Ist der Spitzensport nur noch Betrug?

von knospepeter

 

Sport macht Spaß. Dann, wenn wir morgens das Haus oder die Wohnung verlassen und ein bisschen Joggen gehen können. Das macht munter für den Tag und den Kopf frei. Der Freizeit- und Gesundheitssport macht Spaß und hat positive Auswirkungen auf den Menschen selbst. Sport macht auch Spaß für die Fans, die ihre Mannschaft unterstützen, die mitzittern und mitjubeln, egal beim Profi- oder Amateursport. Was den Spitzensport angeht, da sollten sie allerdings die Hintergründe ausblenden und sich lieber keine Gedanken über den Sport machen.

Sport macht keinen Spaß, wenn es sich um den Spitzensport handelt und wir uns nicht vom reinen sportlichen Geschehen mitreißen lassen, sondern hinter die Kulissen schauen. Da müssen wir uns die Frage stellen: Ist der Spitzensport nur noch Betrug? Gerade die Ereignisse der letzten Wochen, u. a. im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro werfen diese Fragen auf, sie sind aktuell und alt zugleich. Alt ist nämlich die Dopingsucht im Sport, die jetzt nur wieder neu aufgetischt wird und mit neuen Untersuchungsmethoden und mit neuen Ermittlungen wurde ein besonders großer Dopingsumpf aufgedeckt. Staatsdoping ist sicherlich nichts Neues, das vermuteten viele schon früher zu Zeiten des großen Sozialismus, als der Sport als ein beliebtes Vehikel missbraucht wurde, um zu zeigen, wie großartig der Sozialismus ist. Erstaunlich, dass jetzt das Staatsdoping in Russland aufgedeckt werden konnte. Leider steht Russland keinesfalls alleine da, in vielen Fällen fehlen halt die Beweise.

Aber Doping ist es nicht allein, in den letzten Monaten hat uns die Korruption in den Fußball-Verbänden rund um Joseph Blatter und Michel Platini ebenso geärgert, wie zuvor schon viele Veröffentlichungen über Wettbetrug und Manipulationen. Ist es womöglich so, dass man im Profisport den ehrlichen Sport mit der Lupe suchen muss?

Die Leidtragenden sind die ehrlichen Sportler, die zahlreiche, manchmal entwürdigende Dopingkontrollen über sich ergehen lassen müssen und dennoch am Ende vielleicht um ihren Sieg betrogen werden. Leidtragende sind wir Fans und Zuschauer, wenn wir Siegern zujubeln, die den Erfolg eigentlich nicht verdient gehabt hätten. Leidtragende sind aber auch Sieger, deren große Leistung in Zweifel gezogen wird. Das aktuelle Beispiel ist derzeit wieder einmal die Tour de France. Der Brite Christopher Froome fährt allen davon, allein das ist verdächtig und nährt die Zweifel. „Ohne Doping geht das nicht“, sagen Experten und Laien gleichermaßen zur die Hetzjagd über die Berge.

Sport macht Geld, heißt, im Profisport kann man viel verdienen (muss aber nicht, in vielen Sportarten leben die Aktiven nur von Zuschüssen und Spenden), im Profisport wird viel Geld umgesetzt. Dort, wo der Sport für Popularität sorgt, fließen auch die Gelder und dort, wo das Geld fließt, ist der Betrug nah. Ein Teufelskreis, den ausblenden muss, wer den Sport genießen will. In diesem Sinne: Spaß beim Sport!

Hoffen wir, dass bald die Olympischen Spiele in Brasilien Spaß machen mit den richtigen, sauberen Siegern. Die nächsten Kolumnen werden sich mit Olympia beschäftigen. Nach dem Motto: Der Sport-Grantler macht Spaß (und ist frei vom Betrug)!

Advertisements