei der letzten Weltmeisterschaft in Deutschland, damals in Ruhpolding, zu den Favoritinnen zählte. „Aus einer Heim-WM kann man ganz viel positive Energie gewinnen.“ Neuner hatte die Energie, doch nach Bronze in der Mixed-Staffel, Gold im Sprint und Silber in der Verfolgung war es vorbei. Grund: Sie bekam Morddrohungen, die sie logischerweise hemmten, trotz Sonderbewachung. Zweimal Gold und je einmal Silber und Bronze war die deutsche Bilanz.

Dies in Oberhof zu wiederholen, wird schwer. Bei den Männern dominieren die Norweger mit dem überragenden Athleten dieses Winters, Johannes Thingne Bö. Im Weltcup liegen drei Norweger vorn, fünf befinden sich unter den ersten zehn. Darunter sind allerdings auch Benedikt Doll (7.) und Roman Rees (9.), die Hoffnungsträger im deutschen Team, zu dem noch Johannes Kühn, Philipp Nawrath, Justus Strelow und David Zobel gehören. Das Problem im deutschen Team, bei Männern und Frauen: Es klappt nicht immer mit dem Schießen und wer gut schießt, ist dann oft läuferisch zu schwach. Für eine Medaille muss also alles passen. Am ehesten trauen sich die Deutschen einen Medaillengewinn bei Männern und Frauen in den Staffeln zu.

Bei den Frauen gibt es keine eindeutigen Favoritinnen, da wird es viel auf die Tagesform ankommen – und vielleicht auf die Fans. Im Weltcup führt die Französin Julia Simon vor Elvira Oeberg (Schweden) und Lisa Vittozzi (Italien). Herrmann-Wick ist Fünfte, Vanessa Vogt 13. Vogt ist eine sichere Schützin, aber in der Loipe oft hintendran. Da könnte der Schub der Fans helfen. Im Team außerdem Hanna Kebinger, Sophia Schneider, Anna Weidel und Janina Hettich-Walz.

Eine besondere Geschichte ist die um Sverre Olsbu Röiseland. Der Norweger ist neu im Trainerteam der deutschen Damen, aber in Oberhof schlagen zwei Herzen in seiner Brust, er ist nämlich der Mann der letztjährigen Weltcupsiegerin Marte Olsbu Röiseland. Er hat sie bisher trainiert, aber sie hat dem Wechsel zugestimmt. Jetzt wird es ihm das Herz zerreißen, wenn seine Frau und ein deutsches Mädchen um Gold kämpfen…

Die WM beginnt am 8. Februar und endet am Sonntag, 19. Februar, mit den beiden Massenstarts. Interessante Wettkämpfe sind garantiert, hohe Einschaltquoten bei ARD und ZDF zu erwarten, aber den Rekord von 2012 werden sie nicht erreichen, damals saßen sieben Millionen Zuschauer vor den Fernsehern, um Magdalena Neuner die Daumen zu drücken.

Hoffnung bei den Alpinen

Parallel zu Biathlon läuft auch die alpine Ski-Weltmeisterschaft, die bereits am Montag in Meribel und Courchevel begonnen hat. Das erste Gold holte in der Kombination Frederica Bragnoni (Italien). Die Zuschauer werden in Frankreich allerdings keine besondere Rolle spielen, der unmittelbare Schub ist nur im Slalom möglich. Zuletzt war bei der deutschen Mannschaft kaum von Medaillenchancen die Rede, doch das ist diesmal anders. Mit Lena Dürr und Linus Straßer im Slalom, sowie Kira Weidle in der Abfahrt gibt es gleich drei Medaillenkandidaten. Hoffentlich kommt es allerdings nicht anders als gedacht. Vor zwei Jahren gab es gar keine Erwartungen für Cortina d’Ampezzo, am Ende aber dreimal Silber und einmal Bronze. Also, leer ausgehen sollte die deutsche Mannschaft nicht.

Das deutsche Team bilden bei den Frauen neben Dürr und Weidle noch Emma Aicher, Andrea Filser und Jessica Hilzinger, bei den Männern neben Straßer noch Romed Baumann, Thomas Dreßen, Josef Ferstl, Sebastian Holzmann, Simon Jocher, Andreas Sander, Alexander Schmid und Dominik Schwaiger.

Gerade Lena Dürr zeigt eine besondere Sicherheit in diesem Jahr und feierte kürzlich ihren ersten Weltcup-Sieg. Sie hat allerdings die überragende Fahrerin Mikaela Shiffrin vor sich, die Amerikanerin konnte sich erst kürzlich als erfolgreichste Fahrerin aller Zeiten feiern lassen. Mit dem norwegischen Abfahrt-König Aleksander Aamodt Kilde bildet sie auch privat ein Traumpaar. Bei den Männern wäre normalerweise der Schweizer Marco Odermatt als Medaillensammler genannt worden, der überragende Fahrer der Saison mit acht Weltcup-Siegen in Super-G und Riesenslalom, doch über dessen Form schwebt nach einer Knieverletzung ein Fragezeichen. Da hofft die Konkurrenz. Auch die deutschen Speedfahrer hoffen, Dreßen (obwohl noch nicht tin Bestform nach Verletzung), Baumann, Ferstl und Sander haben durchaus das Zeug, ganz vorne mit rein zu fahren. Auf die Tagesform und zudem gutes Material kommt es da an. Am ersten Wochenende (11./12. Februar) stehen die Königs-Diszplinen, die Abfahrten, auf dem Terminkalender, am letzten Wochenende (18./19.2.) bilden die Slaloms den Schlusspunkt.

Bayern-Theater und Kaufrausch

Die Bayern siegen wieder (4:0 in Mainz im Pokal und 4:2 in Wolfsburg), also alles wie immer? Nein, bei den Bayern ist in diesem Jahr noch nicht alles wie immer, der „FC Hollywood“ ist wieder auferstanden. Für das Bayern-Theater ist vor allem ein Mann verantwortlich: Kapitän Manuel Neuer. Der Torhüter mit Gipsbein hat natürlich die überraschende Entlassung seines Trainers und Freundes Toni Tapalovic nicht kommentarlos hingenommen, seine Antwort fiel spektakulär aus, er wählte dafür die Süddeutsche Zeitung und den Streamingdienst The Athletic.

Manuel Neuer ging in die Vollen, als er von den Bayern-Verantwortlichen informiert wurde, „hat es mich umgehauen“. Und so schätzt er die erzwungene berufliche Trennung von seinem Weggefährten ein: „Für mich war das ein Schlag, als ich bereits am Boden lag. Das war das Krasseste, was ich in meiner Karriere erlebt habe.“ Offensichtlich gab es zwischen dem Torwarttrainer und Cheftrainer Julian Nagelsmann atmosphärische Störungen, möglich, dass Bayerns Chefetage die Vakanz des Kapitäns wegen seines Skiunfalls zu einem Schnitt nutzte. Nagelsmann mag sich als Sieger fühlen, doch das wird erst die Zukunft zeigen. Ein Teil der Mannschaft soll mit der Entlassung von Tapalovic gar nicht einverstanden sein. Bemerkenswert: Auch Robert Lewandowski, heute in Barcelona, beklagte einst eine gestörte Atmosphäre, der Verein würde seinem Ziel, eine Familie zu sein, nicht mehr gerecht werden. Unterschwellig machte der Torjäger (wie jetzt Neuer) den Trainer dafür verantwortlich.

Das Theater heizen natürlich die Medien an. Dabei reagierten die Bosse Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic eher besonnen, das Feuer schürten Bild (Sonntag die BamS: „Brazzo rechnet mit Neuer ab“, obwohl der Text das nicht hergibt) und die „Experten“ der verschiedenen TV-Sender, wie Lothar Matthäus, Dieter Hamann oder Stefan Effenberg, die nach Schlagzeilen lechzen. Tenor: Neuer kann bei den Bayern nicht mehr spielen. Das sehen auch 82 Prozent der kicker-Leser so. Neuer selbst sagt, er wolle erst einmal fit werden, wieder angreifen und professionell ins Training gehen. An Rücktritt denkt er nicht. Die Bayern-Bosse müssen derweil sehen, wie die Situation bereinigt werden kann. Julian Nagelsmann könnte in Bedrängnis kommen, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Schicksal könnten die Duelle in der Champions League mit Paris spielen.

Doch im Moment stimmen die Ergebnisse wieder, die Bayern sind nach drei Unentschieden auf die Siegesstraße zurückgekehrt, wobei vor allem Neuzugang Joao Cancelo einen guten Teil beitrug, so leitete er den Sieg in Mainz ein. Der Pokalerfolg wurde mit dem ersten Bundesliga-Sieg des Jahres in Wolfsburg veredelt, trotz aller Hindernisse. Da war nicht nur das Neuer-Theater, sondern auch eine lange Ausfallliste, dazu am Ende rund 30 Minuten in Unterzahl, nachdem Joshua Kimmich mit Gelb-Rot vom Platz flog. Die Weichen wurden in den ersten 20 Minuten gestellt, da war Coman mit zwei Treffern der Held, für die Entscheidung sorgte später Musiala mit einem phänomenalen Solo gegen die halbe Wolfsburger Mannschaft zum 4:1. Ein „Tor des Jahres“. Unter den Torschützen war aber auch Thomas Müller, der in dieser Woche Rekorde aufstellte. Es war sein 427. Bundesligaspiel (307 Siege!), damit holte er Namensvetter Gerd Müller als Bayerns Rekord-Feldspieler ein. Mehr Einsätze haben nur die Torhüter Sepp Maier (473) und Oliver Kahn (429). Im Pokal ist Thomas Müller mit 63 Einsätzen ebenfalls die Nummer 1 im Verein, dabei siegte er in 53 Spielen – DFB-Pokalrekord!

Eine bewegende Geschichte gab es in Dortmund, wo der einst an Hodenkrebs erkrankte Sebastien Haller ausgerechnet am Weltkrebstag seinen ersten Bundesliga-Treffer für seinen neuen Verein erzielte. Er wurde entsprechend von den Fans gefeiert. Nichts zu feiern gibt es derzeit bei der TSG Hoffenheim. Nach dem 10. Spieltag noch auf Platz vier mit dem Traum von Europa, danach neun Spiele ohne Sieg und Abstiegskampf (Rang 14, drei Punkte vor dem Relegationsplatz). „So geht es nicht weiter, da muss was passieren“, war sich Trainer Andre Breitenreiter sicher und es passierte etwas: Nach sieben Monaten wurde er Coach entlassen, der als Schweizer Meister mit dem FC Zürich als Hoffnungsträger kam. Jetzt ist er der sechste Trainer in dieser Saison, der gehen musste. Auch Stuttgart, Leipzig, Schalke, Leverkusen und Bochum haben schon gehandelt. Das ganze Gegenteil bei Union Berlin. Die „Eisernen“ bleiben eisern den Bayern auf den Fersen, waren für eine Nacht Tabellenführer und wollen dennoch erst mal 40 Punkte sammeln, bevor sie andere Ziele ausgeben. 39 sind es jetzt, die Prüfungen folgen allerdings: Samstag in Leipzig und am 26. Februar in München.

In diesen Tagen geht das zweigeteilte Achtelfinale im DFB-Pokal zu Ende, Union Berlin, Leipzig, die Bayern und Stuttgart haben sich bisher für das Viertelfinale qualifiziert. Am Dienstag trifft Zweitligist Sandhausen auf den SC Freiburg (18.00 Uhr), danach steht das Hessen-Derby an (20.45 Uhr), in dem die Eintracht Zweitliga-Tabellenführer Darmstadt prüft, ob es für die Bundesliga schon reicht. Am Mittwoch kommt im Duell Nürnberg – Darmstadt (18.00 Uhr) auf jeden Fall ein Zweitligist weiter, danach das Ruhrpott-Derby Bochum – Dortmund (20.45 Uhr). In der Bundesliga überzeugte der VfL zuletzt mit fünf Heimsiegen am Stück!

Chelsea und FCA kaufen ein

Nicht um Punkte, sondern ums Geld ging es im Endspurt der Winter-Transferzeit. Dabei befand sich der Premier-League-Klub FC Chelsea London im Kaufrausch. Der Verein gab für acht Spieler (darunter Argentiniens Weltmeister Fernandez für 121 Millionen Euro) insgesamt 330 Millionen aus, das sind mehr als die anderen vier Top-Ligen zusammen! Die Premier League insgesamt gab mit 924 Millionen Euro das Dreifache von Bundesliga, La Liga, Serie A und Ligue 1 zusammen aus! Das sagt alles, über die finanziellen Gegebenheiten im europäischen Fußball. Doch Pokale garantiert dies den Engländern nicht, die derzeit keinen Sieger in Europa stellen.

Von einem Kaufrausch möchte man beim FC Augsburg nicht sprechen, der innerhalb der Bundesliga für Aufsehen sorgte. Die Augsburger holten sieben Spieler und haben damit den Rekord von Schalke 04 (acht) knapp verfehlt. Fünf Spieler wurden gekauft, zwei geliehen, dabei handelt es sich überwiegend um junge Talente, eine Investition für die Zukunft, aber erst einmal muss die Gegenwart gemeistert werden. Jugend forsch ist da gefragt, für die Zukunft heißt es eher Jugend forscht. Allerdings hat Manager Stefan Reuter gut gewirtschaftet, sieben neue für rund vier Millionen Euro, fünf Spieler wurden abgegeben, wobei Gruezo durch seinen Wechsel in MLS nach San Jose allein drei Millionen einbringt, geht Cordova noch nach Amerika sind zwei Millionen im Gespräch, was dann sogar einen Überschuss bedeuten würde!

Als Glückstreffer entpuppte sich vor allem Belgiens Jungspund Arne Engels, der in Brügge nur in der 2. Mannschaft spielte. Als Außenspieler wurde der 19-jährige geholt, als Mittelfeldstratege erwies er sich beim FCA und wurde zu einer echten Verstärkung und sorgte mit dafür, dass der FCA in der Tabelle nach oben kletterte. Beim 1:0-Siegtreffer gegen Leverkusen war er entscheidend beteiligt, schlug die Ecke, die Mergim Berisha dann zum Siegtreffer verwandelte. Engels gilt jetzt als der neue Standardspezialist, während Berisha zum zweiten Mal hintereinander dem FCA einen 1:0-Sieg bescherte und von einem Anruf von Bundestrainer Hansi Flick träumt. Der wiederum hatte ja Überraschungen für seine erste Kader-Nominierung für die Länderspiele im März angekündigt. Das dann ganz ohne Theater und Nominierungs-Rausch…

Zu den Weltmeisterschaften im alpinen Skisport und Biathlon in Oberhof folgt in diesen Tagen ein eigener Blog.

Bayern-Theater und Kaufrausch

Die Bayern siegen wieder (4:0 in Mainz im Pokal und 4:2 in Wolfsburg), also alles wie immer? Nein, bei den Bayern ist in diesem Jahr noch nicht alles wie immer, der „FC Hollywood“ ist wieder auferstanden. Für das Bayern-Theater ist vor allem ein Mann verantwortlich: Kapitän Manuel Neuer. Der Torhüter mit Gipsbein hat natürlich die überraschende Entlassung seines Trainers und Freundes Toni Tapalovic nicht kommentarlos hingenommen, seine Antwort fiel spektakulär aus, er wählte dafür die Süddeutsche Zeitung und den Streamingdienst The Athletic.

Manuel Neuer ging in die Vollen, als er von den Bayern-Verantwortlichen informiert wurde, „hat es mich umgehauen“. Und so schätzt er die erzwungene berufliche Trennung von seinem Weggefährten ein: „Für mich war das ein Schlag, als ich bereits am Boden lag. Das war das Krasseste, was ich in meiner Karriere erlebt habe.“ Offensichtlich gab es zwischen dem Torwarttrainer und Cheftrainer Julian Nagelsmann atmosphärische Störungen, möglich, dass Bayerns Chefetage die Vakanz des Kapitäns wegen seines Skiunfalls zu einem Schnitt nutzte. Nagelsmann mag sich als Sieger fühlen, doch das wird erst die Zukunft zeigen. Ein Teil der Mannschaft soll mit der Entlassung von Tapalovic gar nicht einverstanden sein. Bemerkenswert: Auch Robert Lewandowski, heute in Barcelona, beklagte einst eine gestörte Atmosphäre, der Verein würde seinem Ziel, eine Familie zu sein, nicht mehr gerecht werden. Unterschwellig machte der Torjäger (wie jetzt Neuer) den Trainer dafür verantwortlich.

Das Theater heizen natürlich die Medien an. Dabei reagierten die Bosse Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic eher besonnen, das Feuer schürten Bild (Sonntag die BamS: „Brazzo rechnet mit Neuer ab“, obwohl der Text das nicht hergibt) und die „Experten“ der verschiedenen TV-Sender, wie Lothar Matthäus, Dieter Hamann oder Stefan Effenberg, die nach Schlagzeilen lechzen. Tenor: Neuer kann bei den Bayern nicht mehr spielen. Das sehen auch 82 Prozent der kicker-Leser so. Neuer selbst sagt, er wolle erst einmal fit werden, wieder angreifen und professionell ins Training gehen. An Rücktritt denkt er nicht. Die Bayern-Bosse müssen derweil sehen, wie die Situation bereinigt werden kann. Julian Nagelsmann könnte in Bedrängnis kommen, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Schicksal könnten die Duelle in der Champions League mit Paris spielen.

Doch im Moment stimmen die Ergebnisse wieder, die Bayern sind nach drei Unentschieden auf die Siegesstraße zurückgekehrt, wobei vor allem Neuzugang Joao Cancelo einen guten Teil beitrug, so leitete er den Sieg in Mainz ein. Der Pokalerfolg wurde mit dem ersten Bundesliga-Sieg des Jahres in Wolfsburg veredelt, trotz aller Hindernisse. Da war nicht nur das Neuer-Theater, sondern auch eine lange Ausfallliste, dazu am Ende rund 30 Minuten in Unterzahl, nachdem Joshua Kimmich mit Gelb-Rot vom Platz flog. Die Weichen wurden in den ersten 20 Minuten gestellt, da war Coman mit zwei Treffern der Held, für die Entscheidung sorgte später Musiala mit einem phänomenalen Solo gegen die halbe Wolfsburger Mannschaft zum 4:1. Ein „Tor des Jahres“. Unter den Torschützen war aber auch Thomas Müller, der in dieser Woche Rekorde aufstellte. Es war sein 427. Bundesligaspiel (307 Siege!), damit holte er Namensvetter Gerd Müller als Bayerns Rekord-Feldspieler ein. Mehr Einsätze haben nur die Torhüter Sepp Maier (473) und Oliver Kahn (429). Im Pokal ist Thomas Müller mit 63 Einsätzen ebenfalls die Nummer 1 im Verein, dabei siegte er in 53 Spielen – DFB-Pokalrekord!

Eine bewegende Geschichte gab es in Dortmund, wo der einst an Hodenkrebs erkrankte Sebastien Haller ausgerechnet am Weltkrebstag seinen ersten Bundesliga-Treffer für seinen neuen Verein erzielte. Er wurde entsprechend von den Fans gefeiert. Nichts zu feiern gibt es derzeit bei der TSG Hoffenheim. Nach dem 10. Spieltag noch auf Platz vier mit dem Traum von Europa, danach neun Spiele ohne Sieg und Abstiegskampf (Rang 14, drei Punkte vor dem Relegationsplatz). „So geht es nicht weiter, da muss was passieren“, war sich Trainer Andre Breitenreiter sicher und es passierte etwas: Nach sieben Monaten wurde er Coach entlassen, der als Schweizer Meister mit dem FC Zürich als Hoffnungsträger kam. Jetzt ist er der sechste Trainer in dieser Saison, der gehen musste. Auch Stuttgart, Leipzig, Schalke, Leverkusen und Bochum haben schon gehandelt. Das ganze Gegenteil bei Union Berlin. Die „Eisernen“ bleiben eisern den Bayern auf den Fersen, waren für eine Nacht Tabellenführer und wollen dennoch erst mal 40 Punkte sammeln, bevor sie andere Ziele ausgeben. 39 sind es jetzt, die Prüfungen folgen allerdings: Samstag in Leipzig und am 26. Februar in München.

In diesen Tagen geht das zweigeteilte Achtelfinale im DFB-Pokal zu Ende, Union Berlin, Leipzig, die Bayern und Stuttgart haben sich bisher für das Viertelfinale qualifiziert. Am Dienstag trifft Zweitligist Sandhausen auf den SC Freiburg (18.00 Uhr), danach steht das Hessen-Derby an (20.45 Uhr), in dem die Eintracht Zweitliga-Tabellenführer Darmstadt prüft, ob es für die Bundesliga schon reicht. Am Mittwoch kommt im Duell Nürnberg – Darmstadt (18.00 Uhr) auf jeden Fall ein Zweitligist weiter, danach das Ruhrpott-Derby Bochum – Dortmund (20.45 Uhr). In der Bundesliga überzeugte der VfL zuletzt mit fünf Heimsiegen am Stück!

Chelsea und FCA kaufen ein

Nicht um Punkte, sondern ums Geld ging es im Endspurt der Winter-Transferzeit. Dabei befand sich der Premier-League-Klub FC Chelsea London im Kaufrausch. Der Verein gab für acht Spieler (darunter Argentiniens Weltmeister Fernandez für 121 Millionen Euro) insgesamt 330 Millionen aus, das sind mehr als die anderen vier Top-Ligen zusammen! Die Premier League insgesamt gab mit 924 Millionen Euro das Dreifache von Bundesliga, La Liga, Serie A und Ligue 1 zusammen aus! Das sagt alles, über die finanziellen Gegebenheiten im europäischen Fußball. Doch Pokale garantiert dies den Engländern nicht, die derzeit keinen Sieger in Europa stellen.

Von einem Kaufrausch möchte man beim FC Augsburg nicht sprechen, der innerhalb der Bundesliga für Aufsehen sorgte. Die Augsburger holten sieben Spieler und haben damit den Rekord von Schalke 04 (acht) knapp verfehlt. Fünf Spieler wurden gekauft, zwei geliehen, dabei handelt es sich überwiegend um junge Talente, eine Investition für die Zukunft, aber erst einmal muss die Gegenwart gemeistert werden. Jugend forsch ist da gefragt, für die Zukunft heißt es eher Jugend forscht. Allerdings hat Manager Stefan Reuter gut gewirtschaftet, sieben neue für rund vier Millionen Euro, fünf Spieler wurden abgegeben, wobei Gruezo durch seinen Wechsel in MLS nach San Jose allein drei Millionen einbringt, geht Cordova noch nach Amerika sind zwei Millionen im Gespräch, was dann sogar einen Überschuss bedeuten würde!

Als Glückstreffer entpuppte sich vor allem Belgiens Jungspund Arne Engels, der in Brügge nur in der 2. Mannschaft spielte. Als Außenspieler wurde der 19-jährige geholt, als Mittelfeldstratege erwies er sich beim FCA und wurde zu einer echten Verstärkung und sorgte mit dafür, dass der FCA in der Tabelle nach oben kletterte. Beim 1:0-Siegtreffer gegen Leverkusen war er entscheidend beteiligt, schlug die Ecke, die Mergim Berisha dann zum Siegtreffer verwandelte. Engels gilt jetzt als der neue Standardspezialist, während Berisha zum zweiten Mal hintereinander dem FCA einen 1:0-Sieg bescherte und von einem Anruf von Bundestrainer Hansi Flick träumt. Der wiederum hatte ja Überraschungen für seine erste Kader-Nominierung für die Länderspiele im März angekündigt. Das dann ganz ohne Theater und Nominierungs-Rausch…

Zu den Weltmeisterschaften im alpinen Skisport und Biathlon in Oberhof folgt in diesen Tagen ein eigener Blog.

Bayern-Theater und Kaufrausch

Bayern in der Krise und Julian Nagelsmann in Not

Was haben in der Fußball-Bundesliga der Tabellenerste und der Tabellenletzte gemeinsam? Sie sind seit drei Spielen ohne Sieg! Bayern München und Schalke 04 mit den gleichen Problemen, wer hätte das vor der Saison gedacht. Die Bayern sind nach drei 1:1 in Folge verunsichert, alle anderen reiben sich die Hände und unken: Gibt es nach zehn Jahren Münchner Einerlei doch mal einen anderen Meister in der Bundesliga? Für Spannung ist gesorgt, der Erste und der Fünfte sind nur drei Punkte auseinander, Bayern, Union Berlin, Leipzig, Dortmund und Freiburg quasi auf einem Level. Das kann den Münchner natürlich nicht gefallen, die Krise ist da und Trainer Julian Nagelsmann in Not.

Viele erinnern sich an den September, als der Meister auch von der Rolle war, aber nach einer 0:1-Niederlage in Augsburg änderte Nagelsmann das taktische Konzept, erarbeitete mit der Mannschaft einen Strategiewechsel und eine Siegesserie begann. Jetzt wieder Alarm, 2023 sind die Bayern noch ohne Sieg, die WM wirkt nach. Das Rezept von damals ist abgelaufen und nicht mehr gültig, die Probleme sind andere, offensichtlich tiefgreifend. Die WM brachte einige Teilnehmer außer Form (Goretzka, Kimmich, Musiala, Davies), rund um die Mannschaft rumpelt es (Gnabrys Ausflug nach Paris, Entlassung von Torwarttrainer Tapalovic), die Unruhe dominiert, weil sie von Erfolgen nicht überdeckt wird. Die Mannschaft wirkt uninspiriert, hilf- und kraftlos.

Der Trainer ist deshalb besonders in Not, weil er gar keine Zeit hat, irgendetwas anderes einzustudieren. Verletzungsprobleme verschärfen zudem die Krise, die Mannschaft muss sich in den Spielen selbst aus dem Sumpf ziehen. Bayern-Boss Oliver Kahn hat eine Hoffnung: „Das Pokalspiel in Mainz kommt gerade recht, in einem K.o.-Spiel gibt es kein Unentschieden, das gibt einen besonderen Anreiz.“ Die aktuelle Form könnte allerdings auch dafür sorgen, dass die Bayern nach zwei vorzeitigen Aus die nächste Pokalpleite erleben. Eine weitere schwere Aufgabe wartet am Sonntag in Wolfsburg, das zwar überraschend in Bremen (1:2) gestoppt wurde, aber vorher mit Siegen von 6:0 gegen Freiburg und 5:0 bei Hertha BSC einen neuen Bundesliga-Rekord aufgestellt hat. Zum Start in ein neues Kalenderjahr schafften nur Stuttgart 1991 und die Bayern 2020 je 9:0 Tore! Vielleicht holen die Bayern aber auch noch kurzfristig Hilfe, es wird gemunkelt Manchester City leiht den offensivstarken Verteidiger Joao Cancelo (Portugal) an die Bayern aus, vielleicht ein Hilfsprogramm vom ehemaligen Bayern-Coach Pep Guardiola.

Noch mehr Schlagzeilen als die Bayern-Remis machte die Entlassung von Sportdirektor Fredi Bobic bei Hertha BSC. Als Erfolgsmanager wurde er für viel Geld von Eintracht Frankfurt abgeworben und sollte die Berliner endlich zum lang ersehnten Erfolg führen. Doch das ganze wurde zu einem Irrweg, als Nachfolger des glücklosen Michael Preetz blieb das Pech mit Fehlentscheidungen auch an Bobic kleben. Egal, ob Spielerverpflichtungen oder Trainerwechsel, nichts klappte. Felix Magath konnte mit dem Team über die Relegation gerade noch die Liga erhalten. Unter Sandro Schwarz steht die Hertha wieder auf einem Abstiegsplatz, doch nicht der Trainer muss gehen, sondern der Manager.

Angeblich spielte die 0:2-Niederlage gegen Union keine Rolle bei dieser Entscheidung. Präsident Kay Bernstein, bekanntlich einst Ultra-Fan, setzt auf einen „Berliner Weg“, will mit Lokalkolorit statt bekannten Namen von außen die Wende erzwingen und hat dabei den ungeliebten Rivalen Union als Vorbild. Der frühere Leiter der Hertha-Akademie, Benjamin Weber, wird neuer Sportdirektor, unterstützt vom Ur-Herthaner und Ex-Profi Andreas „Zecke“ Neuendorf. Neue Sympathieträger sollen neue Energie freisetzen. Ob sie wirklich die notwendigen Heilkräfte entwickeln? Die nächsten Aufgaben haben es in sich: Frankfurt (A), Gladbach (H) und Dortmund (A). Noch ist nichts verloren, weil die Konkurrenz kaum punktet. Schalke bleibt auf Abstand, Bochum (mit 44 Gegentreffern in 18 Spielen neuer Negativrekord in der Bundesliga), Stuttgart und Augsburg sind in Reichweite und Hoffenheim könnte sich nach einer Misserfolgsserie bald dazu gesellen.

Neuerung im DFB-Pokal

Für einige Vereine steht der DFB-Pokal als Zusatzbelastung an, erstmals wird das Achtelfinale über zwei Wochen gedehnt, jede Partie hat ihr Alleinstellungsmerkmal. Ein Wunsch des Fernsehens, der auch mehr Geld einbringt. Ein ausgesprochenes Schlagerspiel fehlt allerdings, Union – Wolfsburg (Dienstag, 20.45) und das Revierderby Bochum – Dortmund (Abschluss am Mittwoch, 8. Februar, 20.45 Uhr) stehen neben Mainz – Bayern (Mittwoch, 20,.45 Uhr, natürlich wegen der Münchner Formkrise) im Mittelpunkt. Außerdem spielen: Paderborn – Stuttgart (Dienstag, 18.00 Uhr), Leipzig – Hoffenheim (Mittwoch, 18.00 Uhr), Sandhausen – Freiburg (Dienstag, 7.2., 18.00 Uhr), Frankfurt – Darmstadt (Dienstag, 7.2., 20.45 Uhr) und Nürnberg – Düsseldorf (Mittwoch, 8.2., 18.00 Uhr):

Start der Frauen-Bundesliga

Wie die Männer, so schließen auch die Frauen ihre Bundesliga-Hinrunde erst im neuen Jahr ab. „Neues Jahr, neues Glück“ gilt freilich für einen Verein nicht, Meister VfL Wolfsburg will eher das alte Jahr wiederholen, da hat die Mannschaft nämlich in Bundesliga und Pokal alle Begegnungen gewonnen! Eine erste neue Bewährungsprobe gibt es am Samstag (14.00 Uhr) beim Vierten SC Freiburg.

Dauerrivale Bayern München will die Erfolgsserie der Wölfinnen verhindern, hat allerdings in der Meisterschaft schon fünf Punkte Rückstand. Die Vorbereitung war zudem diskutabel, erst Trainingslager in Katar, danach noch eine Reise nach Mexiko aus PR-Gründen. Eine optimale Vorbereitung war das sicher nicht. Schlusslicht Potsdam dürfte zum Auftakt allerdings kein Problem darstellen (Sonntag, 13.00 Uhr). Zum Duell gegen Wolfsburg kommt es erst Ende März.

Hockey-Team Weltmeister

Nicht nur der Fußball sorgt für Schlagzeilen, die anderen Sportarten bemühen sich nach Kräfte, ebenfalls Aufmerksamkeit zu erhaschen. Wie geht das? Indem man erfolgreich ist. Vorbild ist die Hockey-Nationalmannschaft, die das schaffte, dem Fußball und Handball vergeblich hinterher jagten, das Hockey-Team wurde Weltmeister! In Indien gelang der dritte Titelgewinn nach 2002 und 2006 im Shootout gegen Olympiasieger Belgien. Es war fast eine Sensation, ein Trick von Trainer Henning klappte: Der 20-jährige Ersatztorhüter Jean Danneberg wurde bei den Penalties zum Helden.

Die Handballer feierten bei ihrer Weltmeisterschaft wenigsten einen glücklichen Abschluss mit Platz fünf. Im „Finale der Platzierungsrunde“ der Trostpreis mit einem 28:24 gegen Norwegen, was Mut für die Zukunft machen sollte. Zwei Spieler konnten besonders glänzen und wurden am Ende auch ausgezeichnet: Torhüter Andreas Wolff brachte die Gegner reihenweise zur Verzweiflung und wurde ins All-Star-Team gewählt. Der 22-jährige Juri Knorr wurde dafür zum besten jungen Spieler gewählt, war Skorerkönig des Turniers und der beste Siebenmeter-Schütze mit 23 Treffern, dafür braucht er nur 25 Versuche. Logisch, bei Europameisterschaft 2024 in Deutschland will das Team um die Medaillen mitspielen. Weltmeister wurde übrigens Dänemark.

Das Festival der Weltmeisterschaften im Wintersport begann wie erhofft mit einem Medaillensegen der Rodler bei der WM in Oberhof, die nur im Herren-Einsitzer Gold an Österreich verloren, Max Langenhahn wurde Zweiter. Insgesamt gewannen die deutschen Rodler 16 von 27 Medaillen, die Rodlerinnen ließen den Gegnerinnen gar nichts übrig: Im Sprint siegte Dajana Eitberger vor Julia Taubitz und Anna Berreiter, im Einsitzer war Berreiter vorn vor Taubitz und Eitberger. Bei der Bob-WM in St. Moritz auf der Natureisbahn düpierte Laura Nolte im Monobob die Favoritin Kaillie Humphries aus den USA und holte den Titel.

Keinen Titel gab es für Lena Dürr beim Weltcup-Slalom in Spindlermühle, aber der Sieg bedeutete die Erfüllung aller Träume, es war nämlich ihr erster Weltcup-Sieg. Damit verhinderte sie auch einen Rekord der überragenden Athletin im alpinen Skisport, Mikaela Shiffrin aus den USA konnte nämlich nicht den Rekord von Ingemar Stenmark von 86 Siegen einstellen. Damit ging auch eine Durststrecke der deutschen Slalomläuferinnen zu Ende, letzte Siegerin war Maria Höfl-Riesch 2012 in Levi. Die 31-jährige Münchnerin Lena Dürr gehört nun endgültig auch zum Favoritenkreis bei der WM und hat sich selbst überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass dies heute klappt.“ Überraschungen sind bekanntlich das besondere Merkmal des Sports.

WM-Festival: Aber wie lange gibt es den Wintersport noch?

Am Mittwoch haben die deutschen Handballer noch einmal zugeschlagen, also rein quotenmäßig im Fernsehen, denn sportlich ging es im WM-Viertelfinale gegen Frankreich beim 28:34 daneben. Aber Deutschlands Sportfans waren dabei, 7,5 Millionen haben Daumen gedrückt und gezittert, ein Rekord für dieses Turnier. Der wird sich nicht mehr verbessern lassen, Platzierungsspiele sind nicht das Gelbe vom Ei, Afrikameister Ägypten ist der nächste Gegner am Freitag in Stockholm. Bei einem Sieg ginge es am Sonntag nur noch um Platz fünf – das neue Ziel. Den Titel machen dafür Frankreich, Schweden, Spanien und Dänemark unter sich aus. Vor dem Turnier wurden sie als die größten Favoriten bezeichnet, den Außenseitern haben sie keine Chance gelassen.

Von den TV-Einschaltquoten wie Handball können die Wintersportdisziplinen zwar nur träumen, aber sie sind mit der Resonanz von November bis März durchaus zufrieden, denn die Wintersportnachmittage bei ARD und ZDF kommen an und haben höhere Einschaltquoten als das übliche Programm am Nachmittag. Und die Sommersportarten schauen da neidisch auf den Winter. Doch die Frage ist, wie lange noch? Wie lange wird es überhaupt noch Wintersport geben, der Klimawandel nimmt ihm den Schnee weg. Wie gegensteuern? In die Halle kann der Wintersport nicht verlegt werden, wenn auch Phantasten von solchen Hallen träumen und Saudi-Arabien den Wintersport in der Wüste ausüben will.

In den nächsten Wochen gibt es allerdings ein Lebenszeichen, im Wintersport steht ein WM-Festival an, eine Weltmeisterschaft reiht sich an die nächste. Die Rodler machen in Oberhof den Anfang, da darf sich Deutschland auch auf die meisten Medaillen freuen, dann geht es Schlag auf Schlag auf weiter: Bob/Skeleton vom 26. Januar bis 5. Februar in St. Moritz, Ski alpin vom 6. – 19. Februar in Courchevel und Meribel, Biathlon vom 8. – 19. Februar in Oberhof, Ski nordisch vom 23. Februar – 5. März in Planica, Eisschnelllauf vom 2. – 5. März in Heerenveen. Eishockey folgt erst im Mai.

In diesem Jahr ist der Schnee noch da und die deutschen Frauen und Männer sind überall auf der Medaillenjagd dabei, logischerweise mit unterschiedlichen Aussichten. Außer dem Rodeln gilt auch Bob als „deutsche Sportart“, kein anderes Land hat so viele Eisbahnen für das Training zur Verfügung. In Deutschland sind es vier (mit Königssee, das erst wieder erneuert werden muss), andere Nationen kommen im Höchstfall auf zwei. Eisbahnen können dem Klimawandel trotzen, der Schnee nicht. Er wird sich immer weiter in höhere Regionen zurückziehen und damit dem Sport vielfältige Probleme bereiten. Es geht ja nicht nur um die Wettkämpfe allein, um die Zuschauer und die Stimmung, sondern vor allem auch um das Training und die Nachwuchsarbeit. Welche Jugendlichen sollen den Weg zum Wintersport finden, wenn es keinen Winter mehr gibt? Da befindet sich sogar das Internationale Olympische Komitee im Dilemma, weil natürlich auch die Olympischen Winterspiele bedroht sind. Im Gespräch sind ständig rotierende Austragungsorte in schneesicheren Gebieten. Die Suche läuft, deshalb wurde die Bewerbung für künftige Spiele ausgesetzt, Mailand und Cortina d’Ampezzo sollen 2026 nicht die letzten Winterspiele sehen.

Aber es ist nicht nur der Klimawandel, manchmal machen sich die Wintersportverbände auch selbst das Leben schwer, wenn sie nicht genug auf die Natur Rücksicht nehmen und prestigeträchtige Veranstaltungen auf Gedeih und Verderb durchziehen wollen. Manchmal ist eine Sportart aber auch von den Funktionären selbst bedroht. Das geht der Nordische Kombination so, die von immer weniger Nationen betrieben werden, wo die Frauen mit ihren Wettkämpfen zu wenig anerkannt werden und das IOC sogar schon die Frage aufgeworfen hat, ob sie nicht überhaupt aus dem Olympia-Programm gestrichen werden soll. Es könnte allerdings auch heißen, macht noch ein bisschen weiter, lange gibt es den Wintersport sowieso nicht mehr…

Die Sorgen haben die Handballer natürlich nicht, auch für den Nachwuchs dürfte gesorgt sein, denn es ist eine alte Tatsache, dass die Jugend sich für erfolgreiche Sportarten interessiert. Deshalb hat die Pleite in Katar den Fußball auch doppelt geschmerzt. Auch wenn die Handballer ohne Medaille heimkommen, mit stolz geschwellter Brust allemal, nach dem Motto: „Wir haben den Fußballern gezeigt wie es geht!“ Und mehr Sympathien gewonnen!

Rückkehr der Fußball-Bundesliga mit Paukenschlägen

Zuletzt hatten sich auch die Fußball-Fans an der Rasanz und den vielen Toren bei der Handball-Weltmeisterschaft ergötzt. Das wollte sich die Fußball-Bundesliga offensichtlich nicht gefallen lassen und kehrte mit Paukenschlägen und vielen Toren auf die Sportbühne zurück. Sensationell fast das 4:3 von Dortmund gegen Augsburg, beeindruckend das 6:0 von Wolfsburg über Freiburg und das 7:1 von Köln gegen Bremen. Fast alle Spiele waren überaus attraktiv, ausgerechnet das Spitzenspiel Leipzig gegen die Bayern eher ein bisschen langweilig.

Aber es war wiederum wie so oft, die Münchner hatten zwar nicht gewonnen, aber dennoch ihren Vorsprung gegenüber der Konkurrenz ausgebaut. So wird man Meister. Die 26. Halbzeitmeisterschaft ist vorzeitig unter und Dach und Fach, gleichzeitig ein gutes Omen für die Bayern, ein schlechtes für die Verfolger. Nur dreimal ließen sich die Münchner noch abfangen, in 15 der letzten 16 Fälle wurden sie später Meister, nur 2011/12 machte ihnen Dortmund einen Strich durch die Rechnung. Der 33. Titel, der elfte in Folge, ist also ein Stück näher gerückt, obwohl die Nagelsmann-Teams meist eine schwächere Rückrunde spielen. So war der Titelverteidiger im Vorjahr hier nur Vierter, allerdings nur zwei Punkte schlechter als der Erste Leipzig. Damals betrug zur Halbzeit der Vorsprung neun Punkte vor Dortmund, das wird diesmal gegenüber dem Zweiten weniger sein. Zum Vorrundenabschluss kommt Köln, dass zuletzt in neun Duellen keinen Stich machen konnte!

Nicht zu vergessen, die Bayern sind vorzeitig Halbzeitmeister (Zweiter in der Halbzeittabelle Bremen mit 6 „Titeln“ vor Dortmund und Gladbach mit je 4), die Vorrunde geht aber erst am Dienstag/Mittwoch zu Ende. Ein Novum ist es, dass die Rückrunde mit dem Freitagspiel Leipzig – Stuttgart zwei Tage später beginnt. Am Samstag steht dann auch das nächste Schlagerspiel an, wenn der derzeitige Zweite Frankfurt in München gastiert, in der Hinrunde trumpften die Bayern mit 6:1 auf und schockten da die Konkurrenz. Frankfurt muss aber Platz zwei erst noch in Freiburg verteidigen, das nach dem Debakel in Wolfsburg Wiedergutmachung leisten will. Die Bundesliga bietet also einiges bei ihrer Rückkehr.

Überhaupt darf man gespannt sein, wie einige Vereine die Spiele vom Wochenende verkraften. Neben Freiburg erlitt Bremen ein Desaster, Wiedergutmachung ist gegen Union Berlin möglich und es folgt der Rückrundenstart gegen Wolfsburg, zwei Spitzenteams also. Wolfsburg ist nach Bayern die erfolgreichste Mannschaft der letzten Monate. Das wird am Dienstag auch die Hertha zu spüren bekommen, die ebenfalls einen Tiefschlag verdauen muss. Wenn das Duell in Bochum wirklich wegweisend im Abstiegskampf sein sollte, schaut es schlecht aus um die Berliner, während sich Bochum nach dem 3:1 von den Abstiegsrängen verabschiedete. Tiefer gesunken ist auch der FC Augsburg, das 3:4 in Dortmund sendet aber eher ein Zeichen der Hoffnung. Die Augsburger waren ja auf dem Transfermarkt am eifrigsten und Erfolge zeichnen sich ab, Joker-Tore sind der Beweis. Kopfschütteln dagegen in Dortmund, die Punkte blieben da, aber die Zweifel auch. Was war zum Beispiel mit der Abwehr, mit Schlotterbeck und Hummels, los? Bundestrainer Hansi Flick wird sich die Haare raufen, bei solchen Leistungen von zwei Kandidaten für die Nationalelf. Und ganz unten sitzt Schalke fest, in Frankfurt gab es zwar Lob trotz des 0:3, doch das hilft nicht weiter. Ganz im Gegenteil, ein neuer Negativrekord mit 36 Auswärtsniederlagen in Folge wird die Stimmung trüben.

Vor dem Comeback der Bundesliga stellte sich auch die Frage, wie die Nationalspieler das WM-Debakel von Katar verkraftet haben. Also in Bestform waren die Münchner zum Beispiel nicht, der Schwung fehlte ebenso wie die Genauigkeit. Aber die Bayern holen sich ihre Form am liebsten in Spielen und davon haben sie genug. Im Mittelpunkt steht ja immer noch die Torhüterfrage, die vorerst gelöst ist, endgültig aber erst im Sommer entschieden wird, mit Yann Sommer als der Neue für Neuer. Der Schweizer hat einen Vertrag bis 2025 unterschrieben, Manuel Neuer hat einen bis 2024 und im Sommer steht auch Alexander Nübel wieder auf der Matte, seine Leihe in Monaco endet. „Wir werden das regeln“, ist Sportdirektor Hasan Salihamidzic zuversichtlich. Die Frage aller Fragen: Wann ist Neuer nach seinem Skiunfall (Beinbruch) wirklich wieder fit und zudem in Bestform und lässt er sich auf Pausen ein? Gladbach setzt ja wieder auf einen Schweizer, Jonas Omlin hatte als Sommer-Nachfolger beim 2:3 gegen Leverkusen keine Premiere nach Maß.

Start der 2. Bundesliga

Im Sommer darf die 2. Bundesliga immer früher anfangen als das Oberhaus, um ein wenig in den Blickpunkt zu rücken. Im Winter geht es später los, die Rückrunde beginnt aber punktgenau mit der Bundesliga am Freitag. Zur Erinnerung, Darmstadt 98 führt mit 36 Punkten vor dem Hamburger SV (34) und FC Heidenheim (33), dann tut sich schon eine kleine Lücke zu Kaiserslautern (29), Hannover (28) und Paderborn (26) auf. Die Aufstiegsplätze sind keineswegs vergeben, vor allem der HSV sehnt sich nach Bundesliga. Die Vorzeichen sind günstig, die Verträge mit Sportdirektor Jonas Boldt und Trainer Tim Walter wurden verlängert und am Samstag wurde auch der Streit in der Führung beendet. Die Abwahlanträge gegen Präsident Marcell Jansen wurden bei der Hauptversammlung deutlich abgeschmettert. Jansen gestand Fehler ein, seine Rolle im Aufsichtsrat bleibt aber weiter umstritten.

Am Tabellenende geht es ebenfalls eng zu, die zweite Hälfte der Tabelle Zehnten, Greuther Fürth (20 Punkte) bis zum Schlusslicht Sandhausen (16) steckt im Abstiegskampf. Mit dabei Mannschaften wie der 1. FC Nürnberg, Karlsruher SC oder FC St. Pauli, die eher vom Aufstieg geträumt haben. Die tun sich mit der nicht erwarteten Situation natürlich besonders schwer.

Ein Blick noch über die Grenzen: Jürgen Klopp feierte im Match seines FC Liverpool gegen den Chelsea London (0:0) sein 1000. Spiel als Trainer! Seine Zeiten in Mainz und Dortmund bleiben unvergessen, seine Bilanz kann sich sehen lassen: 538 Siegen stehen nur 222 Niederlagen und 240 Unentschieden gegenüber. Es war ein Doppeljubiläum, nämlich das 50.000 Spiel in Englands höchster Spielklasse seit Beginn der Football League am 8. September 1888!

Handball vor Fußball

Deutschlands Handball-Nationalmannschaft hat bei der WM in Schweden und Polen ihr zweites Etappenziel erreicht und den Einzug ins Viertelfinale geschafft. Vor dem abschließenden Spiel gegen Norwegen ging es nur noch darum, wer gegen Frankreich bzw. Spanien spielt – für beide Nationen ein dicker Brocken als Gegner. Die Handballer sorgen in Deutschland für weit bessere Stimmung als die Fußballer und der Zuspruch bleibt ungebrochen. Wieder sahen über sechs Millionen Zuschauer das Duell mit den Niederlanden am TV, damit hat auch hier Handball den Fußball geschlagen. Den Bundesliga-Auftakt Leipzig – Bayern wollten am Freitag auf SAT1 nur 4,18 bzw. 4,88 Millionen (erste/zweite Halbzeit) sehen. Andererseits zeigt sich wieder einmal, dass bei den Privatsendern die Einschaltquoten wesentlich niedriger sind als bei ARD und ZDF. Selbst Biathlon kam am Sonntag im ZDF auf über fünf Millionen Zuschauer. Die Verantwortlichen der DFL sollten sich bei der Rechtevergabe auch an diesen Zahlen orientieren, wenn sie nicht wollen, dass die Fußball-Bundesliga an Aufmerksamkeit einbüßt.

Der DFB hat dagegen die Weichen gestellt, das Image seiner Auswahl zu verbessern. Mit dem bei den Fans beliebten Rudi Völler („Es gibt nur einen Rudi Völler“) als neuen Direktor Nationalmannschaft sollen seine Sympathien auf das Team abfärben. Wohlgemerkt, Völler ist kein Bierhoff-Nachfolger, er soll sich nur um die A-Nationalmannschaft und die U21 kümmern. Ein neuer Sportdirektor wird noch gesucht, im Gespräch sind derzeit vor allem die Weltmeister Sami Khedira, Per Mertesacker und Benedikt Höwedes, der bereits im Teammanagement der Nati tätig ist. Beim nächsten Taskforce-Treffen in ungefähr vier Wochen könnte es schon eine Entscheidung geben.

Wenn ein Fußball-Fan Handball schaut

Fußball-Fans, die ihren Lieblingssport fast ausschließlich vom Sofa aus im Fernsehen verfolgen, haben natürlich einen besonderen Blickwinkel auf das Geschehen. Und wenn sie sich derzeit auch ein bisschen für Handball interessieren, dann werden sie sich manchmal verwundert die Augen reiben. Ist da Fußball nicht langweilig dagegen? Und was ist mit den Spielern los? Die akzeptieren tatsächlich Schiedsrichter-Entscheidungen, bleiben nach einem Rempler nicht ewig liegen oder überschlagen sich nicht zehnmal, was auf dem harten Hallenboden allerdings zusätzlich schmerzhaft wäre.

Es ist gut, dass Handball anders ist als Fußball, aber es kommen dem Fan auf dem Sofa doch die Gedanken, warum der Fußball soviel mehr Anhänger hat. Ist Handball nicht rasanter? Ist Handball nicht sympathischer, weil die Geld-Orgien da noch nicht Einzug gehalten haben, weil der Sport einfach bodenständiger ist? Die Antwort ist einfach: Fußball ist weltweit ein Phänomen!

Handball tat den Schritt zur Attraktivität mit dem Wechsel vom Feld- zum Hallenhandball. Feldhandball wurde langweilig, die Spieler standen teilweise rum, die Abwehrspieler warteten auf den neuen Angriff, die Stürmer darauf, dass der Ball wieder in ihre Hälfte gespielt wurde. Hallenhandball gab es im Winter und heute gibt es nur ein Handball, das wird in der Halle gespielt und zwar ein ganzes Jahr lang. Der Terminkalender ist sogar so voll, dass Vereine, Trainer und Spieler über die zu große Belastung klagen. Aber das geht Fußball, Basketball und Eishockey nicht anders, die attraktiven Mannschaftssportarten verfahren nach dem Motto, mehr Spiele bringen auch mehr Geld. Die Sucht nach den Moneten gibt es nicht nur im Fußball.

Das Geld spielt auch eine Rolle, dass es im Handball in jedem Jahr ein großes Turnier gibt, Europa- und Weltmeisterschaften lösen sich ab. Heute WM in Schweden und Polen, nächsten Januar EM in Deutschland. Ein Turnus, auf den auch Fußball-Weltpräsident Gianni Infantino schielt, der bekanntlich geldgierig ist – für sich und den Verband. Laufend bringt er zusätzliche Wettbewerbe ins Gespräch oder will Turniere aufblähen. Neuste Idee, die WM nicht alle vier, sondern alle drei Jahre auszutragen. Der Anfang zum Handball-Rhythmus… Bisher gibt es im Fußball die großen Turniere alle zwei Jahre, was vernünftig ist und bleiben sollte. Für Infantino ist Vernunft ein Fremdwort.

Dabei wäre Vernunft auch auf dem Spielfeld ein Vorteil. Die Fußball-Profis sollten endlich Anstand lernen und die ständigen Diskussionen mit den Schiedsrichtern aufhören. Stichwort Rudelbildung. Die Ruhe nach Entscheidungen ist beim Handball wohltuend. Zur Vernunft gehört auch, dass die Fußball-Profis aufhören, mit Betrug einen Pfiff zu ihren Gunsten zu erzwingen. Schwalben sind Betrug, Verletzungen vorzutäuschen ebenso. Erst wälzen sie sich über den weichen Rasen, dann sprinten sie wieder pumperlgesund los.

Handball ist rasant oder kann rasant sein, wie das 34:33 von Deutschland gegen Serbien zeigte. Es wurde mit offenem Visier gekämpft und geschossen, 67 Tore in 60 Minuten! Allerdings zeigte sich hier auch, es reicht eigentlich, die letzten Minuten zu sehen, da fällt meist erst die Entscheidung. Fußball mag langweiliger und langsamer ausschauen, doch wann da die Entscheidung fällt, ist 90 Minuten lang offen. Ein Tor in der ersten Minute kann ebenso den Sieg bringen, wie die Nachspielzeit, in der manchmal in fünf Minuten zwei Tore fallen und alles auf den Kopf stellen. Fazit: Handball bietet Spannung am Schluss, Fußball bietet Spannung von Anfang an.

Fußball ist populär und deshalb sind die Spieler populär, so dass die Bundesliga eine Saison lang im Mittelpunkt der Sportfans steht. Die Handball-Stars sind nicht so bekannt, die Handball-Bundesliga hat deshalb einen eher begrenzten Fan-Kreis. Erst wenn die Nationalmannschaft im Fernsehen zu sehen ist, vereint sich Deutschlands Sportwelt hinter dem DHB-Team, und sei es auf dem Sofa. Über sechs Millionen TV-Zuschauer sind der Beweis, geht es um den Titel, sind zweistellige Zahlen die Regel. Sechs Millionen sehen allerdings auch Spiele der Fußball-Bundesliga im Free-TV und deshalb freuen sich die Fans, wenn es jetzt wieder losgeht. Zuvor schauen sie Handball.