Welches WM-Aufgebot hätten’s denn gern?

von knospepeter

Die nationalen Fußball-Ligen beenden in diesen Tagen ihre Meisterschaften, das bedeutet, nach der Punktrunde ist vor der Weltmeisterschaft. Die WM 2018 in Russland (14. Juni bis 15. Juli) beschäftigt natürlich seit geraumer Zeit die Öffentlichkeit, die Medien und die Fans. Doch jetzt wird es langsam ernst, denn am 15. Mai müssen die erweiterten WM-Kader gemeldet werden. Höchstens 35 Spieler dürfen auf dieser Liste stehen, Bundestrainer Joachim Löw hat diese Zahl nur selten ganz genutzt.

Jetzt steigt die Spannung und es ist die Zeit der millionenfachen Bundestrainer, die ihren eigenen WM-Kader zusammenstellen und die am Ende wissen wollen, ob sie einen Volltreffer gelandet haben. Das Motto: Welches WM-Aufgebot hätten’s denn gern?

Es gibt auch für Bundestrainer Jogi Löw noch einige Fragezeichen, das dickste steht hinter dem seit September verletzten Kapitän Manuel Neuer, der nach wie vor sein Comeback verschieben muss und vor der WM kaum noch Spielpraxis sammeln kann. Geht der Bundestrainer das Risiko ein, dem Wackelkandidaten einen Platz frei zu halten? Der Welttorhüter gilt auch abseits des Spielfelds als wichtige Figur im Team, doch das allein kann natürlich eine Nominierung nicht rechtfertigen. Aber auch Jerome Boateng und Emre Can sind angeschlagene Wackelkandidaten, nachdem Lars Stindl und Serge Gnabry wegen Verletzungen schon absagen mussten.

Der endgültige WM-Kader muss am Montag, 4. Juni, benannt werden. Davor gibt es das Trainingslager in Eppan in Südtirol vom 23. Mai bis 7. Juni und das Testspiel gegen Österreich am Samstag, 2. Juni (18 Uhr) in Klagenfurt. Da geht es also um die endgültigen Plätze, als sicher gilt nämlich, dass Löw nicht nur 23 Spieler, sondern eher 26 mit ins Trainingslager nehmen wird.

Eigentlich spricht der Bundestrainer davon, dass er jede Position doppelt besetzt haben will, doch das geht nicht eins zu eins auf, wenn er auch drei Torhüter und 20 Feldspieler nominieren darf. Gerade im Mittelfeld ist aber das Angebot größer. Andererseits fehlt Löw auch ein zweiter rechter Außenverteidiger hinter Joshua Kimmich und es ist fraglich, ob Marvin Plattenhardt das WM-Ticket als Backup zu Jonas Hector auf der linken Seite ergattern kann. Gefragt sind deshalb Spieler, die für mehrere Positionen in Frage kommen, Allrounder also, wie es Matthias Ginter einer ist, der nicht nur Innenverteidiger spielen kann, sondern auch Außenverteidiger oder als defensiver Mittelfeldmann agieren kann. Ähnliches gilt für Sebastian Rudy, auch Niklas Süle zeigte sich schon in dieser Rolle. Solche Fähigkeiten könnten also das WM-Ticket bedeuten. Die Frage ist auch, ob Löw gleich zwei klassische Mittelstürmer nominieren wird oder ob er sich zwischen Platzhalter Mario Gomez und Herausforderer Sandro Wagner entscheidet. Das könnte eine typische Bauchentscheidung werden. Der schnelle Timo Werner hat seinen Platz wohl sicher.

Aber es gibt natürlich viele Fragezeichen, nicht nur durch die Verletzungen. Was wird zum Beispiel mit Mario Götze? Der Siegtorschütze von 2014 schlitterte in eine gesundheitliche und spielerische Krise, befindet sich aber auf dem Weg nach oben. Wer sind die besten Flügelflitzer? Thomas Müller findet seinen Platz wohl auf der rechten Seite, obwohl er ja lieber weiter in der Mitte für Unruhe sorgt. Das erweiterte Aufgebot wird also Hinweise geben, aber noch keine endgültige Antwort.

Auch der Sport-Grantler spielt Bundestrainer, so könnte das WM-Aufgebot aussehen:

Torhüter (3+2): Manuel Neuer, Marc-Andre ter Stegen, Bernd Leno (dazu im erweiterten Aufgebot Sven Ulreich, Kevin Trapp). Abwehr (7+2): Mats Hummels, Jerome Boateng, Niklas Süle, Antonio Rüdiger, Joshua Kimmich, Jonas Hector, Matthias Ginter (dazu Shkedran Mustafi, Marvin Plattenhardt). – Mittelfeld/Angriff (13+5): Toni Kroos, Thomas Müller, Sami Khedira, Mesut Özil, Ilkay Gündogan, Julian Draxler, Leroy Sane, Marco Reus, Leon Goretzka, Timo Werner, Sandro Wagner, Mario Götze, Emre Can (dazu Mario Gomez, Julian Brandt, Sebastian Rudy, Julian Weigl, Kevin Volland). Macht 32 Spieler im erweiterten Aufgebot.

Der Fahrplan bis zur WM: 23. Mai bis 7. Juni Trainingslager in Eppan/Südtirol. 2. Juni Testspiel in Klagenfurt gegen Österreich. 4. Juni Meldeschluss WM-Kader. 8. Juni Testspiel in Leverkusen gegen Saudi-Arabien. 12. Juni Anreise ins WM-Quartier Watutinki bei Moskau. 17. Juni erstes Gruppenspiel gegen Mexiko in Moskau (17.00 Uhr).

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