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Kommentare rund um Fußball und anderen Sport

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Der FIFA-Traum von neuen und alten Zeiten

 

Es sollte der Start in eine neue Zukunft sein, es wurde eine Erinnerung an das Grauen der Vergangenheit. Das FIFA-Exekutivkomitee befasste sich in Zürich mit Reformen und Verbesserungen beim Fußball-Weltverband, doch die Schlagzeilen gehörten der US-Justizministerin Loretta Lynch. Zielgenau gab es 16 Verhaftungen, darunter die FIFA-Vizepräsidenten Juan Napout aus Paraguay und Alfredo Banegas aus Honduras. Der Name FIFA steht also weiterhin für „Fall In Finstersten Abgrund“. Bezeichnend: Die US-Aufklärung betreibt die Abteilung für organisiertes Verbrechen. Der Sport-Grantler hat schon einmal behauptet, dass die Justiz die FIFA retten muss (Kolumne vom 29. September). Diese Aussage hat weiterhin Gültigkeit.

Einiges spricht dafür, dass zumindest ein großer Teil der FIFA-Funktionäre den Ernst der Lage noch gar nicht erkannt hat. Am liebsten würden sie einfach zur Tagesordnung übergehen, nach dem Motto „lassen wir die Leichen im Keller liegen und schließen die Tür ab“. So seltsam es für Außenstehende und „normale Leute“ klingt, es gibt bei den FIFA-Funktionären den Traum nach neuen und alten Zeiten. Die einen hoffen auf eine Zukunft, in der der Sport wieder im Mittelpunkt steht, fernab von Schiebereien und Korruption. Die anderen träumen weiterhin von den alten Zeiten, auf den Erhalt ihrer Pfründe, dass ja die Gelder fließen und das schöne und ertragreiche Funktionärsleben nicht beendet sein möge. Typisches Beispiel ist der suspendierte FIFA-Präsident Joseph Blatter. Sein Blick ist auf den Kongress am 26. Februar 2016 gerichtet, wenn die wichtigen Entscheidungen fallen sollen. Seine Sorge ist, dass er ja in verantwortlicher und öffentlichkeitswirksamer Position teilnehmen kann. Keiner dieser Konsorten spricht davon, dass auch wirklich richtig „aufgeräumt“ werden muss!

Nichts gelernt haben vor allem die Vertreter aus Afrika und Asien. In diesen Zeiten, in der die Glaubwürdigkeit des Weltverbandes erschüttert ist, legen sie den Vorschlag einer Aufstockung der WM-Endrunde von 32 auf 40 Teilnehmern auf den Tisch. Verhaftungen und Skandale links und rechts interessieren nicht, sondern nur der eigene Vorteil. Vor allem die Nationen aus Afrika und Asien, gnädigerweise auch Südamerika und Ozeanien, sollen mit mehr Teilnehmern bedacht werden. Widersinnige Gedanken, weil die Endrunde der Weltmeisterschaft noch teurer wird, mehr Spiele zu organisieren sind und mehr Stadien benötigt werden. Vereine und Spieler hoffen für die Zukunft eher auf eine Reduzierung der Anzahl der Spiele, die Funktionäre, die ja nicht laufen und trainieren müssen, machen ihre eigene Rechnung auf: Mehr Spiele ist gleich mehr Geld. Diese Gedanken sind die Basis für Korruption und dunkle Machenschaften. Am Ende steht die Abteilung für organisiertes Verbrechen…

Es ist widersinnig, wenn Außenstehende, auch manche Medien, einen neuen Weltverband fordern. Den kann es nicht geben, wie soll das organisatorisch bewältigt werden. Aber auch die dümmsten und geldgierigsten Funktionäre müssten erkannt haben, dass es im Fußball-Weltverband einen Neuanfang geben muss, dass all die Funktionäre kaltgestellt werden müssen, die auch nur im Ansatz mit den bisherigen Machenschaften in Verbindung stehen. Gute Reformvorschläge wurden bereits gemacht (so sollen mehr Frauen in die Führungszirkel kommen), aber sie sind noch nicht weitreichend genug, vor allem müssen die Vereine als Arbeitgeber der Spieler mehr Mitspracherecht erhalten. Außerdem muss es heißen „Vorrang für Kontrolle“. Aber alle Reformen müssen eine Hürde nehmen: Eine Zwei-Drittel-Mehrheit ist beim Kongress im Februar notwendig. Heißt: Die Mehrheit muss auf die alten Pfründe verzichten, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Bis dahin träumen sie von neuen und alten Zeiten…

Skisport: Das wird kein normaler Winter

 

In Deutschland hat sich der richtige Winter mit viel Schnee in den letzten Jahren rar gemacht. Auch in diesem Jahr sieht es eher nach einem milden Winter aus, als dass die Skifreunde so richtig auf ihre Kosten kommen sollten. Auch die Spitzensportler leiden unter den Wetterkapriolen. Einmal gibt es keinen Schnee, dann wieder zu viel, dann wieder werden sie vom Wind gestoppt, wie jetzt die Skispringer und Kombinierer in Finnland. Dennoch hat der Ski-Winter begonnen, aber allen Beteiligten ist klar, dies wird kein normaler Winter. Nicht wegen dem Wetter, sondern einfach deshalb, weil sowohl Olympische Spiele als auch Weltmeisterschaften fehlen. Ein Zwischenwinter sagt man, den mal alle vier Jahre einlegen darf oder muss.

In einigen Sportarten (siehe Biathlon) gibt es ja die jährlichen Weltmeisterschaften, aber diese Inflation der Weltmeister machen Ski alpin und Ski nordisch zum Glück nicht mit. Man braucht auch mal einen Winter mit Verschnaufpause, um etwas auszuprobieren, um dem Nachwuchs auf höchster Ebene eine Chance zu geben, also Aufbauarbeit für die Zukunft zu leisten. Der Leistungsdruck ist also nicht ganz so hoch wie gewohnt.

Dennoch wollen die Skisportler natürlich in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. Deshalb haben sie den Start in den neuen Ski-Winter scheibchenweise geliefert. Bereits Ende Oktober ging es auf den Gletscher in Sölden, eine sportlich fragwürdige, aber eben von Werbung geprägte Einlage. Danach verhinderte das Wetter die Rennen in Levi, aber jetzt geht es richtig los. Spielt das Wetter mit, geht es Schlag auf Schlag.

Bei den deutschen Sportlern ging es allerdings zögerlich los, dabei sehen sie dem Winter mit großen Hoffnungen entgegen. Vor allem die alpinen Herren träumen, denn mit Felix Neureuther, Fritz Dopfer, Stefan Luitz und Linus Strasser wollen sie das beste Team in technischen Disziplinen stellen. Die Speedfahrer zählen dagegen eher zur zweiten Garnitur, wenn überhaupt. Die Mädchen vertrauen vor allem auf Viktoria Regensburg, die sogar nach dem Gesamtweltcup greifen könnte. Ansonsten heißt es lernen, wie oben beschrieben.

Im nordischen Skisport haben die Skispringer gleich für einen Paukenschlag gesorgt und den ersten Wettbewerb gewonnen. Weltcup-Gesamtsieger Severin Freund steht nicht alleine da, sondern es hat sich eine starke Mannschaft gebildet. Das große Highlight des Winters ist die Vier-Schanzen-Tournee zur Jahreswende, bei der die Deutschen zuletzt eher unter „ferner sprangen“ zu finden waren. Severin Freund muss gegen die bisherigen Trend seine Form aufbauen, denn er ist als Spätstarter bekannt. „Ich habe im Sommer alles getan, um früh in Form zu sein“, gesteht er. Wir werden sehen.

Sieganwärter sind auch die Nordischen Kombinierer, die in den letzten Jahren das Maß der Dinge waren. Mit Johannes Rydzek startet der Doppelweltmeister. Hier gilt es, die Form zu halten. Für die Langläufer heißt es dagegen zu lernen, um den Anschluss an die Weltspitze wieder zu finden. Die Damen sind im vorderen Mittelfeld gut dabei, die Herren dagegen laufen meist immer ein bisschen länger als die Konkurrenz. So sind künftig keine Medaillen zu gewinnen. Allerdings hat es bei den Trainern einen Neuanfang gegeben, warten wir also ab, ob die Wechsel erfolgreich waren.

Ein eigenes Völkchen stellen die Biathleten dar. Sie haben auch wieder eine Weltmeisterschaft (im März in Oslo) und haben sich gleich erfolgreich präsentiert. Die ersten Mixed-Staffeln am Wochenende waren ein Appetithappen und die Deutschen auf dem Podium. Ab Mittwoch geht es in Östersund richtig los und die Deutschen wollen vorne mitmischen. Sie wollen auch die Lieblinge der deutschen Sportnation bleiben. Gespannt sein darf man, ob Miriam Gössner wieder ihre Bestform findet und Anschluss an die neuen Vorzeige-Damen Laura Dahlmeier und  Franziska Preuß findet. Die Herren Simon Schempp, Erik Lesser und Co. gehören ebenfalls zur Weltspitze.

Bei den Fernsehübertragungen fährt Biathlon immer gute Einschaltquoten ein und war auch am Wochenende schon der erste Sieger: Fast vier Millionen sahen die Mixed-Staffel, mehr als zuvor die Formel 1 vor den Bildschirm locken konnte. Auch die langen Wintersport-Nachmittage locken mehr Zuschauer an, als es das sonstige Normalprogramm das Jahr über bei ARD und ZDF tut. Offensichtlich gibt es eine Sehnsucht nach Schnee.

Der Winter hat jetzt also Priorität, der Sommer hat eine große Niederlage einstecken müssen. Die Hamburger Bürger haben sich gegen die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2024 ausgesprochen, die Stadt Hamburg wird sich also nicht bewerben. Ein Schlag gegen den Sport in Deutschland, der Großereignisse braucht, um Interesse zu wecken und auch in Zukunft Weltspitze zu sein. Die Bevölkerung hat aber wohl vor allem von den Sport-Funktionären und Geschäftemachern die Nase voll und hat ihnen die „Rote Karte“ gezeigt. Nachdem sich auch schon die Bevölkerung in München gegen Olympische Spiele gewandt hat, bleibt nur eine Feststellung: Deutschland wird in absehbarer Zeit keine Olympischen Spiele mehr veranstalten. Gewinner könnte der Deutsche Fußball-Bund mit seiner geplanten Bewerbung für die Austragung der Europameisterschaft 2024 sein, aber da steht wiederum der sogenannte DFB-Skandal um das „Sommermärchen“, nämlich der WM 2006 im Wege. Auch im Hinblick auf den Sommer also viel Kälte…

Golf: 2015 war nicht das Jahr des Martin Kaymer

 

Er ist der Hoffnungsträger der deutschen Golf-Gemeinde, doch die Fans mussten darben. 2015 war nicht das Jahr des Martin Kaymer, der ohne Sieg blieb und damit keine Werbung für seinen Sport in seinem Heimatland machen konnte. Die Funktionäre kämpfen um mehr Anerkennung für ihre Sportart, aber um Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu bekommen, bedarf es großer Erfolge. Die konnte die einstige Nummer 1 der Welt nicht vorweisen. Er verschenkte manche gute Ausgangsposition, kam kaum einmal im Vorderfeld an. Aushängeschild bleibt deshalb eher noch Oldie Bernhard Langer, der erneut bei den Senioren erfolgreich war und die Champions Tour gewann. Alter schützt vor Leistung nicht, jugendliche 30 garantieren keine Erfolge.

Wieder ist ein Jahr, das voller Hoffnung begann, für den Golfsport eher mit Enttäuschungen zu Ende gegangen. Der Solheim Cup der Damen brachte ein bisschen Aufmerksamkeit, war aber eher eine Sternschnuppe. Bezeichnend: Die Deutsche Caro Masson vergab den entscheidenden Putt und ebnete damit der USA den Weg zum Sieg über Europa. Die Porsche European Open in Bad Griesbach rangierten in den Medien eher unter „ferner fand statt“. Golf bleibt in den Zeitungen in Deutschland eine Randsportart. Beispiel: Das europäische Saisonfinale in Dubai war der Tageszeitung vom Sport-Grantler keine Zeile wert… Martin Kaymer war mit Platz zehn zufrieden, stürzte in diesem Jahr in der Weltrangliste aber von Platz 12 auf 26 ab. Vorne platziert sind Jordan Spieth (USA), Jason Day (Australien) und Rory McIlroy (Nordirland), der Sieger von Dubai. Von diesen Topplatzierungen können die deutschen Spieler nur träumen.

Schade, dass gerade die deutschen Spitzenspieler 2015 schwächelten, neben Kaymer nämlich auch Marcel Siem, der gar nicht richtig in die Spur fand und in der Weltrangliste von Platz 62 auf 141 zurückfiel. Eigentlich träumte er davon, wieder unter die ersten 50 zu kommen, stattdessen verlor er Startberechtigungen. Auf dem aufsteigenden Ast befindet sich dagegen Alex Cejka, der von 296 auf 150 sprang, insgesamt aber zu unbeständig spielt und weil er in Las Vegas in den USA lebt, in Deutschland kaum wahrgenommen wird. Ein bisschen Hoffnung macht Aufsteiger Maximilian Kieffer (von 339 auf 194), der eine beeindruckende Serie vorweisen konnte, nämlich in 22 Turnieren hintereinander den Cut schaffte. Aber ein Golf-Held ist er für die Öffentlichkeit damit noch lange nicht. Jetzt ist er müde und gestand, „ich habe die Schnauze voll, von diesem Sport“. Kieffer machte das mit, was auch Amateure kennen: „Ich habe eigentlich gut gespielt, aber es ist nichts gelaufen.“ Ja, Golf kann anstrengend sein und an die Nerven gehen. Golf kann aber auch überraschende Sieger produzieren.

Bleibt also wieder die Hoffnung für das Jahr 2016. Es wird (wieder einmal) ein besonderes Jahr für den Golfsport, denn immerhin steht die Rückkehr in die Olympischen Spiele an. Martin Kaymer träumt „vom Erlebnis Olympia“ und macht sich insgeheim Hoffnungen, im August in Rio de Janeiro in Bestform zu sein und den Ball richtig zu treffen. Hat er sich die Siege für 2016 aufgehoben? Neben ihm dürften nach Stand der Dinge Marcel Siem und die Damen Sandra Gal und Caro Masson Deutschland vertreten. Medaillen-Anwärter sind sie alle nicht. Bezeichnend, dass auch die Zukunftshoffnungen schwächeln: Florian Fritsch und Dominic Foos konnten nicht die Tour-Karte für das nächste Jahr ergattern.

Olympia bringt 2016 den Golf-Kalender ein bisschen durcheinander, die Zeit für die großen Turniere wird enger, so gibt es die PGA Championship statt traditionell im August bereits vom 28. – 31. Juli und zwei Wochen davor die Open Championship. Und im September steht dann auch noch der Ryder Cup an. Majors, Olympia, Ryder Cup – eigentlich ein Golf-Jahr. Damit es auch in Deutschland als solches wahrgenommen wird, sollten allerdings Erfolge her. Ein Trost: Die Hoffnung stirbt auch im Golf zuletzt.

Das ist los im Fußball Europas

Jetzt haben in Europa endgültig alle Ligen mit der Saison 2015/16 begonnen. Gleich zu Beginn gab es einige Überraschungen und überall auf dem Kontinent steigt damit die Lust auf Fußball. Der Sport-Grantler gibt einen Überblick, was in Europas Fußball so läuft. Diese Woche kann die Saison ganz entscheidend beeinflussen, denn die Auslosungen für Champions League und Europa League stehen bevor, außerdem werden Europas beste Fußballer bzw. Fußballerin gewählt.

Der Blick geht also nach Monte Carlo, dort finden die Wahlen und die Auslosungen statt. Zuerst ein Blick auf die Wahlen. Bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres haben eher Außenseiter eine Chance als bei der Wahl zum Weltfußballer. So siegte 2013 Franck Ribery (Bayern München) und 2012 Andres Iniesta (FC Barcelona). Titelverteidiger ist allerdings ein alter Bekannter, der Portugiese Cristiano Ronaldo, der nun zum fünften Mal in Folge unter den letzten drei Kandidaten rangiert. Favorit am Donnerstag ist allerdings sein Dauerrivale Lionel Messi, der ihm mit dem FC Barcelona alle Titel wegschnappte: Meisterschaft und Pokal in Spanien sowie die Champions League. Ihm zur Seite stand der Uruguayer Luiz Suarez, der Dritte im Bunde. Messi siegte bereits 2011 und 2009 und könnte gegenüber Ronaldo wieder einmal in Führung gehen (Sieger 2014 und 2008).

Bei den Frauen dominiert wieder einmal Deutschland, was nicht verwundert, denn in Europa ist Deutschlands Frauen-Fußball seit Jahren dominierend. Auch hier stehen die Sieger der Champions League im Mittelpunkt, nämlich Dzsenifer Marozsan und Celia Sasic vom 1. FFC Frankfurt. Sasic war auch Torschützenkönigin bei der Weltmeisterschaft in Kanada, als Deutschland Vierter wurde. Dritte im Bunde ist hier die Französin Amandine Henry von Olympique Lyon. Ihr Nachteil: Es gab für sie keine Pokale.

Neues in der Champions League

Gespannt schaut die Fußball-Welt aber vor allem auf die Auslosung der Champions League. Hier gibt es eine gravierende Neuerung: Nicht die besten Klubs der Rangliste werden in Topf 1 gesetzt, sondern die Meister der sieben Top-Nationen plus dem Titelverteidiger. So bilden am Donnerstag der FC Barcelona, Bayern München, Chelsea London, Juventus Turin, Benfica Lissabon, Paris St. Germain, Zenit St. Petersburg und der PSV Eindhoven Topf 1. Aus Topf 2 können ihnen schwere Gegner zugelost werden, Real Madrid, Atletico Madrid, FC Porto, Arsenal London und Manchester City sind darin. Ob es dadurch wirklich mehr Gerechtigkeit gibt? Nun gut, die Meister sollen vorne stehen, schließlich ist es die Champions League. Am 15./16. September geht es dann los, das Achtelfinale beginnt 23./24. Februar 2016. Die Europa League wird am Freitag ausgelost.

Erst nach der Gruppenauslosung sollte man sich Gedanken machen, wie es denn in der Champions League laufen kann. Die Favoriten stehen allerdings bereits vorher fest, es sind auch bei den Vereinen die alten Bekannten wie FC Barcelona, Real Madrid, Bayern München und die großen Herausforderern aus England zusammen mit Juventus Turin, dem ehrgeizigen Scheich-Klub Paris St. Germain und dem Außenseiter FC Porto. Eines ist gewiss, es gibt viel Geld zu verdienen, allein die Antrittsprämie beträgt 12 Millionen Euro, dazu gibt 1,5 Millionen für einen Sieg (zum Vergleich Europa League Antrittsgeld 2,4 Millionen, Sieg 360.000).

Anstrengungen in Italien

Kein Wunder, dass die Champions League bei den Vereinen begehrt ist. So kämpfen die einzelnen Ligen auch darum, in der Fünfjahreswertung Europas vorne dabei zu sein, denn nur die ersten drei Nationen stellen drei feste Teilnehmer plus einen für die Qualifikation. Für Deutschland gehen so neben Bayern München auch der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach an den Start, Bayern Leverkusen muss noch mit Lazio Rom (Hinspiel 0:1) um den Platz kämpfen. Dominierend sind die Klubs aus Spanien, mit dem FC Barcelona und FC Sevilla haben sie auch die beiden Pokale abgeräumt. Im Moment liegt England noch auf Rang zwei der Rangliste vor Deutschland, das aber im nächsten Jahr, das steht fest, vorbeiziehen wird. Im Hintergrund lauert vor allem Italien. Dort unternehmen die Spitzenklubs derzeit viel, um wieder zu Europas Spitze zu gehören. Juve ließ ja schon mit der Endspielteilnahme aufhorchen, bezeichnend, dass das Finale am 28. Mai 2016 in Mailand steigt.

Beim Start in die neue Saison haben allerdings einige Spitzenklubs Europas einen Dämpfer hinnehmen müssen. Juve kam gegen Udinese Calcio ebenso nicht über ein Unentschieden hinaus wie Real Madrid beim Neuling Sporting Gijon. In England schwächelt Meister FC Chelsea, hat nach drei Spielen erst vier Punkte. Vorne noch ohne Punktverlust Manchester City vor dem Überraschungsteam Leicester City und Manchester United. Genauso stark auch Paris St. Germain in Frankreich. Der Meister und Pokalsieger des Vorjahres ist mit dem neuen Torhüter Kevin Trapp (von Eintracht Frankfurt) sogar noch ohne Gegentor!

In der Bundesliga ist Borussia Dortmund die große Überraschung mit zwei 4:0-Siegen. Das bedeutet erstmals seit September 2013 wieder die Tabellenführung vor Bayern München und Bayer Leverkusen. Die negative Überraschung ist dagegen Borussia Mönchengladbach mit zwei Niederlagen am Tabellenende. Das lässt zum derzeitigen Zeitpunkt für die Champions League nichts Gutes ahnen…

Die Bundesliga hat Angst vor England

Am kommenden Freitag, 14. August, geht die Fußball-Bundesliga in ihre 53. Saison. Eigentlich könnte die Liga vor Selbstbewusstsein strotzen, ist sie doch die Liga des Weltmeisters. Allerdings geht eher die Angst um. Da ist einmal die Angst davor, dass der FC Bayern München das Geschehen wieder dominieren könnte und der Kampf um den Titel erneut langweilig wird, andererseits zittert die Bundesliga vor dem Geldsegen in England. Langfristig fürchten die Klubs, dass sie international ins Hintertreffen geraten.

Zunächst wird am Freitag erst mal voller Hoffnung gefeiert werden. Der Titelverteidiger empfängt mit dem Hamburger SV einen alten Kontrahenten, ein Traditionsduell also. Allerdings liegen Welten zwischen beiden Klubs, die Bayern marschierten drei Jahre lang immer deutlich vorne weg, der HSV dagegen ließ sein Idol Uwe Seeler zittern und rettete sich zweimal erst in der Relegation vor dem Abstieg. Viele Bundesliga-Fans gönnten aber den Hamburgern den Klassenerhalt, schließlich ist der HSV der letzte Bundesliga-Dino, der zum Start 1963 an Bord war und nie absteigen musste (zuletzt grenzte das fast schon an ein Wunder). Zweiter in der Rangliste ist Werder Bremen mit 51 Jahren, die Bayern kamen erst 1965 hinzu und haben ebenso wie der VfB Stuttgart 50 Jahre auf dem Buckel, führen die „Ewige Tabelle“ aber mit großem Vorsprung an (nach Drei-Punkte-Regel 3355 Punkte vor Bremen mit 2646). Nur noch zehn Erfolge trennen die Münchner vor einer historischen Leistung: Der 1000. Sieg!

Skeptiker fürchten, dass es die Münchner mit dem 1000. Sieg nicht bewenden lassen, sondern die Bundesliga wieder dominieren. Früher war von spanischen Verhältnissen die Rede, weil Dortmund und München ähnlich überlegen waren wie Barcelona und Real Madrid, jetzt gibt es eher den Vergleich mit Schottland, dort Celtic Glasgow und nichts, da die Bayern und kein echter Verfolger. Oder begehrt die Konkurrenz doch auf? Als einzig ernsthafter Konkurrent gilt Vizemeister VfL Wolfsburg mit den VW-Millionen im Rücken, aber auch ein Comeback von Borussia Dortmund mit dem neuen Trainer Thomas Tuchel ist möglich. Wie sagt Franz Beckenbauer: „Schaun mer mal.“

Milch und Honig in England

Die Verbindung Wolfsburg und VW wird immer kritisch betrachtet, aber mehr noch fürchtet sich die Bundesliga vor England. Dort fließen ab nächstem Jahr buchstäblich Milch und Honig, ein Schlaraffenland für die Klubs, die sich mit 3,2 Milliarden Euro als Jahresgage vom Fernsehen fast alle Wünsche erfüllen können. Dazu sorgen verschiedene Scheichs in England und Frankreich (Paris) sowie ehrgeizige Präsidenten in Barcelona, Madrid und Turin dafür, dass die Preise für die Spieler schwindelerregende Höhen erreichen. Liverpool machte es vor: 41 Millionen Euro für einen Bundesliga-Mitläufer wie den Brasilianer Firmino von Hoffenheim. Und wenn der Belgier Kevin de Bruyne 80 Millionen wert ist und für Thomas Müller 100 Millionen geboten werden, dann weiß man, was die Stunde geschlagen hat. Internationale Stars könnten künftig einen Bogen um die Weltmeister-Liga machen.

So schaut die Bundesliga auch eher in die Zukunft als auf die Gegenwart. Die Hoffnung ruht auf einem neuen Fernsehvertrag, der ab April 2016 neu verhandelt wird und wenigstens eine Steigerung der Einnahmen von jetzt rund 700 Millionen auf eine Milliarde Euro bringen soll. Dafür ist die Liga auch zu Gegenleistungen bereit, man kann sagen, sie prostituiert sich dafür, indem der Spielkalender noch mehr entzerrt wird, Stichwort „exklusive Spiele“ für den Anbieter. Als sicher gilt bereits, dass es auch Spiele am Montag geben wird. Allerdings ist der Fernsehmarkt von Deutschland nicht mit dem in England zu vergleichen, die Bundesliga gilt als „Kulturgut“ und muss im freien Fernsehen zu sehen sein. Allein schon damit sind die TV-Einnahmen begrenzt. Dennoch, Angst haben auch die Fans, die Bundesliga wird wohl teurer und noch unübersichtlicher, Auswärtsfahrten müssen noch zeitnaher geplant werden. Geld vor Fans – ob das gut geht? Derzeit ist die Bundesliga in Europa die Liga mit den meisten Zuschauern, rund 42.000 kommen durchschnittlich zu den Spielen. Das könnte bald Vergangenheit sein.

Also noch einmal ein Jahr zum Genießen, Bangen, Zittern und Hoffen. Selbst bei Langeweile um die Meisterschaft bleibt der Kampf um die Plätze für Europa, zuletzt war es so, dass es fast kein Mittelfeld gab, die Klubs kämpften entweder um Europa oder gegen den Abstieg. Das deutet sich auch in diesem Jahr wieder an, für den einen oder anderen mit einer negativen Überraschung. Neugierig werden vor allem die Neulinge FC Ingolstadt 04 und SV Darmstadt 98 (immerhin schon 78/79 und 81/81 in der Bundesliga) sein. Für sie gilt in erster Linie: Das Oberhaus genießen. Darmstadt gilt als Abstiegskandidat Nummer 1, mit dem Schicksal der Auf- und dann Absteiger Braunschweig und Paderborn in den letzten Jahren. Schaun mer mal…

Bayern und Real: Umdenken!

Das Finale der Fußball-Champions-League findet erst am 6. Juni in Berlin statt, wer aber die Spiele im Halbfinale gesehen hat, der muss zugeben: Das eigentliche Finale hat es bereits gegeben! Der FC Barcelona und Bayern München waren die beiden besten Mannschaften, aber nur einer konnte die Fahrkarte nach Berlin lösen. Barcelona hat sie sich verdient. Verdient hat sie sich auch Juventus Turin, doch selbst den Spielern muss dies wie ein Wunder vorkommen, Real Madrid hat ihnen die Finalteilnahme fast auf dem Silbertablett serviert. Jetzt träumen die Fans der „alten Dame“ auch vom großen Coup, ganz nach dem Motto „Wunder gibt es immer wieder“.

Die Juve-Stars Gigi Buffon, Andrea Pirlo und Andrea Barzagli kehren dabei an den Ort ihres Triumphes zurück, als sie 2006 mit Italien fast ebenso überraschend Weltmeister wurden. In der Champions League gewann Turin zuletzt vor 19 Jahren! Dabei galt der Fußball in Italien als veraltet, am Ende, nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Juve hat dies widerlegt. Als Mannschaft war man stärker (und glücklicher) als die Stars aus Madrid, die zu keiner Einheit fanden. Trainer Max Allegri ist der Aufsteiger der Saison, er hat seinen Kollegen Carlo Ancelotti ausgetrickst, der nun um seinen Job bangen muss. Gegner FC Barcelona ist allerdings ein anderes Kaliber. Die „Tänzer“ Messi, Suarez und Neymar könnten die alten Herren aus Turin schwindlig tanzen…

Zuschauen müssen zwei Mitfavoriten. Bayern München träumte von einer „Berliner Festwoche“ mit Pokalfinale und Champions League (CL), es wird höchstens eine „Berliner Frustwoche“ beim Zuschauen. Viermal hintereinander im Halbfinale der CL gewesen zu sein, ist aller Ehren wert, aber warum man dreimal nicht den letzten Schritt machen konnte, sollte überdacht werden. Überhaupt, für die Bayern und Real gibt es ein gemeinsames Motto: Umdenken!

Fragen bleiben für Pep Guardiola

Bei Bayern München steht kein Trainerwechsel an, Pep Guardiola hat noch ein Jahr Vertrag und hat betont, dass er bleiben wird. Sogar von einer Vertragsverlängerung ist die Rede. Aber was die Zukunft angeht, dürfen die Bayern-Verantwortlichen nicht den Spanier machen lassen, sondern sie müssen die Richtung vorgeben. Sport-Vorstand Matthias Sammer muss mit dem Trainer die Mannschaft auch sportlich hinterfragen, es gibt nämlich genügend offene Fragen. Eines ist sicher: Der einst als weltbester Trainer gefeierte Guardiola hat Fehler gemacht. Er hat die einst weltbeste Mannschaft aus München nicht besser gemacht. Vielleicht hat sie attraktiver gespielt, aber nicht erfolgreicher als unter Vorgänger Jupp Heynckes. Barcelona hat den Bayern den Rang abgelaufen. Auffallend: In Bundesliga und international hatten die Bayern Probleme gegen starke Mannschaften!

Das muss hinterfragt werden:
Warum spielt Philipp Lahm nicht rechter Verteidiger, Rafinha genügt nicht den gehobenen internationalen Ansprüchen. Dagegen gibt es im Mittelfeld ein Überangebot an guten Spielern. Lahm muss sich notfalls fügen.
Für die Taktik mit der aufgerückten Abwehr fehlen die schnellen Spieler (Ausnahme Boateng). Benatia und Dante machen zu viele Fehler, da wurde Holger Badstuber vermisst. Guardiola muss da flexibler reagieren.
Beim CL-Triumph war das Mittelfeld mit Schweinsteiger und Javi Martinez das Herzstück. Martinez muss nach seiner Verletzungspause wieder dahin zurückkehren, auch er ist als Abwehrspieler zu langsam. Schweinsteiger sollte als „gestandener Bayernspieler“ einen Vorteil gegenüber Alonso haben.
David Alaba ist als Linksverteidiger noch besser und offensivstärker als Bernat, der dennoch ein Gewinner der Saison war. Alaba-Ribery ist das Glanzstück auf der linken Seite.
Was hat Pep Guardiola gegen Mario Götze und Thomas Müller? Der eine kommt kaum zum Einsatz, der andere wird unnötig (und falsch) ausgewechselt. Pep ist hier als Psychologe gefragt.
Die Bayern müssen Bayern bleiben, also ein Stopp der „Spanien-Welle“. Was ist, wenn Pep geht und die Spieler folgen? Verträge lösen sich dann in Schall und Rauch auf.
Was ist die Ursache der Verletzungsmisere? Beobachter haben festgestellt, dass bei den Bayern offensichtlich zu wenig intensiv trainiert wird. Das muss Sammer hinterfragen!

Andere Fragen bleiben offen, zum Beispiel die nach den Verstärkungen. Sind alle Mann an Bord, wird es schwer, die Mannschaft überhaupt zu verstärken. Ein Kevin de Bruyne wäre zwar willkommen, aber passt er ins System? Er ist ein Spieler, der den freien Raum liebt, den aber bekommen die Bayern selten. Starke rechte und linke Verteidiger sind da (Lahm und Alaba), sie müssen dort nur eingesetzt werden.

Zinedine Zidane für Ancelotti?

Pep Guardiola ist in einer guten Position, sein Stuhl wackelt nicht, wenn auch der Barcelona-Glanz ein bisschen abblättert. Er hat halt in München keinen Messi. Ganz anders geht es da dem Kollegen Carlo Ancelotti bei Real Madrid. Auch dort müsste es ein Umdenken geben, doch von Präsident Perez ist dies nicht zu erwarten. Er setzt auf Stars, aber eine Ansammlung von guten Spielern garantiert noch keinen Erfolg. Juventus zeigt, dass eine echte Mannschaft dagegen halten kann. Was Real braucht, ist mehr Ausgewogenheit im Kader und auf dem Feld.

Präsident Perez wird es bitter aufstoßen, dass Real wohl gänzlich ohne Titel bleibt (Barcelona dagegen nach dem Triple greift). Da muss sicherlich wieder ein Star her, deshalb ist auch Zinedine Zidane der große Favorit auf die Nachfolge von Ancelotti. Der einst weltbeste Fußballer hat sich zwar als Trainer noch keine Meriten erworben, doch das ist Perez egal. Da dürfte ein Jürgen Klopp keine Chance haben.

Mal sehen, wo das Umdenken wirklich stattfindet!

Formcheck Champions League

Im europäischen Fußball beginnen die entscheidenden Wochen. Es geht nicht nur in den nationalen Meisterschaften um die Titel oder gegen den Abstieg, es geht vor allem um die Krone: Den Sieg in der Champions League. Das Viertelfinale steht an (ebenfalls in der Europa League), die besten Klubs Europas sind unter sich, jetzt ist jedes Spiel ein Schlagerspiel. Echte Nobodys gibt es nicht mehr, wer es unter die besten acht Vereine geschafft hat, muss einfach gewisse Qualitäten haben. Die große Frage: Geht der Fluch für den Titelverteidiger weiter oder schafft es Real Madrid das „Gesetz der Serie“ zu durchbrechen? Bisher schaffte es noch niemand, den Titel erfolgreich zu verteidigen. Mit dem Lokalrivalen Atletico wartet ein gefährlicher Gegner. Der Sport-Grantler macht einen Formcheck für die Champions League.

Atletico Madrid – Real Madrid: Die Wiederholung des Finales vom Vorjahr, das Real nach zähem Kampf und Verlängerung mit 4:1 für sich entschied. Seitdem scheint Atletico eher schwächer geworden zu sein, doch der direkte Vergleich seit diesem Duell muss Real Angst und Schrecken einjagen: In sechs Derbys gewann Atletico viermal bei zwei Remis! Im Februar wurde Real mit 0:4 gedemütigt. Dem Kampfgeist von Atletico setzt Real spielerische Kunst entgegen, mit Modric-Kroos-James im Mittelfeld und „BBC“ im Angriff, nämlich Bale-Benzema-Cristiano Ronaldo. Die Schwächen hat Real in der Abwehr. Diese könnten in der nächsten Runde eher die anderen sturmstarken Mitfavoriten aufdecken. In zwei Spielen spricht mehr für Real, das sich zuletzt wieder in guter Form zeigte. Nur der Fluch des Titelverteidigers spricht gegen Real.

Juventus Turin – AS Monaco: Juve will die Ehre Italiens retten, Monaco ist der Überraschungsgast im Viertelfinale. Turin beherrscht die Meisterschaft in Italien, aber das will nichts heißen, das Niveau ist da nicht mehr so hoch wie früher. Monaco ist in Frankreich derzeit Dritter und hat sich mit knappen Siegen und Ergebnisse in der Champions League bisher als Minimalist gezeigt. Das dürfte also eine zähe Angelegenheit werden, aber die alte Dame Juve aus Italien kann auf ihre erfahrenen Stützen Buffon, Pirlo, Vidal und Tevez bauen und gilt deshalb als Favorit.

Paris St. Germain – FC Barcelona: Zweifellos das Schlagerspiel im Viertelfinale. Beide standen sich schon in den Gruppenspielen gegenüber, Barca siegte im letzten Spiel mit 3:1 (nach einem 2:3 im Hinspiel) und sicherte sich damit den Gruppensieg, was zum Vorteil des Rückspiels zu Hause führte. Ein Vorteil für die Spanier ist wohl auch, das Paris buchstäblich am Stock geht, mit David Luiz und Motta sind zwei Mannschaftsstützen verletzt, Ibrahimovic und Verratti fehlen im Hinspiel gesperrt. Nur Schadensbegrenzung wäre im Hinblick auf das Rückspiel für Paris aber zu wenig. Barcelona setzt vor allem auf den Angriff der Stars mit Messi-Suarez-Neymar. Gespannt sind wir in Deutschland, ob Marc-Andre ter Stegen weiterhin im Tor stehen darf, in der Torhüter-Rotation gehören Claudio Bravo ja die Ligaspiele, ter Stegen darf in Pokal und Champions League ran. Da aber griff er in Paris daneben… Wie auch immer, der Vorteil liegt bei Barcelona.

FC Porto – Bayern München: In Porto wird vor allem die Vergangenheit bemüht, um sich Mut zu machen. 1987 besiegte der FC Porto die Bayern im Finale mit 2:1 durch ein legendäres, düpierendes Hackentor. Porto träumt aber auch von 2004, als die Portugiesen sensationell den Titel gewannen. Doch auch Porto hat Verletzungsprobleme, Schaltstelle Tello fällt ebenso aus wie Torjäger Jackson. Die Bayern haben natürlich wesentlich mehr Ausfälle zu verzeichnen, neben Robben und Alaba werden wohl auch Ribery und Schweinsteiger zumindest für das Hinspiel nicht rechtzeitig fit. Das Häuflein der letzten, zuletzt in der Bundesliga nur 15 Aufrechten muss es wohl richten. Gefordert wird wieder Trainer Pep Guardiola, der ein Mittel gegen die konterstarken Portugiesen finden muss. Wir wissen, da haben die Bayern ihre Schwächen. Insofern kann sich der Außenseiter aus Porto als gefährlicher Gegner entpuppen.

Gespielt wird am 14./15. und 21./22. April. Halbfinale 5./6. und 12./13. Mai, Finale am 6. Juni in Berlin. Da träumen die Bayern von einer „Berliner Woche“, nachdem das deutsche Pokalfinale am 30. Mai in Berlin stattfindet.

Im Schatten der Champions League steht naturgemäß die Europa League. Auch hier steht das Viertelfinale am 16. und 23. April an. Letzter deutscher Vertreter ist der VfL Wolfsburg, der endlich wieder einmal dafür sorgen will, dass die Bundesliga auch in den entscheidenden Spielen noch vertreten ist. Nachdem die VW-Städter Inter Mailand rausgeworfen haben, steht die nächste italienische Hürde bevor, der SSC Neapel. Die Hürde dürfte auch ein bisschen höher sein, aber der Bundesliga-Zweite sollte gegen den Vierten der Serie A durchaus gute Chancen haben. Die ganz großen Namen sind in der Europa League nicht mehr dabei, Titelverteidiger FC Sevilla will wieder ins Finale, unmöglich ist da auch für Wolfsburg nicht. Das Finale findet am 27. Mai in Warschau statt.

Das Viertelfinale: FC Sevilla – St. Petersburg, Brügge – Dnipropetrowsk, Kiew – Florenz, Wolfsburg – Neapel.

Ein hausgemachter Abstieg beim Hamburger SV

Er ist der Dino, das heißt, seit Start der Fußball-Bundesliga 1963 ist der Hamburger SV als einziger Überlebender noch dabei und noch nie abgestiegen. 52 Jahre wird der HSV nach Ende der Saison im Oberhaus verbracht haben. Doch es könnte am Ende der Saison das Ende der Herrlichkeit sein. In der ewigen Tabelle ist der HSV nach 51 Jahren mit 2588 Punkten noch Dritter hinter Bayern München (49 Jahre/3276) und Werder Bremen (50/2603). Die aktuelle Bilanz schaut dürftiger aus: Drittletzter mit 25 Punkten und gerade mal 16 Toren in 27 Spielen. Das sieht nach Abstieg aus.

Kommt es tatsächlich so weit, wird es ein hausgemachter Abstieg des Hamburger SV sein. Der HSV als typisches Beispiel des Ausdrucks „der Fisch stinkt vom Kopf her“. Seit Jahren schafft es die Vereinsführung nicht, den Klub in ruhiges Fahrwasser zu bringen und eine Mannschaft für die Zukunft aufzubauen. Vor einem Jahr ist man dem Tod (sprich Abstieg) gerade noch von der Schippe gesprungen, hat in der Relegation gerade mal mit zwei Unentschieden (0:0 zu Hause, 1:1 in Fürth, gewertet nach Europacupregel) gegen die SpVgg Greuther Fürth den Klassenerhalt geschafft. In der neuen Saison sollte alles besser werden. Zumindest sportlich ist nichts besser geworden.

Die letzten Jahre spielte sich zu Beginn einer Saison immer das Gleiche ab: Hoffnung, die Mannschaft angeblich verstärkt, der Europacup das Ziel. Am Ende Enttäuschung. Ein scheinbarer Aufbruch zu neuen Ufern auch in diesem Jahr, zumal die Organisationsstruktur verändert wurde: Die Fußball-Abteilung ausgegliedert, mit Dietmar Beiersdorfer ein neuer Kapitän, ein Hoffnungsträger, auf dem sinkenden Schiff. Geradezu tragisch, dass zuletzt wieder einmal eine hoffnungsvolle Zukunft an die Wand gemalt wurde: Millionen durch einen Sponsor sind avisiert, als neuer Trainer geistert das „Phantom“ Thomas Tuchel durch die Medien. Alle Welt reißt sich um ihn, RB Leipzig hat er abgesagt, Tuchel will nach seinem Sabbat-Jahr nicht in die 2. Liga. Es wäre ein Wunder, könnte er den HSV in der Bundesliga übernehmen.

15 Trainer in 10 Jahren

Zu oft griffen die HSV-Verantwortlichen in der Vergangenheit zum Allheilmittel der Vereine bei Misserfolg, dem Trainerwechsel. 15 Trainer waren es in den vergangenen zehn Jahren. In dieser Saison durften sich schon Mirko Slomka, Josef Zinnbauer und jetzt Sportdirektor Peter Knäbel als Trainer versuchen. Besserung? Fehlanzeige. Zinnbauer stabilisierte die Abwehr, aber es fehlten Tore und Punkte. Knäbel wollte jetzt das spielerische Element stärken und führte das Team beim 0:4 in Leverkusen ins Verderben. Die Mannschaft ist keine Mannschaft: Kampflos, willenlos, führungslos. Zuvor waren einige Spieler für die kommende Saison bereits ausgemustert worden, jetzt sollen sie die Kastanien aus dem Feuer holen. Ein grober Fehler von Beiersdorfer und Knäbel. Da hat auch der Klubboss erkannt: „Wenn wir uns so präsentieren wie am Samstag, werden wir keine Chance haben, die Klasse zu erhalten.“ Da winkt nicht mal die Relegation als letzte Rettung.

Das Restprogramm des HSV hat es in sich: Wolfsburg (zu Hause), Bremen (A), Augsburg (H), Mainz (A), Freiburg (H), Stuttgart (A) und Schalke (H) sind die letzten Gegner. Immerhin sind zwei direkte Rivalen im Abstiegskampf dabei, aber auch Gegner, die nach Europa schielen. In einer Umfrage der Fachzeitung kicker sahen 83,7 Prozent der Leser Neuling SC Paderborn wieder als Absteiger, dahinter aber schon 43,2 Prozent den HSV und den VfB Stuttgart (42,6 Prozent) in der Relegation. Sie könnten Fachwissen bewiesen haben.

Ein hausgemachter Abstieg müsste nicht das Ende des HSV bedeuten. Er bedeutete einen Einschnitt in der Bundesliga-Geschichte, dass dann keiner der Gründervereine ewig die Klasse erhalten hätte. Viele kamen zurück, aber nicht alle. Es zeigt sich auch in diesem Jahr, dass der sofortige Weg zurück der Absteiger mit vielen Stolpersteinen bepflastert ist. Eintracht Braunschweig hat nur geringe, der 1. FC Nürnberg gar keine Chance mehr. Auf den Aufstiegsplätzen Ingolstadt und Kaiserslautern, der SV Darmstadt 98 ginge in die Relegation. Der HSV wäre glücklich, dürfte er da Gegner sein. Der Rettungsanker wird aber noch gesucht, der Abstieg wäre keine Überraschung mehr.

DFB-Team: Ohne Weltmeister geht es nicht

Auf den ersten Blick sieht es so aus: Alles wieder gut, alles im Lot, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 Boden gutgemacht. Hat sie, aber sie hat beim 2:0-Sieg in Georgien keineswegs so gespielt, dass alle Zweifel beseitigt sind. Das 1:1 zwischen Irland und Polen spielte den Deutschen zwar in die Karten, aber nach wie vor ist das DFB-Team nur Zweiter (am Ende zählt der direkte Vergleich) punktgleich mit Schottland. Außerdem gab es nach dem 2:2 im Test-Länderspiel gegen Australien eine Erkenntnis: Ohne Weltmeister geht es nicht.

In Georgien waren sie alle wieder an Bord, Neuer, Boateng, Hummels, Schweinsteiger, Kroos und Müller. Sie bilden das Gerüst der Mannschaft und es scheint, als könnte Bundestrainer Joachim Löw die bekannten Schwachstellen vorerst nicht beseitigen. Sebastian Rudy (Hoffenheim) und Jonas Hector (Köln) bleiben als Außenverteidiger nur Notlösungen. Für den Herbst erhofft sich Jogi Löw zwar eine Blutauffrischung aus der U 21, die zunächst mal in stärkster Besetzung zur Europameisterschaft im Sommer fahren soll, doch gerade bei den Außenverteidigern gibt es auch da keine Lichtblicke. Emre Can (Liverpool) könnte in die Aufgabe eventuell hineinwachsen. Aber sonst? Kandidaten gibt es ansonsten eher im Tor (ter Stegen, Leno) oder im Mittelfeld (Meyer, Geis, Kimmich), aber da hat Löw aktuell keine Not. Bleibt für den Bundestrainer nach der Pflichtaufgabe am 13. Juni in Faro (Portugal) gegen „Zwerg“ Gibraltar im Herbst vor allem eine Aufgabe: Die Mannschaft in Form bringen. Wenn Löw davon spricht, „die Karten im Team werden neu gemischt“, dann fragt sich der Sport-Grantler, welche neuen Karten der Bundestrainer auf den Tisch legen will.

Doppelte Angst in der EM-Qualifikation

Die unnötige Aufstockung der EM-Endrunde von 16 auf 24 Mannschaften sorgte dafür, dass die Qualifikation an Spannung verlor. Allerdings müssen einige Favoriten erkennen, dass es für sie kein Spaziergang wird und manche sogenannte „Kleine“ aufgeholt haben. Da steht Deutschland nicht alleine da. Dies gilt vor allem für die Niederlande, die in der Gruppe A hinter Tschechien (13 Punkte) und Island (12) mit mageren sieben Zählern nur auf Rang drei liegt. Auch da zeigte sich beim 1:1 gegen die Türkei, dass es ohne verletzten Torjäger Robben und van Persie eben nicht geht. Leichter dann schon ohne Trainer Guus Hiddink…

In vorderster Front stehen aber Belgien (derzeit nur Dritter), Europameister Spanien und Italien nicht, die zweiten Plätzen würden allerdings zur Qualifikation reichen. Probleme hat vor allem auch Russland, der WM-Gastgeber von 2018, in der Gruppe G mit nur fünf Punkten hinter Österreich (13) und Schweden (9).

Russland ist ein besonderes Beispiel, es geht in der EM-Qualifikation nicht nur die Angst vor dem sportlichen Scheitern um, sondern auch die Angst vor der Gewalt, vor Zuschauer-Ausschreitungen, vor mangelnder Sicherheit. Das Skandalspiel Montenegro – Russland war ein typisches Beispiel, als bereits nach 20 Sekunden eine Leuchtrakete den russischen Torhüter traf, der ins Krankenhaus musste. Später kam es nach weiteren Krawallen zum Spielabbruch. Die Unsitte der Leuchtraketen kann vor allem in Osteuropa offensichtlich nicht ausgerottet werden.

Überhaupt muss sich die UEFA mehr um die Sicherheit sorgen. Dass zum Beispiel beim deutschen Gastspiel in Georgien sogenannte „Flitzer“ im Training und vor allem Spiel fast ungestört auf den Rasen laufen können, ist ein Unding und wird von den Veranstaltern viel zu leicht genommen. Was, wenn das nicht „nette Kerle“, wie sie Thomas Müller bezeichnete, gewesen wären, sondern üble Gestalten, die Schlimmeres vorgehabt hätten? Was, wenn einer mit dem Messer auf die Spieler losgeht? Da gibt es nur eins: Wehret den Anfängen!

Das Risiko im deutschen Frauen-Team

Das war ja eine Überraschung, als Frauen-Bundestrainerin Silvia Neid ihren Rücktritt von der Nationalmannschaft für 2016 verkündete. Seit 2005 ist sie Chefin bei den Frauen und nichts deutete darauf hin, dass sie amtsmüde sei. Ihre schwierigste Zeit hat sie geradezu mannhaft überstanden, als sie Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land nicht den begehrten Titel liefern konnte, sondern sogar frühzeitig mit ihrem Team ausschied. Neid hatte damals aller Kritik getrotzt, die Wende geschafft und Deutschland wieder zum Europa-Titel geführt. Jetzt geht Deutschland im Sommer als einer der Favoriten in die Weltmeisterschaft 2015 in Kanada, die allerdings auf Kunstrasen ausgetragen wird und deshalb einige Unwägbarkeiten bietet. Außerdem ist jetzt schon sicher, dass Silvia Neid aus Verletzungsgründen nicht alle Stammspieler zur Verfügung haben wird.

Die große Frage aber ist: Was kommt danach? Die Nachfolgerin steht fest und ist überraschend Steffi Jones. Die 42jährige Frankfurterin hat zwar eine große internationale Erfahrung als Spielerin, aber keine als Trainerin. Neid wuchs als Co-Trainerin in die Aufgabe rein, jetzt galt die erfolgreiche Trainerin der Juniorinnen als logische Nachfolgerin. Doch Maren Meinert, gerade mit dem Trainerpreis des deutschen Fußballs ausgezeichnet, will sich der Aufgabe nicht stellen, sie scheut die Auftritte in der Öffentlichkeit. Steffi Jones ist dagegen in dieser Hinsicht erfahren, sie war die Organisationschefin für die WM 2011, reiste als Botschafterin durch die Welt, ist als Sportdirektorin beim DFB an verantwortlicher Stelle und wollte wieder in den Sport. Eine Mischung aus Jones und Meinert wäre wohl die ideale Lösung für die Zukunft. Aber bis 2016 könnte Steffi Jones auch an der Seite von Silvia Neid noch einiges lernen. Die hat immerhin den Gewinn von fünf Europa- und zwei Weltmeistertitel in ihrer Vita stehen. Das muss Steffi Jones erst mal schaffen.

Mein Gott, Blatter!

In Deutschland gab es mal ein erfolgreiches Schlagerliedchen vom Komiker Mike Krüger mit dem Titel und Inhalt „Mein Gott, Walter“. In Anlehnung daran möchte man seufzen, „Mein Gott, Blatter“. Joseph „Sepp“ Blatter, der selbstherrliche Präsident des Fußball-Weltverbandes, bringt es immer wieder fertig, seine Person in noch größeren Höhen anzusiedeln. Jetzt ist er Gott schon nahe…

In einem Interview mit einer Schweizer Zeitung hat Sepp Blatter deutlich gemacht, wo er sich und den Fußball wirklich sieht. „Die FIFA ist durch die positiven Emotionen, die der Fußball auslöst, einflussreicher als jedes Land der Erde und jede Religion. Wir bewegen Massen, das wollen wir nutzen, um mehr Frieden, Gerechtigkeit und Gesundheit auf der Welt zu schaffen.“ Die Worte hör ich wohl, doch welche Taten gibt es wirklich? Blatter sagte auch: „Ich glaube an Gott und ich glaube an mich selbst.“ Sieht er sich auf einer Stufe mit Gott? Sieht er sich als Gott? Mein Gott, Blatter…

Joseph Blatter ist (seiner Meinung nach erst) 79 Jahre alt und will sich am 29. Mai beim nächsten FIFA-Kongress erneut zum Präsidenten wählen lassen, obwohl er vor vier Jahren von seiner letzten Amtszeit sprach. Dem Alter gemäß müsste er eigentlich schon auf der „Abrufliste“ vom lieben Gott stehen, doch dort oben werden sie den Schweizer nicht wollen. Der liebe Gott wird fürchten, „der will ja wohl an meine Position, der sieht sich ja schon als Gott“. Und der Teufel in der Hölle wird auch klagen, „Blatter hier, nein, das ist mir zu heiß´“. So kann Blatter den Fußball-Weltverband wohl ewig führen. Korruption und negative Schlagzeilen werden in nächster Zeit im Zusammenhang mit dem Weltfußball vermutlich bleiben.

Bezeichnend, dass der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger, einst ein Verfechter von Ehrlichkeit und Gradlinigkeit, heute als einer der getreuesten Vasallen von Blatter gilt. Er hat sich wohl deshalb seinen Nachfolger Wolfgang Niersbach, ein bekennender Blatter-Kritiker, als Zielscheibe ausgesucht. Vor allem mit der öffentlichen Diskussion über die Vergütungsregelung von Niersbach, der vom DFB-Generalsekretär zum Präsidenten aufstieg, hat sich Zwangziger selbst ein Eigentor geschossen. „Das ist nur peinlich“, bemerkte UEFA-Generalsekretär Infantino. Theo Zwanziger wurde praktisch zum falschen Zwanziger. Mein Gott, Theo…

Am 29. Mai endet die Ära von Zwanziger, 69 Jahre alt, im Exekutivkomitee der FIFA. Sein Nachfolger wird sein Nachfolger als DFB-Präsident, Wolfgang Niersbach, immerhin erst 64. Er ist der Vertreter Europas und wird im Gegensatz zu Zwanziger künftig mit dem wiedergewählten UEFA-Präsidenten Michel Platini Doppelpass spielen. Die beiden sind befreundet und liegen auf einer Linie. „Niersbach steht für Gradlinigkeit, Offenheit, Verlässlichkeit und Integrität“, lobte Platini. Eigenschaften, die man zuletzt bei der FIFA und Joseph Blatter vergeblich gesucht hat.

Dennoch gibt es an der Wiederwahl von Blatter keine Zweifel. Die 54 Nationen Europas sind zahlenmäßig zu schwach gegen Blatters Günstlinge in Afrika, Südamerika und Asien. Zumal sich Europa in der Unterstützung der Blatter-Konkurrenten Luis Figo, Michael van Praag und Prinz Ali bin al-Hussein nicht einig ist. Vielleicht bleibt zum Kongress auch nur ein Konkurrent übrig, was die Chancen verbessern würde.

Nicht zu rechnen ist damit, dass Joseph Blatter einsichtig wird. Er sieht sich noch nicht am Ende seines Lebenswerkes (auf Erden, muss man einschränken). Er sieht offensichtlich nicht, wie er der FIFA schadet. Er hat eher den Glanz des Geldes in den Augen und kann ja wirklich eine beeindruckende Bilanz vorweisen, mit einem Vermögen des Weltverbandes von 558,7 Millionen Euro. Jetzt müsste das Geld nur noch in die richtigen Kanäle fließen, nicht zum Stimmenfang des Präsidenten dienen und in den Taschen von irgendwelchen Präsidenten landen. Mein Gott, Blatter…

Immerhin wird jetzt in den Diskussionen um die Weltmeisterschaft 2022 in Katar Ruhe herrschen, nachdem der WM-Termin von 20. November bis 18. Dezember (Nationalfeiertag in Katar) festgelegt ist. Und in der ihm eigenen Art hat Blatter auch die Spitzenklubs ruhig gestellt. Sie werden mit rund 200 Millionen Euro Abstellgebühr für Russland 2018 und Katar besänftigt und erhalten damit das Dreifache als bisher. Auch hier gilt: Geld regiert die Welt.

Was allerdings bleibt, sind die Unwägbarkeiten um die weltpolitische Lage rund um Russland sowie die Durchsetzung von menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter in Katar. Die Öffentlichkeit muss wachsam bleiben, der Zündstoff geht nicht aus.