Olympia: Russland ganz ausschließen!

von knospepeter

 

 Die Fußball-Europameisterschaft bewegt hierzulande die Gemüter, aber auch die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro bringen sich ins Gespräch – und das gleich mehrfach. Im Mittelpunkt natürlich der Dopingskandal in Russland und die Suspendierung der russischen Leichtathleten. Das systematische Doping wurde (endlich) bestraft und die Sperre für den Leichtathletik-Verband Russlands verlängert. Das IOC hat schon verlauten lassen, dass Russlands Leichtathleten in Rio nicht starten dürfen (die endgültige Entscheidung fällt noch), doch es könnte auch Ausnahmen für saubere Athleten geben (gibt es die in Russland noch?). Dabei wäre eine noch härtere Strafe eher sinnvoller: Der totale Ausschluss Russlands für die Olympische Spiele in Brasilien!

Eines ist leider Tatsache: Der Dopingsumpf im Sport ist unüberschaubar und auf Dauer wohl kaum trockenzulegen. Nicht überall wird allerdings das Doping von Staatswegen verordnet und entsprechend verschleiert, wie es wohl in Russland der Fall war. Allein eine Zahl reicht für einen kompletten Ausschluss Russlands aus: 735 Dopingkontrollen konnten nicht durchgeführt werden, die Kontrolleure wurden massiv behindert und teilweise eingeschüchtert. Da reicht die Strafe für die Leichtathleten nicht!

Leider ist es so, dass der Kampf gegen das Doping vor allem von Journalisten und nur von wenigen Funktionären geführt wird. Selbst die Dopingagentur WADA gerät immer wieder ins Zwielicht. Informationen werden weitergegeben, Dopingkontrollen angekündigt. So erwischt man Sünder nicht. Innerhalb der Verbände wäscht oft eine Hand die andere, am Ende ist der saubere Sportler der Dumme. Deutschlands Athletinnen und Athleten müssen drei Monate im Voraus darlegen, wann sie wo sind, damit sie jederzeit für Dopingkontrolleure erreichbar sind, manchmal zu nachtschlafender Zeit. Nicht selten werden Trainingsabläufe gestört. Der Kontrast dazu: Doping über den Staat. Russland will in allen Bereichen gut dastehen und der Welt zeigen „wir sind die Nummer 1“, so der Wunsch von Präsident Putin. Bei Olympia in Sotschi ist ihm das gelungen, Russland war die Nummer 1 im Medaillenspiegel – und im Doping. In Brasilien wird Russland nicht die Nummer 1 sein, aber wer legt die Hand ins Feuer für andere russischen Sportler, die im Vorfeld von Olympia eben nicht kontrolliert werden konnten. Da bleibt nur der Ausschluss!

Im Übrigen müssen wir froh sein, wenn Olympia in Rio reibungslos über die Bühne geht. Wie gesagt, Olympia bringt sich ins Gespräch, leider nur mit negativen Schlagzeilen. Jetzt erschüttert auch die Meldung, dass die Provinz Rio de Janeiro pleite ist und Geld von der Regierung benötigt. Die Brasilianer leiden wie die Franzosen, bei denen bei der Europameisterschaft auch kein Jubel aufkommen will. Die Probleme im Land sind einfach zu groß, um sich an sportlichen Großereignissen zu erfreuen. Ganz im Gegenteil, sie werden als Last empfunden. Das haben sich UEFA und IOC eigentlich ganz anders vorgestellt. Wir müssen uns fragen, ob solche Mammutveranstaltungen überhaupt noch zeitgemäß sind. Und wenn, dann wollen wir zumindest sauberen Sport.

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