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Tag: Champions League

Geld regiert die Welt – und macht den Sport kaputt

 

Die Meldung passte wie die Faust aufs Auge. Der deutsche Fußball-Nationalspieler Toni Kroos verlängerte seinen Vertrag bei Real Madrid bis 2022. Das Salär angeblich 120 Millionen, 20 Millionen pro Jahr (angeblich netto), das sind, so haben es findige Leute ausgerechnet, 2283 Euro pro Stunde. „Das ist unverschämt“, argumentiert der Mann von der Straße, „das ist kein Sportler wert“. Kroos stieg damit zwar zum bestverdienenden deutschen Fußballer auf, aber wir wissen, in Europa ist er damit keineswegs Spitze. Und die Profisportler in Nordamerika lachen teilweise über solche Summen.

Das Wettrüsten im europäischen Fußball, aber nicht nur da, ist im vollen Gang. Englands Fußball schüttet nach lukrativen TV-Verträgen das Geld bekanntlich mit vollen Händen aus und bringt damit die ganze Fußball-Welt durcheinander. Das Rad wird überdreht und es droht eine Gefahr: Geld regiert zwar die Welt, macht aber den Sport damit kaputt, weil sich der gemeine Fan mit den Vereinen und Stars bald nicht mehr identifizieren kann. Viele Vereine laufen Gefahr, dass sie die Verbindung zur Basis verlieren und bald im luftleeren Raum schweben. Verlieren die Fans die Lust, ist es auch mit der guten Stimmung in den Stadien vorbei und der Fußball verliert seinen größten Reiz, nämlich ein Ereignis zu sein. Vereine und Verbände (siehe Erweiterung der Teilnehmer bei Welt- und Europameisterschaften) haben nur noch eine Gewinnoptimierung im Blick, aber nicht mehr die Fans!

Ums Geld geht es aber auch in vielen anderen Sportarten. Nehmen wir Boxen, das man fast schon nicht mehr als Sport bezeichnen darf, es ist nur mehr ein schmutziges Geschäft. Beispiel ist die Posse um Schwergewichts-Champion Tyson Fury, der des Dopings angeklagt ist, aber angeblich unter Depressionen leidet und seine Titel abgegeben hat. Das Gerangel um die Nachfolge hat begonnen und es ist ein Kampf ums Geld. Wladimir Klitschko hat seine vier Titel von verschiedenen Verbänden an den Clown aus England verloren, nun bestimmt das Geld und nicht der Sport, wer jetzt um die Schwergewichtskrone kämpfen kann. Nicht die Besten werden kämpfen, sondern wer am meisten bietet, wird den Zuschlag erhalten. Geld regiert den Sport. Typisches Beispiel auch die Formel 1, wo es praktisch nur um das Geld geht und der Sport zur Nebensache wird. Für Firmen wie Mercedes, Red Bull, Ferrari und Renault ist die Formel 1 vor allem eine PR-Plattform.

Das Geld ist auch der Grund, warum sich der Basketball-Verband zum Gespött macht. Deutsche Basketballteams kämpfen gleich in vier Wettbewerben auf Europas Bühnen um die begehrten Pokale. Aus dem Dschungel von Euroleague, Europacup, Champions League und Fiba Europe Cup kennt sich keiner mehr aus. Hintergrund ist der Machtkampf zwischen dem Kontinentalverband Fiba Europe und der Euroleague, die zudem den Europacup organisiert. Beide Organisationen kämpfen um die besten Klubs in Europa, die sich quasi aussuchen können, wo sie mitspielen wollen. Der Machtkampf ist ein Kampf ums Geld und wird begleitet von Drohungen und Sanktionen und macht somit den Sport Basketball lächerlich. Der Beweis an diesem Beispiel: Geld regiert die Welt – und macht den Sport kaputt. Mal sehen, wie lange der Fußball noch im Geld schwimmen kann, ohne Schaden zu nehmen.

Dass es auch anders geht, zeigt das Golf. Auch dort schwimmen die Spitzenspieler im Geld, Die Profi-Turniere sind eine lukrative Einnahmequelle, der einst beste Spieler der Welt, Tiger Woods, war auch immer der bestverdienende Sportler der Welt, vor allem aber durch seine Werbeaktivitäten. Geht es allerdings um den prestigeträchtigsten Pokal, den Ryder Cup im Kontinentalvergleich zwischen den USA und Europa, dann spielt Geld keine Rolle. Die Spieler erhalten keinen Cent, es gibt keine Prämie. Es zählt allein der sportliche Vergleich – so geht es also auch.

Rotation im Spitzenfußball notwendig oder nicht?

 

Irgendein Trainer hat sie im Spitzenfußball einmal entdeckt: Die Rotation. Heute gilt sie oft als Weisheit letzter Schluss, um auf der einen Seite Stammspieler zu schonen, andererseits den Bankdrückern mal eine Chance zu geben, sich zu zeigen. Mal gelingt die Rotation, mal wird sie zum Schuss in den Ofen. Da stellt sich schon die Frage: Ist die Rotation notwendig oder nicht?

Nehmen wir das Beispiel Bayern München in der Bundesliga. Als der neue Trainer Pep Guardiola 2013 als Nachfolger von Jupp Heynckes begann, da sollte er erneut das Triple (Sieg Champions League, Meisterschaft, Pokal) nach München holen. Bekanntlich gelang ihm dies in seinen drei Jahren nicht. Der Spanier beklagte vor allem in den ersten Jahren besonderes Verletzungspech und die Bayern rüsteten entsprechend den Kader auf, nach dem Motto, Verletzungen hin oder her, wir haben immer erstklassige Leute auf dem Feld. Stimmt aber nicht, wie sich immer wieder zeigt. Die Bayern können Verletzungen zwar besser wegstecken als viele andere Vereine, aber ein Leistungsunterschied wird dennoch deutlich.

Das zeigte sich jetzt in der Bundesliga beim Punktverlust gegen Köln. Ancelotti verzichtete zu Beginn freiwillig oder nicht ganz unfreiwillig wegen leichter Blessuren auf Lahm, Boateng, Alaba, Müller, Vidal, Thiago und Ribery. Das Fehlen der sieben Stammkräfte machte sich nachteilig bemerkbar, der erste Punktverlust war das Resultat. Rafinha ist kein Lahm, Bernat ist kein Alaba, Sanches ist kein Vidal, Coman ist kein Ribery. Ein Boateng hinterlässt trotz der starken Hummels und Martinez schon als Typ eine Lücke. Allein Müller durch Robben und Thiago durch Kimmich konnten einigermaßen adäquat ersetzt werden. Vor allem der 21jährige Joshua Kimmich spielt sich in den Vordergrund, entwickelt sich sogar zum Torjäger. Also bald Rotations-Ersatz für Lewandowski? Die Rotation jedenfalls sorgte für einen Rückschlag für die Bayern.

Die Trainer der Spitzenklubs sagen gern, dass sie rotieren müssen, damit alle Spieler im Frühjahr, wenn es darauf ankommt, wirklich fit und nicht müde sind. Sie mögen recht haben, aber gilt dieser Blick schon im Oktober oder November? Gerade in der Bundesliga gibt es auch eine Winterpause für die Regeneration. Bankdrücker können dann eine Chance bekommen, wenn der Klub klar führt und Stammpersonal geschont werden kann. Dann können auch junge Spieler wie Renato Sanches herangeführt werden. Zunächst aber gilt es, die Weichen auf Sieg zu stellen. Sonst kann man im Frühjahr überhaupt nicht ernten, wenn im Herbst schon alles verdorrt, sprich verloren ist. Rotation mag ja gut sein, aber sie sollte mit Augenmaß und ohne Punktverlust praktiziert werden.

Was die Bayern angeht, so können die Münchner nach nicht so berauschenden Leistungen wie dem 0:1 bei Atletico Madrid und dem 1:1 gegen Köln, darauf hoffen, dass jetzt unter Carlo Ancelotti alles anders wird: Nicht die große Form im Herbst, wie meist unter Pep Guardiola, sondern die große Form im Frühjahr, wenn es darauf ankommt. So muss es fast sein, sollte sich der Traum vom Triple endlich erfüllen. Rotation hin oder her.

Start in der Champions League: Geld schlägt den Sport!

 

 

Sie ist das Aushängeschild des europäischen Fußballs – die Champions League. Die großen Vereine sehen den nationalen Meistertitel als Pflichtaufgabe an, der Titel in der Champions League (CL) ist die Kür und das besondere Renommee für den Briefkopf. Manchmal ist er auch Trost, wie zuletzt für Real Madrid, das national nichts ernten konnte. Nicht die Besten in Spanien, aber die Besten in Europa. Na, das ist doch was.

Der Sport spielt allerdings derzeit in Europas Fußball nur eine untergeordnete Rolle. Diskutiert wird über das Geld. Das Geld schlägt den Sport. In der Sommerpause beherrschten die schon teils wirklichkeitsfremden Ablösesummen für Spitzenspieler und solche, die es erst werden wollen, die Schlagzeilen. Auf Geldvermehrung achten auch die Vereine, die bei der UEFA eine Aufstockung der Ausschüttung durchsetzten. 2018 steigt die Ausschüttung in der CL von 1355,5 Millionen Euro auf 2016,6 und der Europa League (EL) von 410,7 auf 504,2, was prozentual weniger ist, heißt, die EL verliert weiter an Reputation. Dennoch: National gesehen drängen die Vereine auf Europas Bühne, weil sie fürchten, sonst noch mehr abgehängt zu werden. Der Trick: Weil in vielen Ländern dem Titelkampf oft die Spannung fehlt, wird die Tür zu Europa zum Spannungselement. Sie wollen nur eines: Geld.

Dazu kommt, dass wohl neben der Umverteilung der Gelder auch eine Umverteilung der Macht bevorsteht. Die Klubs in Europa gründeten am 15. August 2008 die Europäische Club Association (ECA), als Nachfolger der G14 (Gründungsmitglied Bayern München), ein Zusammenschluss von 14Spitzenvereinen, heute sind 220 Klubs aus 53 der 55 UEFA-Verbände dort Mitglied. Präsident der ECA ist Münchens Boss Karl-Heinz Rummenigge. Ziel: Mehr Macht, mehr Geld. Durchgesetzt haben die Vereine bereits, dass in der Champions League künftig die vier besten Nationen (derzeit Spanien, Deutschland, England, Italien) vier feste Vertreter abstellen können, durchsetzen wollen sie noch mehr Mitsprache im Verband, sprich Sitze in der UEFA-Exekutive. Die ECA wird auch der Schlüssel sein, ob die CL künftig sogar zweitklassig wird, dann nämlich, wenn eine Weltliga gegründet wird. Möglich ist dies, weil Milliardäre aus China, den USA und der arabischen Welt mit Geldscheinen wedeln. Geld schlägt den Sport. Keiner fragt danach, welche Belastungen die Spieler noch aushalten sollen bzw. welcher Wettbewerb gestrichen wird. Die nationale Meisterschaft vielleicht?

Die Spitzenklubs fordern ein Umdenken. Vor einiger Zeit wurde die CL auch für die kleineren Verbände mehr geöffnet, was allerdings dazu führte, dass die Gruppenphase ziemlich an Spannung und Attraktivität eingebüßt hat. Begegnungen wie Bayern München gegen FK Rostow soll es möglichst kaum geben. Rostow? Zweiter in der Meisterschaft Russlands und auch Bayern-Kapitän Philipp Lahm sagt: „Wir wissen nichts über den Gegner“. Nun, Trainer Carlo Ancelotti wird seine Spieler schon noch aufklären, aber das Ziel ist klar: Ein Auftaktsieg ist Pflicht, schließlich gilt es die Heimbilanz mit zwölf CL-Spielen ohne Niederlage fortzusetzen. Zum 20. Mal starten die Bayern in der CL-Gruppenphase und 15mal gingen sie als Sieger vom Platz.

Bayern München zählt natürlich wieder zu den Titelfavoriten und kämpft mit Vorjahresfinalist Atletico Madrid um Platz eins in der Gruppe (außerdem PSV Eindhoven). Die weiteren Favoriten sind die üblichen Verdächtigen wie Titelverteidiger Real Madrid und der FC Barcelona. Gespannt sein darf man allein, ob Englands Top-Klubs mit neuen Spielern und neuen Trainern wieder zu ernsthaften Konkurrenten werden. Pep Guardiola zeigt ja bereits mit Manchester City als Tabellenführer in England, dass ein neuer Wind weht. Da werden die anderen deutschen Klubs über kurz oder lang in die Zuschauerrolle gedrängt. Sei es Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen oder Borussia Mönchengladbach, das ausgerechnet bei ManCity mit Pep beginnen muss. Vielleicht tröstet sich ein Ausscheider später in der Europa League, dort darf man den Startern Mainz 05 und Schalke 04 nicht so viel zutrauen. Seit Jahren fehlen deutschen Klubs im Endkampf um den EL-Titel. Wäre doch auch mal wieder was. Oder heißt es: Hauptsache der Euro rollt?

Wer ist die Nummer 1 in Europas Fußball: Geld? Klasse? Stimmung?

 

Olympia geht am Sonntag zu Ende bzw. ist (wer später liest) zu Ende gegangen, also Bühne frei für Europas Fußball. Die Top-Ligen nehmen in diesen Tagen alle ihren Spielbetrieb auf, die Bundesliga ist mit Rücksicht auf das Olympia-Team (hört, hört!) am 26. August der Spätstarter. Vor jeder Saison stellt sich neu die Frage, welche Liga eigentlich die Nummer 1 in Europa ist. Dafür gibt es derzeit drei Antwortmöglichkeiten: Das Geld? Die Klasse? Oder gar die Stimmung?

Eigentlich könnte man sich die Antwort leicht machen, nämlich mit einem Blick auf die UEFA-Fünfjahreswertung, die aktuell so aussieht:1. Spanien 105,713 Punkte, 2. Deutschland 80,177, 3. England 76,284, 4. Italien 70,439, 5. Portugal 53,082, 6. Frankreich 52,749.

Doch die Punktzahlen und das Feeling sind zwei Paar Stiefel. Spanien ist unbestreitbar sportlich die Nummer 1. Die klare Führung in der Fünfjahreswertung ist das Resultat der großartigen Erfolge: In den letzten drei Jahren gewannen nur spanische Klubs die beiden europäischen Titel! Der FC Sevilla holte das Triple in der Europa League (EL), Real Madrid (2014 und 2016) und der FC Barcelona lösten sich in der Champions League (CL) ab. Nichtspanische Sieger waren also 2013 Chelsea London in der EL und der FC Bayern München in der CL. Spanien hat also die Klasse, doch hat die Primera Division auch die Reputation als Nummer ?

Nein! Im Gespräch war in diesem Sommer vor allem die Premier League in England. Dabei ging es vor allem um das Geld und die Auswirkungen auf den Fußball in Europa. Umgerechnet 2,3 Milliarden Euro kassieren die 20 Klubs allein durch die Inlandsvermarktung. Das ist mehr, als Italien (943 Millionen), Spanien (816) und Bundesliga (538) zusammen erlösen! Und das Geld wird mit vollen Händen ausgegeben, für Stars und für neue Trainer, die Ablösesummen steigen auf astronomische Zahlen. Den Vogel schoss bekanntlich Manchester United mit dem neuen Coach Jose Mourinho ab, das Paul Pogba für 105 Millionen Euro von Juventus Turin nach England holte. Nur deshalb konnte sich Juve als Ausgleich Torjäger Gonzalo Higuain für 90 Millionen vom SC Neapel leisten. Nicht allein die Spieler, sondern sogar eher noch die neuen Trainer sorgten aber für die Schlagzeilen. Pep Guardiola suchte nach Bayern München nun bei Manchester City eine neue Herausforderung und Chelsea schnappte sich Italiens Nationaltrainer Antonio Conte. Da bleibt kein Ruhm mehr für Leicesters sensationellen Meistermacher Claudio Ranieri und den „ewigen“ Arsene Wenger bei Arsenal London. Gefühlt also macht das Geld England zur Nummer 1. Gespannt sein darf man, wie sich die Aufrüstung sportlich dann tatsächlich auf Europas Bühne auswirkt.

In Spanien die Klasse und in England das Geld – was hat der Rest zu bieten? Italien und Frankreich sind ins Abseits geraten, gerade mal Juventus Turin und Paris St. Germain (nun ohne Ibrahimovic) können mithalten. Nicht ganz überraschend liegt sogar Portugal vor Frankreich, weil die Spitzenklubs aus Lissabon (Benfica und Sporting) und der FC Porto fast schon traditionell auf der Bühne Europas erfolgreich sind.

Aber an Deutschland kommen sie alle nicht vorbei. Was hat die Bundesliga zu bieten? Sie leidet ein bisschen unter der Dominanz von Bayern München, das unter Carlo Ancelotti jetzt nach einem neuen Rekord mit dem fünften Titel in Folge greift. Andererseits profitiert die Bundesliga von den Bayern, denn sie sorgten mit ihren Erfolgen hauptsächlich dafür, dass Deutschland im internationalen Vergleich so gut dasteht. Die Bayern schafften es auch, international umworbene Spieler zu verpflichten bzw. auch bei hohen Angeboten zu halten. Die Bundesliga hat zudem ein Pfund, mit dem sie wuchern kann: Die modernen Stadien und die gute Stimmung. „Hier macht es Spaß, Fußball zu spielen“, heißt es oft und manche Stars erkennen, dass ja auch in Deutschland genügend Geld verdient wird und zudem der Spaß vielleicht ein bisschen größer ist.

Dennoch herrscht eine gewisse Zukunftsangst in Deutschland. Real Madrid und der FC Barcelona werden mit ihren Geldgebern bei vernünftiger sportlicher Planung auch in der Zukunft England Paroli bieten können, vielleicht schafft das die nächsten Jahre auch Bayern München, aber der Rest der Bundesliga hat Angst vor dem Ausbluten, dem Weggang der besten Spieler. Spaß vor Geld wird nicht immer die Losung sein.

Demnächst hier beim Sport-Grantler die etwas andere Bilanz der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Was muss sich bei Olympia ändern?

Guardiola + Ancelotti: Auf den besten Trainer der Welt folgt der beste für die Bayern!

 

Was war das für eine Aufregung, als der FC Bayern München den Spanier Pep Guardiola als neuen Trainer präsentierte. Der angeblich beste Trainer der Welt hatte sich nach seiner von Erfolgen geprägten Zeit beim FC Barcelona für den deutschen Rekordmeister als neue Lebensstation entschieden. Drei Jahre in München, die allerdings zwiespältige Gefühle hinterlassen und sogar ein bisschen Vorfreude auf seinen Nachfolger möglich machen. Auf den besten Trainer der Welt folgt vielleicht der beste Trainer für die Bayern.

Pep Guardiola hat die Mannschaft des FC Bayern natürlich weiterentwickelt. Auch er hat sich gewandelt und sich seinen neuen Spielern angepasst. Er hatte in München keinen Messi mehr, dafür aber Flügelflitzer und Spieler mit anderen Stärken. Pep war bei den Bayern erfolgreich, wann kann schon mal ein Trainer behaupten, drei Jahre bei einem Verein gearbeitet zu haben und dreimal Meister geworden zu sein! Dazu kamen die Klub-WM 2013, der UEFA-Supercup 2013 und der DFB-Pokal 2014. Am 21. Mai könnte Pep mit einem Sieg über Borussia Dortmund mit einem weiteren Double aus Meisterschaft und Pokal seine Zeit in München abrunden – nicht krönen. Die Krönung fehlte. Das Triple, so wie Vorgänger Jupp Heynckes 2013, den Gewinn der Champions League schaffte Pep Guardiola nicht. Er blieb der Unvollendete, Carlo Ancelott soll jetzt der Vollender sein.

Viele Fans des FC Bayern wurden aus Pep Guardiola nicht klug. Sein Deutsch war anfangs beeindruckend, aber es verbesserte sich kaum. Er schwärmte in Superlativen (super, super, super), lobte Spieler „als den besten, mit dem ich bisher gearbeitet habe“ oder „er kann alles“, stellte sie dann aber nicht auf. Pep Guardiola schien in München nie so richtig heimisch zu werden, es war eine Geschäftsbeziehung. Die war getrübt durch seinen Streit mit der medizinischen Abteilung, einer rätselhaften Verletzungsserie und dem Manko, dass der Spanier seine Schützlingen im Frühjahr nicht auf den Punkt genau in Bestform bringen konnte.

Das in aller Welt anerkannte Auftreten im Halbfinale der Champions League beim 2:1 gegen Atletico Madrid war für Pep Guardiola trotz des Ausscheidens ein etwas versöhnlicher Abschluss, zumal er als der Trainer in die Geschichte eingehen wird, der mit den Bayern den Bundesligarekord von vier Titeln in Folge erreicht hatte. Aber ein Urteil wird immer bleiben: In der Champions League gescheitert, dreimal das Aus im Halbfinale gegen spanische Klubs. Einer erfolgreichen Ära fehlte eben das Sahnehäubchen. Mit Spannung darf man verfolgen, was Pep Guardiola bei seinem neuen Verein Manchester City und in der Premier League zustande bringt. Schafft er da die Krönung?

Der 56jährige Italiener Carlo Ancelotti hat es bei seinem Start in München leichter als sein Vorgänger, der mit der Last des Triples von Jupp Heynckes leben musste. Die Pflichtaufgabe besteht für jeden Trainer bei den Bayern darin, die Meisterschaft zu holen. Vier Titel sind ein Rekord, es wird schwer für Ancelotti Pep nachzueifern mit ebenfalls drei Meisterschaften in drei Jahren Vertragszeit. Aber vielleicht bleibt er ja länger. Der Italiener, der in seinem Sabbatjahr vor allem in Vancouver und New York lebte, lernte ebenfalls fleißig die deutsche Sprache („Ganz schön schwer“) und traf sich schon öfters mit den Münchner Bossen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Auch Carlo Ancelotti weiß, wie man Titel gewinnt und er tat dies mit verschiedenen Vereinen. Meister wurde er in Italien mit dem AC Mailand, in England mit Chelsea London und Frankreich mir Paris St. Germain. Klub-WM und UEFA-Supercup gewann er ebenfalls und die Champions League gleich dreimal, nämlich 2003 und 2007 mit dem AC Mailand und 2014 mit Real Madrid (Pep mit Barcelona 2009 und 2011). Ancelotti gilt als umgänglich, als einer, der auf die anderen zugeht und er erhält Lob von vielen ehemaligen Spielern: „Der beste Trainer, unter dem ich trainiert habe.“ Ein böses Wort war nicht zu hören, vor allem seine menschliche Seite wird gelobt. Deshalb jetzt auch die Vermutung, dass der beleidigte Bayern-Doktor Müller-Wohlfahrt wieder zur Mannschaft zurückkehren könnte.

Es könnte sich also etwas ändern bei Bayern München, nur eines soll sich nicht ändern, der Erfolg soll bleiben, getreu dem Motto wie auf dem Titel-Shirt 2016: 4ever Nummer One. Das soll möglichst bald nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa gelten. Ancelotti muss nicht der beste Trainer der Welt sein, er soll zeigen, dass er der beste Trainer für die Bayern ist.

Schauspieler auf der falschen Bühne

 

Wir kennen das aus dem Alltag, es gibt Berufe, die übt nicht nur der Fachmann aus, sondern viele fühlen sich zu artfremden Tätigkeiten berufen. Nehmen wir nur die Handwerker, die in manches Haus nicht hineinkommen, weil der Herr des Hauses zwar Buchhalter, aber eben auch ein genialer Heimwerker ist. Bleiben wir aber beim Sport. Nehmen wir den Bundestrainer, der zwar für die Nationalmannschaft zuständig ist, aber Millionen Heimtrainer wissen es besser. Nur einer macht Fehler, eben der Bundestrainer. Seit einiger Zeit haben auch die Fußballer selbst einen Zweitberuf entdeckt. Wer schlecht spielt, will wenigstens als Schauspieler glänzen.

Echte Schauspieler gehören auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Sie sorgen für vergnügliche Stunden im Theater, Film und Fernsehen. Fußballer können uns ebenfalls vergnügliche Stunden bereiten, doch manchmal sorgen sie leider auch für ein Missvergnügen, weil sie ein Schmierentheater abliefern. Ein aktuelles Beispiel lieferte der Brasilianer Marcelo von Real Madrid. Seine Mannschaft verlor in Wolfsburg in der Champions League mit 0:2, aber Marcelo wollte sich nebenbei für die Oscar-Verleihung empfehlen. Der Brasilianer suchte den unfairen Kontakt mit dem Wolfsburger Maximilian Arnold, ließ sich dann aber selbst theatralisch fallen. Marcelo beging eine Tätlichkeit, verführte durch sein Theater den schwachen Schiedsrichter Rocchi (Italien) dazu, dass er beiden Spielern Gelb zeigte, vollkommen unsinnig also. Der Fußballer Marcelo war schlecht, der Schauspieler Marcelo war gut. Ist er bei Real wirklich richtig aufgehoben?

Szenen wie diese erleben wir leider oft genug in allen Fußballstadien der Welt. Zu der Schauspielerei gehören auch die sogenannten Schwalben, die viele Spieler immer wieder zeigen, um Elfmeter oder Freistößen zu schinden. Schlimm, wenn Beobachter dies dann als „cleveres Verhalten“ adeln. Die Verbände FIFA und UEFA propagieren das Fair Play, aber sie sorgen nicht dafür, dass es auch eingehalten wird. Die Funktionäre halten sich nicht nur selbst nicht dran (siehe Korruption), sondern sie unternehmen auch viel zu wenig gegen die Schauspieler, die auf dem Spielfeld erwiesenermaßen auf der falschen Bühne stehen.

Der Sport-Grantler fordert die Regelhüter der FIFA auf, hier endlich zu handeln. Fußball muss wieder ehrlicher werden. Die modernen Techniken bieten die Möglichkeit, die schlimmsten Verfehlungen noch nachträglich zu ahnden. Im Fall Marcelo hieße das, dass er eben doch noch mit Rot bestraft wird und wegen Schauspielerei zudem eine höhere Strafe erhält. Im Fall der Schwalben-Könige hieße das, dass zwar die Entscheidung des Schiedsrichters (zum Beispiel Elfmeter) nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und der betrogene Verein womöglich verloren hat, aber der Spieler, der betrogen hat, wird nachträglich gesperrt mit einem „Schwalben-Bonus“ oben drauf. Nur mit solchen Mitteln können diese Schauspielereien eingedämmt werden und der Fußball wieder ein Stück ehrlicher werden. Dann hätten wir ein bisschen mehr Fair Play auf dem Rasen.

Champions League: Ist Zidane der Heilsbringer?

 

Da können sich die Fans anderer Sportarten noch so ärgern: Das Frühjahr gehört dem Fußball. Die Champions League (CL) und auch ein bisschen die Europa League (EL) bestimmen in großem Masse die Schlagzeilen der Gazetten. Viele sagen „endlich geht es los“. Ab Dienstag, 16. Februar, wird wieder gespielt, schön aufgeteilt in jeweils zwei Begegnungen pro Spieltag dehnt sich das Achtelfinale der CL wie Kaugummi. Erst am Mittwoch, 16. März, sind alle Teilnehmer für das Viertelfinale perfekt, ausgelost wird dann am 18. März. Und so beschäftigen uns jeden Monat die einzelnen Runden bis zu den Finals im Mai.

Schlagerspiele gibt es bereits im Achtelfinale. Die Augen sind natürlich auf die (bekannten) Favoriten gerichtet und außerdem wird auf eine Antwort von einigen Fragen gewartet: Besiegt der FC Barcelona den Fluch des CL-Siegers? Keiner konnte bisher seinen Titel erfolgreich verteidigen. Es sieht so aus, als ob es „Barca“ wirklich schaffen könnte. Was passiert bei Real Madrid? Dort ist nach der Ablösung von Trainer Rafa Benitez der einstige Weltstar Zinedine Zidane der große Hoffnungsträger. Ist er der Heilsbringer? Hat der Trainer-Neuling das richtige Händchen für die Ansammlung von Stars, die aber keine Mannschaft sind? Neid und Eifersüchteleien machen Erfolge schwerer, schützen aber vor Siegen nicht.

Der Rest der 16 Mannschaften reiht sich nicht in die erste Reihe der Favoriten ein. Aufgrund seines unbeschreiblichen Verletzungspechs auch der FC Bayern München nicht. Es wäre ein Wunder, würde eine Mannschaft ohne Abwehr den Titel gewinnen, auch wenn die Offensive über alle Zweifel erhaben ist. Die neueste Verletzung von Nationalspieler Holger Badstuber war ein Schock für die Münchner, die ja schon auf Jerome Boateng für den Rest der Saison verzichten müssen und sehnsüchtig auf die Rückkehr von Benatia und Martinez warten. Die Spiele gegen Juventus Turin kommen wohl zu früh, da steht die „Zwergen-Abwehr“ mit relativ kleinen Spielern vor einer großen Bewährungsprobe gegen die ausgefuchsten Italiener, die nach schwachem Saisonbeginn zu ihrer alten Stärke zurückgefunden haben. Sahen viele bei der Auslosung noch kleine Vorteile bei den Bayern, so hat inzwischen wohl Juve die besseren Karten in der Hand.

Juventus Turin gehört aber zu den Teams, die für eine Überraschung sorgen können. Die Italiener waren im letzten Jahr im Finale und ein Endspiel im eigenen Land (28. Mai Mailand) lockt zusätzlich. Auf einer Stufe dürfte aber auch Paris Saint-Germain stehen. Die Franzosen beherrschen die eigene Liga, sind mit 24 Punkten Abstand vorn, doch das könnte auch ein Nachteil sein. Die Mannschaft wird zuwenig gefordert. Doch die Mannen um Trainer Laurent Blanc und Schwedens Torjäger Zlatan Ibrahimovic wünschen sich nichts mehr, als einen Triumph auf Europas Bühne. Sie stehen aber gleich vor einer großen Bewährungsprobe gegen Chelsea London, unter dem neuen Trainer Guus Hiddink noch ungeschlagen! Aber auch Titelverteidiger Barcelona (gegen AS Rom) und Real Madrid (gegen Arsenal London) haben keine leichten Aufgaben. Die Favoriten sind gefordert, im Viertelfinale werden große Namen fehlen, dafür Außenseiter vertreten sein:

Die Paarungen: Paris – Chelsea, Benfica Lissabon – St. Petersburg, Gent – Wolfsburg, AS Rom – Real Madrid, Juventus Turin – Bayern, Arsenal – FC Barcelona, Eindhoven – Atletico Madrid, Kiew – Manchester City.

Glamour für die Europa League 

Die Mannschaften der Europa League bekommen weniger Geld und weniger Aufmerksamkeit. Aber von einem „Pokal der Verlierer“ hat sich die EL einigermaßen verabschiedet. Einige großen Namen bringen der EL ein großes Maß an Glamour und am Ende mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen attraktiven Sieger. Zuletzt triumphierte zweimal der FC Sevilla. Der EL-Sieger erhält seit Neuestem das Startrecht in der CL, aber die Spanier konnten dies nicht nutzen und kehrten als Dritter der Gruppe D (hinter Manchester City und Turin) in ihren „angestammten Wettbewerb“ zurück. Auf dem Weg ins Finale am 18. Mai in Basel sollten die Norweger von FK Molde den Titelverteidiger nicht aufhalten, aber ins Finale wollen auch andere Hochkaräter: FC Porto, AC Florenz, Tottenham Hotspurs, SSC Neapel, Manchester United oder der FC Liverpool.

Gleich vier deutsche Teams sind in der Zwischenrunde vertreten, so dass die Europa League fast zu einer deutschen Liga wird. Gerade Borussia Dortmund träumt von einem EL-Coup, aber Boss Watzke beteuert immer wieder, dass vor allem die Qualifikation für die Champions League entscheidet sei. Nun, die Dortmunder haben in der Bundesliga zwar acht Punkte Rückstand auf Tabellenführer München, aber auch 13 Punkte Vorsprung auf den Dritten Bayer Leverkusen und dürfen sich im Moment als „Bester Zweiter aller Zeiten“ der Bundesliga bezeichnen. Dortmund hat sicherlich die Qualität um die EL zu gewinnen, mit dem FC Porto aber gleich einen schweren Gegner. Dass so ein Titel sich gut auf dem Briefkopf macht, ist auch die Meinung bei Bayer Leverkusen (gegen Sporting Lissabon) und Schalke 04 (gegen Schachtor Donezk). Doch beide gehören eher zu den Außenseitern. Überraschungsgast in der Zwischenrunde ist der FC Augsburg. Spieler und vor allem Fans wollen beim Aufeinandertreffen mit dem FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp nur eins: Genießen.

Auffallend: Seit Einführung der Europa League in der Saison 2009/2010 gab es keinen deutschen Sieger (2x Atletico Madrid und FC Sevilla, FC Porto, FC Chelsea London). Schalke 04 gewann 1997 als letzter deutscher Verein den damaligen UEFA-Cup.

Ob Champions League und Europa League für die Fußball-Fans zu einem Genuss werden, wird sich zeigen. Spannung ist aber auf jeden Fall garantiert. Große Namen garantieren ja auch große Tragödien.

Europas Fußball ist für das neue Jahr gerüstet

 

Das ist schon ein Ausnahmefall, aber alle zwei Jahre sind Auslosungen interessanter als das Sport-Geschehen auf dem grünen Rasen, dann nämlich, wenn die Auslosungen für die Fußball-Weltmeisterschaft oder in diesem Jahr für die Europameisterschaft anstehen. Dazu zeitlich eng die Auslosungen für Champions League und Europa League. Was den Sport angeht, kann man sagen, dass Europas Fußball für das neue Jahr, also 2016, gerüstet ist. Was die Sport-Politik angeht, da wird es noch einige Turbulenzen geben.

Es war schon seltsam, dass bei der Auslosung zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich ausgerechnet der französische UEFA-Präsident Michel Platini fehlte, fehlen musste, weil suspendiert. Allein das zeigt das Dilemma, in dem sich der Verband befindet. Konkrete Auswirkungen auf den Sport hat dieses Fehlen natürlich nicht, die Organisation läuft wie gewohnt weiter, aber die heile Welt des Fußballs hat Risse bekommen. Wir wissen, nicht nur in Europa.

Der Sport steht aber im Vordergrund. Vor allem mit dem Blick auf 2016, wenn die Sportfans sich wieder auf Höhepunkte freuen dürfen, auf die Europameisterschaft (10. Juni bis 10. Juli) und die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro (5. – 21. August). Die Auslosung hat für die EM Klarheit gebracht, jeder weiß jetzt gegen wen er spielt und vor allem auch wo. Bei allen Nationen tagen jetzt die Organisationsteams, um die Vorbereitung und das Turnier selbst zu planen.

Die Auslosung hat aber auch deutlich gemacht, dass die EM-Endrunde durch die Erweiterung auf 24 Nationen an sportlicher Bedeutung verloren hat. Nichts gegen die Neulinge Nordirland und Albanien oder die anderen Nationen aus Topf 4, aber die Schlagerspiele in der Gruppenphase sind an einer Hand abzuzählen. So richtig los geht es erst mit dem Achtelfinale, wenn die K.o.-Spiele beginnen. Aber die Funktionäre huldigen ja dem Motto „größer, länger, ertragreicher“. Ob die Rechnung aufgeht?

Was die sportliche Einschätzung betrifft, so hat die Auslosung natürlich nichts geändert. Weltmeister Deutschland sieht sich als logischer Mitfavorit, diese Rolle nimmt auch Titelverteidiger Spanien ein. Dahinter beginnen bereits die Fragezeichen. Wie stark wird Gastgeber Frankreich sein? Können die Newcomer aus Belgien, derzeit sogar die Nummer 1 der Weltrangliste, auch in einem Turnier bestehen? Zeigen England oder Italien wieder einmal alte Stärke? Wer wird die Rolle der Überraschungsmannschaft spielen? Russland vielleicht oder Österreich? Immerhin: Erste Erkenntnisse könnte es schon in den Gruppenspielen geben.

Wenn die Europameisterschaft am 10. Juni beginnt, sind die Entscheidungen im europäischen Fußball natürlich gefallen. Die Finals der Europa League und der Champions League finden am 18. Mai in Basel bzw. am 28. Mai in Mailand statt. Die Auslosungen in Nyon in der Schweiz sorgten für einige Schlagerspiele, in beiden Wettbewerben kommt es ab Februar zu brisanten Begegnungen, Fußball-Herz, was willst Du mehr. In der Europa League (EL) wird zwar nicht so gut kassiert wie in der Champions League (CL), aber in diesem Jahr tummeln sich einige bekannte Vereine im „Cup der Verlierer“, wie ihn „Kaiser“ Franz Beckenbauer einmal abschätzig genannt hat. Titelverteidiger FC Sevilla, Manchester United, FC Liverpool, Borussia Dortmund, FC Porto, Lazio Rom, SSC Neapel und Olympique Marseille sorgen zum Beispiel für einigen Glanz. Auch die EL ist für die Klubs und Fans eine schöne Herausforderung. Freilich, die finanziellen Unterschiede sind beachtlich: 1,257 Milliarden Euro liegen im Topf der Champions, nur 381 Millionen Euro werden an die Klubs der EL ausgeschüttet.

Natürlich, vor allem in der Champions League tummelt sich die europäischen Top-Klubs, die Favoriten haben sich in der Vorrunde kaum Blößen gegeben. Die Schlagerspiele im Achtelfinale heißen Juventus Turin – Bayern München, Paris St. Germain – FC Chelsea London, AS Rom – Real Madrid und Arsenal London – FC Barcelona. In diesen vier Paarungen dürfte sich der spätere Sieger befinden, allein Atletico Madrid (gegen PSV Eindhoven) und Manchester City (gegen Dynamo Kiew) gehören noch zum erweiterten Kreis der Endspielkandidaten. Für die Fußball-Fans wird die Zeit von Februar bis Mai spannender sein als die EM, zumal auch die Meister in Europas Ligen gekürt werden. Das Frühjahr ist die hohe Zeit des Fußballs!

Der Traum von der Weltliga

Träumen ist bekanntlich erlaubt und tut niemandem weh, der Träumer selbst kommt manchmal in gute Stimmung. Schlecht ist nur, wenn er Träume als Realität ansieht. Gut ist, wenn man versucht Träume Realität werden zu lassen. So wird auch im Sport, vor allem von Sportfunktionären, oft geträumt. Sie träumen von einer besseren Vermarktung ihrer Sportart, von mehr Bedeutung, Zuspruch und mehr Geld. In fast jeder Sportart wird nach Wegen gesucht, mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. In Mannschaftsportarten gibt es deshalb immer wieder den Traum von der Weltliga. Realität wurde er noch nicht.

Jetzt ist es im Handball wieder einmal so weit. Wie die Fachzeitung Sport-Bild enthüllte, gibt es diese Gedanken bei Trainern und Funktionären im deutschen Handball. Vereine in Kroatien, Ungarn, Polen und Frankreich stehen diesen Plänen angeblich offen gegenüber, das „Forum Club Handball“, ein Zusammenschluss wichtiger Handballvereine in Europa, denkt wohl schon länger über eine Weltliga nach und will bald beim europäischen Verband und beim Weltverband vorstellig werden. Es geht aber nicht nur um eine Europaliga, sondern um eine Weltliga, denn die Fühler wurden bereits zum Scheichtum Katar ausgestreckt, von dort soll das notwendige Geld kommen. Handball gilt in Katar als beliebte Sportart.

Die Handballer stehen mit solchen Plänen nicht allein da. Im Basketball und Volleyball wurde schon darüber geredet, im Eishockey gab es Gedanken, die Profi-Liga NHL mit den Spitzenklubs in Europa zu verzahnen. Aber gerade im Eishockey fristet selbst der europäische Wettbewerb ein Schattendasein. Auch im Fußball wurde bereits geredet, wurden Pläne geschmiedet, allerdings beschränken sich die Ideen auf Europa, schließlich wäre die Einbindung von Brasilien und Argentinien zum Beispiel mit großen Reisestrapazen verbunden.

Die Frage ist immer, gibt es eine Welt- oder Europaliga, was wird dann mit den nationalen Meisterschaften oder auch mit den europaweiten Wettbewerben wie der Champions League, die nicht nur im Fußball funktioniert, sondern auch im Handball und Basketball. Gerade im Fußball wird groß kassiert, insgesamt 1,64 Millionen Euro schüttet die UEFA in dieser Saison für Champions- und Europa League aus. Das Geld muss auch in einer Europaliga erst mal reinkommen. 12 Millionen Euro als Startgeld sind schon happig. Als zusätzlicher Wettbewerb für die Spitzenklubs ist sie kaum einführbar, weil einfach die Termine fehlen.

Sicherlich wäre es reizvoll, eine Europaliga zu sehen, in der es nur Schlagerspiele gibt. Den FC Barcelona, Real Madrid, Atletico Madrid, Bayern München, Chelsea London, Manchester City, Manchester United, Arsenal London, Paris St. Germain, FC Porto, Juventus Turin, AS Rom, Zenit St. Petersburg oder Galatasaray Istanbul zum Beispiel in ständigen Duellen zu erleben, würde bedeuten, dass jeder Spieltag zu einem Höhepunkt wird. In der Champions League haben wir das frühestens mit dem Viertelfinale.

Aber es gibt auch Nachteile. Wie gesagt, was wird mit den nationalen Meisterschaften? Gibt es auch einen Abstieg? Kann man die nicht so attraktiven Klubs der kleineren Verbände außen vor lassen? Und wie soll eine Europaliga terminlich gestaltet werden, wenn die Champions League nicht geopfert werden soll? Außerdem gäbe es dann zwei europäische Sieger!

So wird also immer wieder von einer Welt- oder Europaliga geträumt, die Euro-Noten tauchen in den Augen der Funktionäre auf, aber eigentlich ist der internationale Spielverkehr nicht nur im Fußball, sondern auch im Handball und Basketball an den Belastungsgrenzen der Aktiven angelangt. Schließlich müssen auch die Nationalmannschaften berücksichtigt werden und die sind im Bewusstsein der Öffentlichkeit immer noch das größte Aushängeschild.

Deshalb liebe Sportfunktionäre: Träumt mal schön!

Bayern München ist die Nummer 1!

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Gruppenspiele in der Fußball-Champions-League laufen, doch alle haben schon das Finale am 28. Mai 2016 in Mailand im Auge. Wer wird da im Endspiel stehen? Die Protagonisten kennen wir: Titelverteidiger FC Barcelona, der spanische Kontrahent Real Madrid sowie der FC Bayern München werden als die großen Favoriten gehandelt, dazu der letzte Final-Teilnehmer Juventus Turin, Frankreichs Meister Paris St. Germain und gleich drei oder vier englische Klubs. Seltsam aber: So richtig in Form ist jetzt im Herbst nur Bayern München. Aktuell sind die Bayern klar die Nummer 1!

Es ist wirklich erstaunlich, wie manche Klubs schwächeln. Der FC Barcelona hat in der Primera Division schon zwei Niederlagen hinnehmen müssen, Real Madrid kassierte bereits das dritte Unentschieden, die beiden Top-Klubs hecheln der Konkurrenz hinterher, Villarreal führt vor Celta Vigo. Von wegen, dass die Meisterschaft in Spanien nur eine Angelegenheit zwischen zwei Klubs ist. Ähnlich in England, wo Titelverteidiger Chelsea London nicht in die Gänge kommt und nach acht Spielen erst acht Punkte geholt hat. Trainer José Mourinho hat zwar nicht an Selbstbewusstsein verloren („Einen besseren Trainer bekommen sie nicht“), aber ratlos ist er trotzdem. Vorne tummeln sich mit Manchester City, Arsenal London und Manchester United zwar drei Favoriten, aber sie haben sich alle international in der Champions League bereits blamiert. Ähnlich sieht es in Italien aus, Titelverteidiger Juventus Turin ist wie Chelsea in England nur 16. und schaut sich den Titelkampf derzeit nur mit dem Fernglas an. Nur Paris marschiert in Frankreich vorne weg, zeigt aber keineswegs große Form.

Barcelona hat es doppelt schwer

Was ist also los? Gut, bei Barcelona ist Superstar Lionel Messi verletzt, Barca wurde quasi das Herz gestohlen. Aber das zeigt auch die Unwägbarkeiten im Sport, wenn es wirklich um die Entscheidung geht: Da spielen Verletzungen eine große Rolle, da darf das Glück nicht fehlen, da muss im entscheidenden Moment alles passen. Barcelona muss noch gegen den Fluch des Siegers ankämpfen: Noch nie wurde in der Champions League der Titel erfolgreich verteidigt!

Das spricht wiederum für den FC Bayern München. Der Deutsche Meister hat aus der Vergangenheit gelernt und seinen Kader noch breiter aufgestellt. Verletzungen sollen die Mannschaft nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Das zeigt sich derzeit deutlich: Einst waren die Flügelflitzer Arjen Robben und Franck Ribery unentbehrlich, jetzt wird ihr Fehlen gar nicht bemerkt, Douglas Costa und Kingsley Cowman flitzen auf den Flügeln, dass es eine Freude ist – nur für die Gegner nicht. Die Bayern sind in der Champions League noch ohne Gegentor und siegten in der Bundesliga in den ersten acht Spielen im Schnitt mit 3:5:0,5 Toren. Noch Fragen?

In München bleiben sie allerdings auf dem Teppich. Gut so, denn im Frühjahr kann es eben ganz anders ausschauen. Zuletzt hatte das Timing nicht gestimmt, im Herbst wurde gewonnen, im Frühling die Pokale verspielt. Das soll diesmal anders sein, Torjäger Thomas Müller macht seinen Mitspielern Beine: „Wir dürfen nicht nachlassen, wir müssen jedes Spiel gewinnen.“ Na ja, zumindest den entsprechenden Ehrgeiz entwickeln und Einsatz zeigen, um wirklich zu gewinnen. Eine Saison ohne Niederlage wird kaum möglich sein. Aber eins zeigt sich: Die Bayern haben keine Überfigur wie Messi in Barcelona oder Cristiano Ronaldo bei Madrid. Sie könnten höchstens Probleme bekommen, wenn der beste Torhüter der Welt ausfällt. Einzig für Manuel Neuer gibt es keinen adäquaten Ersatz.

Aber noch ist ja Herbst. Schon heute allerdings wird die Spannung zusätzlich angeheizt. Bleibt Bayern auf der Siegesstraße, kommt die Konkurrenz endlich in Form? International bekommt die Saison einen zusätzlichen Reiz!

Bayern kassierte bereits 533,3 Millionen

Übrigens: Bayern München ist derzeit nicht nur sportlich die Nummer 1, sondern in der Champions League auch der Krösus. Das hat zumindest die Fachzeitung kicker ausgerechnet. Seit Einführung der Champions League gingen 10 Milliarden Euro aus der Vermarktung an 129 Klubs. 30 Vereine haben mehr als 100 Millionen Euro kassiert! Bayern München bekam am meisten, wobei hier auch die dominierende Rolle in Deutschland pures Geld wert ist. 533,3 Millionen Euro waren es für die Münchner, Manchester United ist mit 516,4 Millionen die Nummer 2, Real Madrid kassierte 507,3 und Barcelona 502,9 Millionen. Borussia Dortmund ist als Elfter der Geldliste die Nummer 2 in Deutschland und erhielt bisher 229,4 Millionen Euro, Schalke (17.) 172,3 und Leverkusen (19.) 163,9 Millionen. In der Champions League gibt es also offensichtlich wirklich die Lizenz zum Gelddrucken!