Der Sport – Grantler

Kommentare rund um Fußball und anderen Sport

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Die Hansestädte gehen unter

 

Im Fußball-Norden brennt der Baum! Einzig der Newcomer VfL Wolfsburg rettet mit aktuell Platz sechs die Ehre. Bei den anderen dagegen gibt es Probleme über Probleme, wobei sich Hannover 96 nach dem Trainerwechsel ein bisschen stabilisiert hat. Doch der Hamburger SV und Eintracht Braunschweig liegen derzeit auf den Abstiegsplätzen, ein Platz, denen ihnen am ehesten noch – von der aktuellen Form her – Werder Bremen streitig machen kann! Braunschweig als Schlusslicht kommt nicht überraschend, dem Neuling hat man nur wenig zugetraut. Schmerzlich aber das Geschehen in Hamburg und Bremen – die Hansestädte stehen vor dem Untergang.

Zumindest was den Bundesliga-Dino angeht, so sind die Probleme selbstgemacht. Wie stolz sind sie in Hamburg gewesen, als einzige Mannschaft ab dem Gründungsjahr der Bundesliga anzugehören. Der Stolz ist bei den Fans inzwischen dem Zorn gewichen. Sie attackierten nach dem blamablen 0:3 gegen Hertha BSC sogar die eigenen Spieler. Kein Bild, das einem „großen“ Verein, der der HSV ja sein will, würdig ist. Vorstand und Aufsichtsrat geben ein fast ebenso desolates Bild ab wie die Fans. Bezeichnend die Sitzung am Sonntag über sieben Stunden vom Aufsichtsrat. Es ging um die Zukunft des Vereins, um die Ablösung von Trainer Bert van Marwijk oder nicht. Acht von elf Stimmen wären für eine Entscheidung nötig, sie kamen nicht zusammen. Keine Entscheidung also, es wird weitergewurstelt. Nur ein Wunder kann helfen.

So dürfen (müssen?) Trainer van Marwijk und Manager Oliver Kreuzer weiterarbeiten. Im Hintergrund aber lauert „Alleskönner“ Felix Magath, den einige Herren vom Aufsichtsrat offensichtlich bereits kontaktiert haben und der bereit wäre, in Hamburg anzutreten. Ihm trauen aber nicht alle über den Weg, ergo gab es für ihn keine Mehrheit. Bekanntlich hat Magath bei anderen Vereinen nicht nur Meisterschaften gewonnen, sondern er hat auch (teure) Scherbenhaufen hinterlassen. Da geht die Angst um, alles könnte sogar noch schlimmer werden.

Bisher hatte der Hamburger SV immer noch einen guten Ruf, begründet auf die einst legendären Erfolge mit Uwe Seeler oder den Europacupsieg mit Felix Magath bzw. die glänzende Arbeit mit Ernst Happel als Trainer und Günther Netzer als Manager. Der sechsfache Meister (letztmals 1983) holte seinen letzten Titel mit dem Pokalsieg 1987. Seitdem gibt es nur noch die Sehnsucht nach Erfolgen und ein übersteigertes Selbstbewusstsein, nach dem Motto „wir sind doch wer, wir sind schließlich der HSV“. Im Vorstand herrscht allerdings seit Jahren Chaos und die Neuordnung der Vereinsstruktur, die in die Wege geleitet wurde, kommt zu spät. Stand heute wäre der Abstieg keine Überraschung mehr.

Ähnliches gilt für Werder Bremen, doch dort verläuft alles noch einigermaßen in hanseatisch ruhigen Bahnen. Die Bremer wissen seit einigen Jahren, dass ihre beste Zeit der Vergangenheit angehört. In den glücklichen Jahren waren sie unter anderem ein großer Konkurrent des FC Bayern München, doch die Zeiten mit Klaus Allofs als Manager und Otto Rehhagel bzw. Thomas Schaaf als Trainer sind vorbei. Vier Meisterschaften (zuletzt 2004) und sechs Pokalsiege (zuletzt 2009) zeugen von einer großen Vergangenheit, doch seit dem letzten Titel geht es Stück für Stück bergab. Glückliche Transfers sind Mangelware, aus finanziellen Gründen musste Werder immer seine besten Spieler abgeben. Klaus Allofs hatte gerade noch rechtzeitig den Absprung geschafft, er konnte sich ausrechnen, dass mit Werder kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Mit dem besten Manager nicht und dem besten Trainer nicht. Die Zeit von Thomas Schaaf, einer Werder-Institution, war abgelaufen, die Zeit vom neuen Trainer Robin Dutt hat noch gar nicht begonnen. Zumindest insofern nicht, als dass von seiner Arbeit eine positive Wirkung ausgeht. Werder dümpelt in der Bundesliga so dahin, die Leistungen werden immer schlechter, die Punktausbeute ist mager wie nie. Der Abstieg droht.

Ein Glück für die Hansestädte, dass es mit Neuling Braunschweig einen potentiellen Absteiger gibt. Aber die weiteren Abstiegskonkurrenten Nürnberg und Freiburg haben zumindest den Vorteil, dass sie den Abstiegskampf in dem Bewusstsein bestreiten, dass der Überlebenskampf ihr Alltag ist. Allein der VfB Stuttgart befindet sich noch in einer ähnlichen Situation wie der HSV und Werder, nämlich in dem Bewusstsein, eigentlich doch viel besser zu sein, als es die Tabelle aussagt. Gerade solche Mannschaften sind am Ende oft als Absteiger aufgewacht. Die Prognose ist deshalb nicht zu gewagt: Eine der Hansestädte wird es erwischen.

Sotschi ist Betrug an den Sportlern!

 

Am Freitag, 7. Februar beginnen die Olympischen Winterspiele in Sotschi (Russland). Doch Vorfreude ist nirgends zu spüren, nicht einmal bei der Bevölkerung in Sotschi selbst. Natürlich, die Sportler selbst freuen sich auf die Spiele, schließlich ist eine Olympia-Teilnahme das Highlight der Karriere, darauf – und womöglich noch einen Medaillengewinn – arbeitet man hin. Aber Sotschi als Austragungsort zu wählen, war gleichzeitig Betrug an den Sportlern!

Wer von der jetzigen Generation schon länger erfolgreich ist, der darf wenigstens Vancouver 2010 in angenehmer Erinnerung behalten. Die älteren Sportler erinnern sich mit einem Lächeln im Gesicht vor allem an Lillehammer 1994, die vielleicht schönsten Spiele aller Zeiten. Es waren echte Winterspiele in einer heiteren, lockeren Atmosphäre mit viel Schnee und einer Sonne, die vom Himmel lachte. Die Norweger blieben sich treu, ihre Haustüren blieben unverschlossen und sie feuerten die Sportler aller Nationen an.

Welcher Kontrast dagegen in Sotschi. „Olympia in Sotschi ist skurril“, hat zum Beispiel Leichtathletik-Chef Clemens Prokop über die seltsame IOC-Entscheidung geurteilt, „Winterspiele an einem Ort, wo fast ein Mittelmeerklima herrscht“. Rund um den „Medal Plaza“ unweit des Strandes am Schwarzen Meer wird man wohl keine Winter-Atmosphäre zaubern können.

„Geld darf nicht allein entscheiden“ hat Alfons Hörmann, der neue Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes, gewarnt. Aber diese Warnung kommt zu spät. Das Geld spielte bei der IOC-Entscheidung für Sotschi ebenso eine Rolle wie der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Erst hinterher machten sich die Entscheider darüber Gedanken, was sie denn da angerichtet haben. Was Sotschi angeht, da ist man dem Werben von Russlands Präsidenten Putin erlegen, der die „besten Spiele aller Zeiten“ offerierte. Putins Spiele. Keine Rede von Terrorgefahr, keine Rede von organisatorischen Mängeln, die jetzt zutage treten. Die teuersten Spiele aller Zeiten mit über 40 Milliarden Euro „glänzen“ im Vorfeld mit Bauten, die noch nicht fertig sind, mit Raubbau an der Natur, mit einer Infrastruktur, die nur zum Teil geschaffen wurde. Viele Versprechungen für nichts. Dafür Sotschi als Hochsicherheitstrakt ohne Bewegungsfreiheit für die Athleten. Olympische Freude sieht anders aus.

Den Sportlern bleibt nur ein Trost: Konzentration auf den Sport. Wer erfolgreich ist, der wird sich dennoch gern an Sotschi erinnern, wer nicht erfolgreich ist, der wurde sogar um das Erlebnis Olympia betrogen. Ein Erlebnis, wie er es eben in Lillehammer hätte erleben dürfen, oder zuletzt in Vancouver. Das IOC denkt leider an die Sportler zuletzt.

Was aber dürfen wir von den deutschen Olympia-Teilnehmern erhoffen? Alfons Hörmann wäre mit „ab 25 Medaillen aufwärts“ zufrieden, 30 Medaillen waren es zuletzt in Vancouver, Deutschland war die Nummer 2 in der Nationenwertung hinter Gastgeber Kanada. Die meisten Medaillen sammelte Deutschland zuletzt 2002 in Salt Lake City mit 36 und war damals sogar der fleißigste Medaillensammler. Doch Medaillen sind nicht alles, auch die Plätze dahinter sollten gewürdigt werden. Leider ist es aber heute so, dass der Zweite schon der erste Verlierer ist.

Medaillenhoffnungen haben wir im deutschen Team genügend. „Neunmal Gold“ ist Prognose der Sport-Bild, vor allem die Rodler könnten zu Gold-Hamsterern werden, wenn die bisherigen Weltcup-Resultate fortgesetzt werden. Ob Damen oder Herren, Doppelsitzer oder Team, die Deutschen liegen vorn. Ähnlich dominant war nur noch Eric Frenzel in der Nordischen Kombination. Es wäre für ihn ein Schlag ins Gesicht, würde er ohne Metall bleiben. Zum Favoritenkreis gehören auch die Alpin-Stars Maria Höfl-Riesch (in allen Disziplinen!) und Felix Neureuther (Slalom und neuerdings sogar Riesenslalom). In den nordischen Disziplinen könnte für die Skispringer und im Sprint der Langläufer etwas abfallen. Auf dem Eis gibt es einige Hoffnungen für die Bobfahrer, natürlich das Eiskunstlaufpaar Szolkowy/Savchenko und Claudia Pechstein auf den langen Strecken im Eisschnelllauf sowie Jenny Wolf über 500 m. Darüber hinaus dürfen wir uns im Snowboard überraschen lassen.

Geht man nach den Einschaltquoten im Fernsehen, dann ist Biathlon die beliebteste Wintersportart der Deutschen. Die Zeiten der Medaillenhamsterer wie Magdalena Neuner sind allerdings vorbei. Einzelerfolge in den letzten Rennen machen zwar Hoffnung auf die eine oder andere Überraschung (Andrea Henkel, Simon Schempp, Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer), doch realistische Medaillenchancen haben vor allem die Staffeln. Bei den Damen und Herren scheinen ein paar Konkurrenten übermächtig zu sein. In Vancouver gab es im Biathlon noch fünf Medaillen, in Sotschi eigentlich unvorstellbar.

Eine Entscheidung steht zur Stunde noch aus: Wer trägt die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier? Neben Andrea Henkel und Maria Höfl-Riesch ist auch Claudia Pechstein im Gespräch, doch es wäre ein Anachronismus, würde der Eisschnelllauf-Zicke, die wegen Dopings gesperrt war, diese Ehre zuteil werden. Aber es würde auch zu den Sportfunktionären passen!

Trotz allem: Lassen wir uns den Spaß am Sport nicht verderben und lassen wir uns überraschen, wie viel olympische Begeisterung das Publikum zustande bringt. Eines ist auch klar: Nach Olympia wird Sotschi wieder in einen Winterschlaf verfallen, die meisten Bauten werden leider verfallen und die Bevölkerung nicht besser leben als zuvor. Am Ende bleiben 40 Milliarden Euro Kosten für zwei Wochen olympische Scheinwelt.

Das „Aktuelle Sportstudio“ schadet sich selbst

 

Es ist eine Institution beim ZDF, etwa wie „Wetten, dass…?“ oder das „heute journal“. Das „Aktuelle Sportstudio“ hat bereits über 50 Jahre auf dem Buckel – und das merkt man ihm an. Ähnlich wie bei „Wetten, dass…?“ wären heute nicht mehr viele Zuschauer traurig, wenn die Sendung von der Bildfläche verschwinden würde. Die Probleme sind allerdings hausgemacht, gewissermaßen schadet sich das „Aktuelle Sportstudio“ selbst.

Problem 1: Nur noch in den seltensten Fällen ist das „Aktuelle Sportstudio“ wirklich aktuell und wirklich ein „Sportstudio“. Das Wort „aktuell“ hat das ZDF sogar einmal gestrichen, dann aber klammheimlich wieder eingeführt, offensichtlich, weil der gesamte Begriff eben eine Marke darstellt. Während der Bundesliga-Saison ist das „Sportstudio“ allerdings meist nur ein „Fußball-Studio“, andere Sportarten werden nur am Rande abgehandelt. Eine Ausnahme gab es kürzlich, als vor Beginn der Bundesliga-Rückrunde das „Sportstudio“ dem Wintersport gewidmet war. Es war sogar eine ausgezeichnete Sendung. So geht es also auch.

Problem 2: Im eigenen Sender hat der Sport offensichtlich kein „Standing“. Früher wurde die Sendung hin- und hergeschoben, mal begann sie um 22.00 Uhr, mal um 23.00 Uhr oder noch später. Da in der Mehrheit der Beginn um 22.00 Uhr war, war dies noch besser, als der „feste Sendeplatz“ um 23.00 Uhr. „Fester Sendeplatz“ deshalb unter Anführungszeichen, weil auch dies nicht sicher ist. Sendungen wie „Willkommen bei Carmen Nebel“ (früher eklatant, heute kaum noch) oder „Wetten, dass…?“ haben teilweise maßlos überzogen und der Beginn des „Sportstudios“ wurde bis auf Mitternacht verschoben. Das wird wohl wieder am 1. Februar passieren, wenn vorher die „Goldene Kamera“ verliehen wird. Hier müsste die Sportredaktion viel mehr Druck auf die anderen Ressorts machen. Die Verspätungen führen heute dazu, dass das „Sportstudio“ auf Rücksicht auf die Gäste aufgezeichnet wird, weil man keinem zumuten kann, bis Mitternacht auszuharren. Der Dienst am Kunden ist außerdem meist schlecht, weil Zuschauer, die auf die Sportsendung warten, kaum informiert werden, wann es wirklich los geht.

Problem 3: Die Sendung ist heute nicht mehr so bunt und attraktiv wie sie früher war. Außerdem sind die verschiedenen Moderatoren heute nicht mehr so populär wie früher ein Wim Thoelke, Harry Valerien oder Dieter Kürten. Es fehlen die Glanzpunkte und so dümpelt die Einschaltquote meist um die zwei Millionen Zuschauer oder sogar weniger dahin. Kein Aushängeschild für das ZDF.

Problem 4: Das ZDF zahlt an die DFL viel Geld für Zweit- oder Drittrechte bei den Übertragungen. Über die Fußball-Bundesliga dürfte am Samstag ab 21.45 Uhr berichtet werden, doch es wird derzeit 23.00 Uhr oder später. Eine höhere Einschaltquote wäre wohl bei einem früheren Beginn garantiert. Als das Schlagerspiel Dortmund – Bayern anstand, da gestand sogar Carmen Nebel am Beginn ihrer Sendung „ich muss wegen dem Schlagerspiel pünktlich fertig sein“ und über drei Millionen Zuschauer waren das Resultat. Ein Ausreißer. Aber das ZDF sollte auf die frühere Startzeit um 22.00 Uhr zurückkehren und auf den zusätzlichen Krimi am Abend als Füller verzichten. Auch müsste es möglich sein, die Abendnachrichten wieder auf fünf Minuten zu kürzen, das ging früher auch. Am Wochenende geben Politiker meist Ruhe, da passiert nicht so viel.

Wenn das ZDF das „Aktuelle Sportstudio“ in eine glückliche Zukunft führen will (noch einmal 50 Jahre sind wohl kaum drin), dann müsste man sich wieder einmal ein neues Konzept überlegen und die Sendung modernisieren. Außerdem sollte man auch auf Winter- oder Sommerpausen verzichten, wenn die Fußball-Bundesliga nicht spielt. Über Weihnachten und Neujahr bis Mitte Januar fiel das „Sportstudio“ zum Beispiel einfach aus. Wahrscheinlich gab es dafür zwei Gründe: Geld und Personal sparen sowie zuwenig Anziehungskraft ohne Fußball. Zweifelhafte Argumente.

Bei dieser Gelegenheit könnte wieder einmal eine alte Idee aufgegriffen werden, nachdem ja auch das einstige Flaggschiff „Wetten, dass…?“ ziemlich schwächelt. Ein bunter Samstagabend mit verschiedenen Teilen und ab 21.45 Uhr fest terminierten Fußballblöcken, so dass sich der Fußballfan danach richten kann. Sport und Musik geht ja im Radio auch. Das würde bedeuten, dass einigermaßen aktuell über die Bundesliga berichtet werden kann und die Fans nicht bis nach Mitternacht warten müssen. Wetten, dass die Einschaltquoten steigen würden!

Entscheidendes Jahr: Bleiben die Bayern Weltspitze oder nicht?

 

Am Freitag, 24. Januar, beginnt die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Die ARD hat sich als Live-Spiel zum Auftakt natürlich den Schlager Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern München ausgesucht, wie schon zu Beginn der Saison. Damals war es das Duell zweier Traditionsmannschaften, die Gladbacher aktuell nicht in vorderster Front. Jetzt aber ist es das Duell Dritter gegen Erster und dabei wollen die Gladbacher Erster sein. Der Erste nämlich, der die Bayern in dieser Saison schlagen kann.

Es kann gleich ein wegweisendes Spiel für die Münchner sein. Kommen sie gut aus den Startlöchern? Sie müssen sofort in Form sein, was beim 0:3 im letzten Testspiel in Salzburg allerdings keineswegs so aussah. Aber von den ersten acht Pflichtspielen müssen die Bayern sechs (!) auswärts bestreiten. Auch für die beste Mannschaft der Welt eine gewaltige Aufgabe. Die Spiele aber werden den Weg weisen, vor allem die Duelle mit Arsenal London in der Champions League: Bleiben die Bayern Weltspitze oder nicht?

Derzeit gibt es keine Zweifel daran, dass der Triple- und Weltpokalsieger weltweit die Nummer 1 ist. Das weisen die Titel aus, das weist die internationale Vereins-Rangliste aus. Gehen die Bayern 2014 jedoch leer aus, dann stürzen sich nicht nur vom Thron, sondern nähren auch die Zweifel, ob 2013 vielleicht doch nur ein Ausnahmejahr war. Außerdem würde der neue Trainer Pep Guardiola erheblich an Reputation verlieren. Eher wünscht er sich wohl, dass er Nachfolger von Jupp Heynckes als Welttrainer des Jahres werden kann. Dafür müssen er und seine Bayern nur gewinnen…

Bei aller Wertschätzung für Spieler und Trainer: Gleich wieder das Triple kann keiner erwarten. Die Bayern bleiben Weltspitze, wenn auch nicht die Nummer 1, wenn sie in der Champions League das Halbfinale erreichen. Immerhin hat es ja noch kein Verein geschafft, den Pokal der Champions League erfolgreich zu verteidigen, auch der FC Barcelona unter Pep Guardiola nicht. Aber (siehe oben) einer muss mal der Erste sein. Der FC Bayern hat es im Kreuz.

Die Fachzeitschrift kicker stellt in ihrer neuesten Ausgabe die „Weltmacht Bayern“ in den Mittelpunkt und zeigt auf, wo die Münchner noch wachsen müssen. Dabei geht es vor allem um ein internationales Standing, die sportliche Bilanz könnte nicht besser sein, wirtschaftlich ist der Verein kerngesund, angeblich verfügt er über ein Eigenkapital von 285 Millionen Euro. Ergebnis einer seit Jahrzehnten guten Vereinsführung, Basis dafür, dass der FC Bayern wirklich dauerhaft Weltspitze sein kann. Die Konkurrenz allerdings schläft nicht, Scheichs und russischen Mäzene als Geldgeber puschen englische und französische Klubs, die Spanier schieben Millionen Schulden vor sich her, so werden der FC Barcelona, Real Madrid, Chelsea London, Manchester City, Paris St. Germain, vielleicht auch Arsenal London, Manchester United, Juventus Turin, AC Mailand oder gar Borussia Dortmund auf Sicht ernsthafte Gegner bleiben. Allein wäre es ja an der Weltspitze ziemlich langweilig.

Zunächst aber geht es um die „Hausaufgaben“. Die Deutsche Meisterschaft wird immer als wichtigster und ehrlichster Titel angesehen. Hier befürchtet die Konkurrenz eher Langeweile, es sei denn, Borussia Mönchengladbach erschreckt zum Auftakt den Tabellenführer. Es würden zwar sieben Punkte Vorsprung vor Leverkusen bleiben, aber die Verfolger dürften wieder ein bisschen hoffen. Spannender wird sicherlich der Kampf dahinter um Platz zwei und drei, die jeweils die direkte Qualifikation zur Champions League bedeuten. Favorit als „Kronprinz“ bleibt Borussia Dortmund, weil Leverkusen und Mönchengladbach in der Vorrunde schon ziemlich an ihrem Limit gespielt haben, Dortmund aber nicht. Dahinter wollen vor allem Schalke und Wolfsburg einem den vierten Platz für die CL-Qualifikation wegschnappen.

Am Tabellenende wiederum stellt sich die Frage, wer eine ähnliche Aufholjagd wie im letzten Jahr der FC Augsburg starten kann. Der steht nach einer außergewöhnlichen Vorrunde auf Rang acht und könnte allein negativ enttäuschen. Da besteht die Gefahr, dass die Augsburger diejenige Mannschaft sein könnten, die sich sicher fühlt und plötzlich doch in Abstiegsgefahr gerät. Frag nach bei Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf in den letzen Jahren. Interessant auch, ob sich die Traditionsclubs HSV und Eintracht Frankfurt ins Mittelfeld aufmachen oder doch gegen den Abstieg kämpfen müssen. Der 1. FC Nürnberg wiederum wartet erst mal auf seinen ersten Sieg.

Darüber können die Münchner höchstens lachen. Sie haben ganz andere Sorgen. Auch auf dem Gipfel ist es nicht leicht, sondern ziemlich stürmisch.

Goldener Ball: Eine Wahl und der kleine Unterschied

 

Der Welt-Fußballverband feierte sich selbst, nein, besser, FIFA-Präsident Joseph Blatter lud ein, um seinen Auftritt im Glanze der Fußball-Größen zu haben. Die FIFA vergab den Ballon d’Or, den Goldenen Ball, aber nicht die Gewinner standen im Mittelpunkt, sondern der Verdacht der Schiebung und die Selbstdarsteller der FIFA.

Was soll die Wahl zum Weltfußballer des Jahres? Man sollte zwar meinen, dass wirklich Fachleute urteilen, wenn die Kapitäne und Trainer aller Nationalmannschaften zum Votum aufgefordert werden, dazu eine Auswahl von Journalisten und sonstigen Fachleuten, doch die Ergebnisse sprechen eine andere Sprache. Zwar wurde in der Vergangenheit nicht viel falsch gemacht, wenn man sich für Lionel Messi entschied, der zuletzt viermal gewann, aber es heißt ja nicht, dass der beste Fußballer der Welt gewählt werden soll, das ist Messi in Bestform zweifellos, sondern der Weltfußballer des Jahres. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, den viele nicht verstehen. Das wurde selten so deutlich wie in diesem Jahr.

Weltfußballer des Jahres hätte nur einer werden dürfen: Franck Ribery vom FC Bayern München! Der Franzose war der Spieler, der aus einer bestechend starken Mannschaft noch herausragte. Ribery gewann mit den Bayern fünf Titel und wurde zu Recht Europas Fußballer des Jahres. Wohlgemerkt nicht Christiano Ronaldo. Der Portugiese erhielt jetzt aber, wie schon 2008, den Goldenen Ball. Er gewann keinen Titel, machte Schlagzeilen als Torjäger bei Real Madrid und Portugals Nationalmannschaft. Ronaldo ist bereits ein Star, ein begnadeter Selbstdarsteller, der zuletzt beleidigt reagierte, weil er immer gegen Messi unterlag. Diejenigen, die nun Ronaldo wählten, wollten wohl ein bisschen Wiedergutmachung betreiben. Aus den Tränen der Enttäuschung wurden jetzt bei Ronaldo Tränen der Freude.

Oder waren es falsche Tränen? Ronaldo drohte, der FIFA-Gala in Zürich fernzubleiben, weil er seine Leistung nicht richtig gewürdigt sah. FIFA-Präsident Blatter machte ihn bei einer Veranstaltung erst lächerlich, ebnete ihm dann aber den Weg zum Goldenen Ball. Die Abstimmung wurde ganz einfach verlängert, da wohl noch nicht das richtige Ergebnis zustande kam. Ronaldo nutzte dies zur Eigenwerbung mit Toren. Blatter bekam sein gewünschtes Resultat. Wer das Bild anschaut, wie er Ronaldo anhimmelt, der weiß Bescheid! Ronaldo reiste wohl nur an, weil er wusste, dass er Sieger war! Es waren falsche Tränen, die Tränen eines Selbstdarstellers.

Es hätte aber nur Franck Ribery gewinnen dürfen. In diesem Jahr war Ribery ein genialer Vorbereiter, ein Antreiber. Tore stehen bei ihm nicht im Vordergrund. Aber ist der Vorlagengeber nicht wichtiger? Ronaldo erzielt tolle Tore, aber ohne die Vorlagen seiner Mitspieler wäre er kein Star. Hat er nicht die geeigneten Nebenspieler, kann er nicht glänzen. Ribery glänzt selbst mit seinem Dribblings, legt dann aber vor. Selbst UEFA-Präsident Michel Platini stellte fest: „Ribery hatte alles gewonnen, Ronaldo nichts, deshalb hätte Ribery den Goldenen Ball verdient gehabt.“ Bezeichnend: Ronaldo ist schon der große Star, Ribery stand vor Jahren eher negativ in den Schlagzeilen. Das zählte wohl eher als die Leistung im Jahr 2013.

Nett, wie sich Ribery tröstete. Vor der Wahl machte er deutlich, „ich will diesen Titel, es wäre meine Krönung“. Hinterher sagte er: „Das ist nicht so wichtig, die Mannschaft ist wichtig.“ Seltsam, dass Ribery hinter dem lange verletzten Messi sogar nur Dritter wurde.

Abseits davon feierten der deutsche Fußball und der FC Bayern München einen Triumph. Im Weltfußball wird deutsch gesprochen. Jupp Heynckes wurde Welttrainer des Jahres, Silvia Neid Welttrainerin des Jahres und Nationaltorhüterin Nadine Angerer Weltfußballerin des Jahres. An diesen Wahlen gab es keine Zweifel! Bayerns Triumphe 2013 schlugen sich zwar nicht bei der Wahl zum Weltfußballer nieder, aber bei der FIFA-Weltauswahl. Hier wurden Manuel Neuer, der sich jetzt zu Recht bester Torhüter der Welt nennen darf, Philipp Lahm und Franck Ribery in die Mannschaft gewählt. Drei Spieler aus der Bundesliga in dieser Auswahl gab es noch nie. Auch ein Philipp Lahm als „Allround-Genie“ hätte es verdient, Weltfußballer des Jahres zu werden. Dazu müsste er aber wohl noch mindestens 30 Tore schießen… Auch Barcelonas Stars Iniesta und Xavi schnitten die Jahre zuvor unter Wert ab. Es ist, als würden auch die „Fachleute“ nur die Stars kennen.

Übrigens: Bastian Schweinsteiger versprach Franck Ribery, „wir wiederholen unsere Erfolge und dann werden wir doch sehen, ob Du nicht Weltfußballer wirst.“ Toni Kroos sah es richtig: „Ribery hätte es verdient gehabt, aber eigentlich ist Fußball ein Mannschaftssport und da zählt nicht der Einzelne, sondern die Mannschaft. Die Wahl ist eigentlich Unsinn.“ Ganz einfach also, was auch die Rangliste so sieht: Der FC Bayern München ist die beste Mannschaft der Welt. Die Niederlage sollte Ribery anstacheln, die Siegesserie mit den Bayern zu wiederholen!

Das könnte 2014 im Sport alles passieren!

 

Das alte Jahr verabschiedet sich, das neue steht vor der Tür. Voraussagen haben jetzt Hochkonjunktur, ernste und weniger ernste. Hier zur Abwechslung vom Sport-Grantler eine weniger ernste Vorausschau, was 2014 alles passieren könnte:

Olympische Winterspiele: Die Wettkampfstätten und Wohnungen sind in Sotschi zwar immer noch nicht ganz fertig, es regiert das Chaos, aber die Spiele können doch stattfinden. Zunächst zumindest. Ein Wärme-Einbruch in der Stadt an der Schwarzmeerküste mit über 20 Grad lässt die mühsam präparierten Schneepisten hinweg schmelzen. Nur die Wettbewerbe mit Kunsteis bzw. in den Hallen können noch stattfinden. Damit wird Deutschland die Nummer 1 in der Medaillenliste, da die Rodler alle Wettbewerbe gewinnen. Das IOC kündigt erste Konsequenzen nach dem Debakel an: „Hawaii braucht sich um die Winterspiele nicht zu bewerben“, sagt ein Pressesprecher. Dafür meldet sich Katar als Ausrichter: „Wir garantieren in unseren Hallen Schneesicherheit.“ Katar plant ein Halle zu bauen, so hoch wie die Streif in Kitzbühel und will die Abfahrtsstrecke entsprechend kopieren.

Formel 1: Am 16. März beginnt in Australien die neue Saison. Neue Motoren, neue Autos, aber die alten Rennställe und alten Fahrer und gleichen Ergebnisse: Als Sebastian Vettel die ersten sechs der insgesamt 19 Rennen alle gewonnen hat, schreitet Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zu einem drastischen Mittel: Als dem Gefängnis in Stadelheim heraus (er sitzt wegen Betrugs) verfügt er, dass ab sofort die Regel gilt, dass der, der sechs Rennen gewonnen hat, keine WM-Punkte mehr erhält. Damit wird die Weltmeisterschaft noch einmal spannend. Weltmeister wird schließlich Nico Rosberg mit Mercedes. Die Fußball-Bundesliga will diese Regel künftig auch auf Bayern München anwenden.

Fußball-Bundesliga: Bayern München zieht an der Tabellenspitze einsam seine Kreise und lässt sich auch von der Gefängnisstrafe von Präsident Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung nicht irritieren. Kapitän Philipp Lahm schwört: „Wir werden so lange nicht verlieren, so lange Uli im Gefängnis sitzt.“ Dortmund, Leverkusen und Mönchengladbach reichen daraufhin ein Gnadengesuch auf die Freilassung von Uli Hoeneß ein, die Vereine wollen den dreifachen Betrag der Schadenssumme spenden. Am Ende der Saison verzichten die Bayern auf den Titel. „Wir werden ihn künftig in jedem Jahr einen Verein schenken, der es verdient hat.“ Diesmal darf ihn Schalke 04 in Empfang nehmen, damit sie einmal Meister sind und die Bayern werden „Meister der Herzen“.

Fußball-Weltmeisterschaft: Deutschland sorgt für eine negative Überraschung, bereits nach den Gruppenspielen erfolgt das Aus. Das 1:1 im letzten Spiel gegen die USA ist zu wenig, die USA kommt zusammen mit Ghana weiter. Jürgen Klinsmann frohlockt: „Ich habe ja genau gewusst, wie der Jogi spielen lässt“. Bundestrainer Joachim Löw zieht dennoch ein positives Fazit: „Wir haben uns weiterentwickelt und unsere Fans mit wunderbarem Fußball erfreut, man kann halt nicht immer gewinnen. Aber ich spüre, dass wir in den nächsten 50 Jahren Welt- oder Europameister werden.“ DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hält zu Löw: „Titel sind nicht alles, wir freuen uns über den sympathischen Auftritt der Mannschaft, die zum Beispiel Ghana gern den Vortritt gelassen hat.“ Weltmeister wird Brasilien, weil Schiedsrichter Felix Brych (München) im Finale gegen Spanien vier Elfmeter für Brasilien pfeift und übersieht, dass ein Schuss von Neymar außen durchs Netz ins Tor ging. Die FIFA betont: Tor ist Tor, egal von wo der  Ball über die Linie geht.

Wimbledon: Eigentlich würde das Finale Federer gegen Djokovic heißen, aber die Fans fordern vehement ein Finale der Trainer. So treten Stefan Edberg und Boris Becker noch einmal gegeneinander an. Nach dem ersten Satz bricht der Schiedsrichter allerdings ab, denn dort, wo der schwergewichte Boris immer den Becker-Hecht gemacht hat, haben sich dicke Kuhlen im Rasen gebildet. Ein Spiel ist nicht mehr möglich.

Tour de France: Die Tour wird zum Symbol für sauberen Sport. Sie wird nach der 13. Etappe mit der Bergankunft in Chamrousse abgebrochen, weil die Fahrer sich weigern, Dopingmittel zu nehmen und inzwischen mit ihren Kräften am Ende sind. Keiner sieht sich in der Lage die nächste Etappe von Grenoble nach Risoul noch in Angriff zu nehmen.

Ryder Cup: In Gleneagles in Schottland trifft im Golf wieder Europa auf die USA. Mit dabei Deutschlands Spitzengolfer Martin Kaymer, obwohl er in diesem Jahr noch keinen einzigen Putt versenken konnte. Er wird nominiert, weil er vor zwei Jahren für den entscheidenden Putt und Punkt gesorgt hatte. „Er ist unser Maskottchen“, heißt in der Mannschaft Europas. Martin Kaymer ist zuversichtlich: „Ich spüre, mein Spiel wird immer besser, ich kann um den Sieg spielen.“ Und tatsächlich, Kaymer führt Europa wieder zum Sieg. Er will noch so lange spielen, bis der Ryder Cup in Deutschland ausgetragen wird.

Ob es wirklich so kommt? Eines ist sicher: Der Sport wird uns auch 2014 viele Überraschungen bringen, wird uns jubeln und trauern lassen, aber hoffentlich meistens Spaß machen. Wie auch immer, für alle ein gutes und schönes neues Jahr.

Das Jahr des FC Bayern

 

Die fünf Pokale standen da, stolz aneinander gereiht, Sinnbild des erfolgreichen Jahres 2013. Die Bayern haben national und international abgeräumt, was abzuräumen war. Nur den lästigen deutschen Supercup haben sie Borussia Dortmund überlassen. Ein Pokal als Notanker, wenn man sonst gar nichts gewinnt. Ohne Bedeutung, wenn man alles gewinnt, schließlich war da die neue Ehe der Bayern mit Trainer Pep Guardiola noch zu jung, der Zeitpunkt des Spieles liegt immer in der Vorbereitung. Aber sonst? Die Münchner schier unschlagbar – es war das Jahr des FC Bayern!

Wann auch immer die Sprache darauf kommt, die Bayern sehen den Ursprung ihrer Erfolge in der Niederlage „dahoam“, 2012 im Finale der Champions League gegen Chelsea London in der Allianz-Arena. Der Stachel saß tief und die Generation der Schweinsteiger und Lahm quasi vor einem Scherbenhaufen, mit dem Zweifel „werden wir nie etwas Bedeutendes gewinnen?“

Jetzt sind sie in die Geschichte eingegangen, sind die Generation mit dem erfolgreichsten Jahr seit Bestehen des Vereins, seit 113 Jahren, haben das historische „Triple“ geschafft. Sie haben die Meisterschaft dominiert, sind im Pokalfinale nur ein bisschen ins Wanken gekommen, haben aber im Finale der Champions League und des UEFA-Supercups auch ein bisschen Glück benötigt. Das darf man im Sport aber nie vergessen: Ohne Glück kann auch der Tüchtige nicht erfolgreich sein. Es hat halt wirklich alles gepasst und wer den FC Barcelona ohne Gegentor ausschaltet, der hat die wichtigste Trophäe, nämlich den Pott der Champions League wohl verdient. Die Klub-Weltmeisterschaft am Ende des Jahres in Marokko, gegen Erdteil-Sieger, die keine echten Konkurrenten sein konnten, war eine schöne Zugabe und nur die offizielle Bestätigung für das, was alle schon gesagt haben: Die Bayern sind derzeit die beste Mannschaft der Welt!

Der FC Bayern hat aber nicht nur Pokale geholt, sondern er hat auch Rekorde gebrochen und vor allem eines erreicht: Mit schönem Fußball hat er Fans gewonnen, mit seinem Auftreten Sympathien gewonnen, mit Respekt sehen Vereinsfunktionäre und Fans der Bundesliga, dass die Bayern sich den Erfolg erarbeitet und deshalb verdient haben. Die Rekorde sind teilweise für die Ewigkeit gemacht, teils können sie noch selbst verbessert werden. In der Bundesliga ist die Mannschaft seit 41 Spielen ungeschlagen, Nummer 42 folgt am 24. Januar in Mönchengladbach. Franck Ribery ist übrigens bereits 43 Spiele ohne Niederlage mit den Bayern, Javi Martinez hat mit dem FCB überhaupt noch nicht verloren! Ob in der Bundesliga Punkte, ob Tore, die Bayern sind in den Rekordlisten vorn. In der Jahresbilanz waren es 56 Spiele, 50 Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen in den Pflichtspielen.

„Kein Mensch weiß, ob wir jemals wieder so erfolgreich sein werden“, schätzt Bayern-Präsident Uli Hoeneß das Jahr 2013 ein. Er sorgte mit seiner Steuersache für den einzigen Wermutstropfen rund um den Verein, aber die Bayern-Familie hielt zu ihrem „Macher“, einer der Väter des Erfolges. Für Uli Hoeneß wird das Jahr 2014 ein Bedeutendes: Muss er ins Gefängnis, kommt er mit seiner Steuerhinterziehung und der Selbstanzeige mit einem blauen Auge davon? Seltsam ist, dass man noch nichts gehört, wie der Täter verfolgt wird, der die Steuersache Hoeneß an die Öffentlichkeit gebracht hat.

An eine Fortsetzung des Erfolges glauben andere im Verein. Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge hofft, „vielleicht täuscht sich ja der Uli“ und Sport-Vorstand Matthias Sammer fordert: „Die Weltspitze muss Normalität werden“. Eine goldene Zukunft verheißt auch das Durchschnittsalter der Mannschaft, denn viele Spieler, wie zum Beispiel Österreichs Star David Alaba, sind noch gar nicht am Zenit ihres Könnens angelangt. Andererseits hat auch der neue Trainer Pep Guardiola noch nicht so lange mit der Mannschaft gearbeitet, um das zu erarbeiten und was ihm vorschwebt bzw. was er mit dem FC Barcelona bereits erreicht hat: Beständig Weltspitze zu sein. Pep Guardiola zeigte aber auch in den Tagen des Triumphes Größe und erinnerte immer wieder an Vorgänger Jupp Heynckes, der die Basis gelegt habe und in der Saison 2012/2013 mit dem Triple erst ermöglicht hatte, dass Pep mit Supercup und Klub-Weltmeisterschaft noch zwei Pokale zusätzlich gewinnen konnte.

Der FC Bayern nicht mehr aufzuhalten? Wieder Warner Uli Hoeneß: „Wir müssen auch wieder einmal mit nur einem Titel im Jahr zufrieden sein.“ Andere Vereine wären mit einem Titel schon glücklich!

Übrigens: Wenn viele nach den Triumphen der Bayern fordern, dass Bundestrainer Joachim Löw nun endlich den Weltmeister-Titel holen müsste, dann vergleichen sie Äpfel mit Birnen. Bei den Bayern waren zuletzt u. a. Ribery (Frankreich), Robben (Niederlande), Dante (Brasilien), Martinez und Thiago (beide Spanien), natürlich neben deutschen Nationalspielern, die entscheidenden Leute. Klub-Weltmeister Bayern München ist nicht gleichzusetzen mit Weltmeister Deutschland.

Machen die Schiedsrichter den Fußball kaputt?

 

Manchmal sitzt der Sport-Grantler vor dem Fernseher und bewundert die Schieds- und Linienrichter beim Fußball, wie sie knappste Entscheidungen genau erkennen, die von den Bildern der TV-Kamera erst nach der dritten oder vierten Wiederholung bestätigt werden. Fast möchte der Sport-Grantler sagen, „das war einmal“. Zuletzt sorgten die Fußball-Schiedsrichter auf nationaler und internationaler Bühne mit hanebüchenden Entscheidungen vor allem für Ärger und das wirft die Frage auf: Machen die Schiedsrichter den Fußball kaputt?

Einige Beispiele aus den letzten Tagen. Zuerst der Blick auf die Champions League. Beim 2:0 von Schalke über Basel standen beim zweiten Tor mehrere Schalker deutlich im Abseits. Schiedsrichter Tagliavento (Italien) und seine Assistenten sahen es nicht, pfiffen auch sonst schwach, erhielten vom kicker die Note 6. Ähnliches bei Marseille – Dortmund, beim 1:1 eine deutliche Abseitsstellung von Diawaras, Schiedsrichter Strahonja (Kroatien) erhielt die 5. Die Leverkusener litten in San Sebastian vor allem unter der großen Härte der Spanier, Schiedsrichter Hagen (Norwegen) zückte gleich zweimal großzügig Gelb statt Rot. Da sah der kicker auch Rot und gab die 6.

Wir sehen, nicht nur die deutschen Schiedsrichter beeindruckten mit Fehlleistungen, schade, dass sie am Wochenende wieder bewiesen, dass sie auch schlecht pfeifen können. Den Vogel schossen Kinhöfer und seine Assistenten beim Spiel Hannover – Nürnberg (3:3) ab, als sie zwei Meter Abseits von Hannovers Diouf beim 2:3 nicht sahen. Dies kostete Nürnberg am Ende den ersten Sieg und kann entscheidend im Abstiegskampf sein!

Schiedsrichter entscheiden über Millionen Euro an Geldern, die im Umlauf sind. Ein Abstieg kann für einen Verein zum Ruin führen! Nicht erklärbar, dass sich die Bundesliga hier nicht aller technischen Hilfsmittel bedient!

Freilich, die Schiedsrichter wehren sich, wenn sie sagen, wir machen weniger Fehler als die Spieler. Aber ihre Fehler fallen eben mehr auf. Dem Stürmer verspringt der Ball, er hat Pech mit einem Schuss gegen Pfosten oder Latte, der Abwehrspieler stolpert oder schätzt die Situation falsch ein. Beim Schiedsrichter verspringt oder stolpert die Pfeife nicht, er muss nur richtig gucken!

Unverständlich das Argument von vielen Fußball-Funktionären, dass Fehlentscheidungen zum Fußball gehören und der Fan die Diskussionen über diese Fehlentscheidungen braucht und nur so der Fußball interessant bleibt. Das sagen sie meist nur, wenn sie gerade von solchen Pfiffen profitiert haben. Zum modernen Fußball sollte folgendes gehören: Torkamera, die deutlich anzeigt, wann der Ball über der Linie ist. Kameras, die Abseitsentscheidungen beobachten. Da könnte sich der Schiedsrichter mit einem schnellen Blick bei Protesten vergewissern, ob er richtig entschieden hat, möglich wäre aber auch, dass jede Mannschaft pro Halbzeit einen Antrag auf Ansehen des TV-Beweises, damit nicht dauernd unterbrochen wird. Solche Unterbrechungen dauern aber nicht länger als manche Diskussionen auf dem Platz oder wenn gegen Spielende auf Zeit gespielt wird, zum Beispiel, bis ein Einwurf ausgeführt wird.

Der Fußball aber würde an Glaubwürdigkeit gewinnen und Diskussionsstoff bliebe genug.

Mehr Angst vor der Hitze als vor den WM-Gegnern!

 

Jetzt kann die Fußball-Weltmeisterschaft kommen! Die WM-Auslosung bot allerdings nur wenig von der brasilianischen Lebensfreude und Begeisterung, wegen der wir uns auf diese Weltmeisterschaft freuen. Bleibt halt doch nur der sportliche Aspekt und da können sich Bundestrainer Joachim Löw und seine Mannen schon freuen: Das Los bescherte eine durchaus machbare Gruppe, der Blick kann nach vorne gerichtet werden. 

Portugal, Ghana und die USA sind Gegner, die durchaus ernst genommen werden müssen, die Deutschland aber auch schlagen muss bzw. gegen die man am Ende als Nummer eins der Gruppe dastehen muss, wenn man Weltmeister werden will. Ziehungsmodus und Losglück bescherten sehr unterschiedliche Gruppen. So dürfen Spanien und die Niederlande hadern (und mit ihnen Chile und Australien), denn der Gruppenzweite trifft im Achtelfinale wohl auf Brasilien. Glücklich sind damit freilich auch die Brasilianer nicht. Eine „Hammergruppe“ ist auch die Gruppe D mit Uruguay, Costa Rica, England und Italien. Ein „Großer“ muss ausscheiden! Als Gegenstück dazu gibt es die Gruppe C mit Kolumbien, Griechenland, Elfenbeinküste und Japan oder die Gruppe H mit Belgien, Algerien, Russland und Südkorea. 

Was bedeutet das für Deutschland? Portugal „lebt“ vor allem von Superstar Christiano Ronaldo. Ist er in Form, wird es gefährlich. Aber ein Mann allein macht noch keinen Sieger, da hat Deutschland mehr zu bieten. Ghana hat dagegen nicht den einen Superstar, aber einige Weltklassespieler und reizvoll ist vor allem das Duell der Boateng-Brüder. Als Mannschaft ist Ghana stärker einzustufen. Ja, und dann folgt das Aufeinandertreffen mit dem ehemaligen Bundestrainer und Löw-Chef Jürgen Klinsmann und den USA. Ein Geheimtraining kann sich Löw im Vorfeld schenken, die NSA wird für Klinsmann alle taktischen Kniffe ausspionieren… 

Der Weg ist eigentlich vorgezeichnet. Deutschland sollte Gruppensieger werden und trifft dann im Achtelfinale auf den Zweiten der Gruppe H, das könnte Russland sein, allgemein wird Belgien stärker eingeschätzt (Außenseiter mit Halbfinalchancen!), Südkorea könnte für eine Überraschung sorgen. Wie auch immer, der „Aufstieg“ ins Viertelfinale muss gelingen. Problem: Weite Anreise nach Porto Alegre und dort klimatisch schwierige Verhältnisse. 

Im Viertelfinale könnte Frankreich winken, eine schwere, aber lösbare Aufgabe, wenn Philipp Lahm seinen Mannschaftskameraden Franck Ribery in die Schranken weisen kann. Gespielt würde in Rio de Janeiro, da sollte die Hitze Frankreich keine Vorteile verschaffen. 

Geht also alles glatt, dann steht Deutschland im Halbfinale. Jetzt beginnt die WM erst richtig! Der Papierform nach könnten die Halbfinals Brasilien – Deutschland und Spanien – Argentinien lauten, die WM-Favoriten wären also unter sich, das Duell Südamerika gegen Europa auf dem Höhepunkt. Bela Horizonte wäre für Deutschland der nächste Spielort, quasi nur einen „Katzensprung“ von Rio entfernt. Offen ist allerdings, wie das DFB-Team überhaupt die Quartierfrage löst. Aber Brasilien wäre der Gegner, den man sich eigentlich erst im Endspiel wünscht. Doch wer Brasilien zu Hause ausschaltet, der sollte auch den Titel gewinnen! Wohlgemerkt „sollte“, „muss“ aber nicht… Vor allem darf der Bundes-Jogi da keine taktischen Fehler machen! 

Verfolgt man die Äußerungen nach der WM-Auslosung, so bleibt als Fazit, dass im deutschen Team die Angst vor der Hitze und den klimatischen Bedingungen größer ist als vor den WM-Gegnern. Egal ob Jogi Löw selbst oder Manager Oliver Bierhoff, die Rede war immer von den extremen Bedingungen. Hatten wir das nicht schon mal? Zum Beispiel in Mexico? Pech für das DFB-Team (Glück für uns Zuschauer zu Hause), dass Deutschland zweimal um die Mittagszeit antreten muss, also bei Hitze um die 30 Grad. Gegen Ghana (16 Uhr) ist es immerhin ein bisschen später. Aber austrainierte Profis sollten die Belastung verkraften können. Da muss auch die Vorbereitung stimmen und Löw bei den Aufstellungen Geschick beweisen, denn Wechsel sind möglich. 

Die WM kann also kommen – wenn die Stadien denn auch pünktlich fertig werden!

Erst die Gier, dann der Ärger

 

Was haben Fußball-Weltmeisterschaften und Olympische Spiele gemeinsam? Sie bereiten Ärger! In beiden Fällen war bei den Funktionären die Gier zu groß. Die Dollar- oder Euro-Noten in den Augen vernebelten das Hirn und versperrten den Blick auf die Probleme, welche die Austragungsorte bereiten könnten. Jetzt haben sie den Salat, sprich den Ärger und womöglich finden Fußballspiele und Olympische Spiele in nicht ganz fertigen Stadien statt!

Der jüngste Fall war das Unglück auf der WM-Stadionbaustelle von Sao Paulo. Ein Kran stürzte auf das Dach und verzögert nun die Fertigstellung. Am 31. Dezember sollten die Stadien fertig sein, jetzt wird es frühestens der 31. Januar, vielleicht auch später. Möglich, dass das Eröffnungsspiel gar nicht in Sao Paulo stattfinden kann, möglich auch, dass das eine oder andere Stadion in Brasilien bei der Weltmeisterschaft 2014 eher einer Baustelle als einem Schmuckstück gleicht.

Am kommenden Freitag, 6. Dezember, werden die Gruppen für die Fußball-Weltmeisterschaft ausgelost. In der Halle wird der schöne Schein überwiegen, dahinter allerdings werden Not und Elend sichtbar. Das wollen die Funktionäre rund um FIFA-Präsident Joseph Blatter natürlich nicht sehen. Es gilt allerdings als sicher, dass es auch während der WM Proteste geben wird, ähnlich wie beim Confed-Cup in diesem Jahr. Die Wut-Bürger in Brasilien werden dafür sorgen, dass Zuschauer, Gäste und vor allem die Fußballfunktionäre auch das Elend hinter dem schönen Schein sehen werden. Ob wir wirklich die viel beschworene Fußball-Begeisterung Brasiliens zu sehen bekommen?

Die Probleme in Katar bleiben darüber hinaus. Die WM wird dort erst 2022 stattfinden, sagen wir lieber, soll stattfinden. Schon jetzt gibt es aber jede Menge negative Schlagzeilen (Mangelnde Sicherheit auf den Baustellen, miserable Bedingungen für die Arbeiter). Das Scheichtum Katar wollte positive Werbung für sich haben, doch bekommen hat es Ärger und negative Schlagzeilen. Da waren wohl die Bestechungsgelder (die angeblich geflossen sind) zum Fenster rausgeschmissen. Jetzt werden wohl Scheichs und Fußballfunktionäre sagen, „den Ärger hätten wir uns ersparen können“.

Den Sportfunktionären des Internationalen Olympischen Komitees geht es nicht besser. Eigentlich verständlich, dass sie der Meinung waren, Russland müsste mal wieder die Spiele bekommen, zumal ja 1980 in Moskau durch den Boykott des Westens keine „richtigen“ Spiele waren. Allerdings müssten die IOC-Granden auch gesehen haben, dass Sotschi ein etwas seltsamer Austragungsort für Winterspiele ist und dies außerdem reine Putin-Spiele werden würden. Russlands Boss lässt zwar die Muskeln spielen, aber allein bauen kann er die Arenen nicht. Sotschi hinkt im Zeitplan stark hinterher, es ist heute zweifelhaft, ob alles funktioniert, ja sogar fertig wird. Bereits am 7. Februar 2014 geht es los! In diesen Tagen müssten eigentlich die ersten Tests beginnen, doch in Sotschi regieren Schlamm, Baulücken und Verzweiflung. Bei den derzeitigen Wetterkapriolen überall in der Welt können wir auf zwei Voraussagen bauen: Entweder werden es Frühlingsspiele (angeblich ist genug Schnee gebunkert) oder sie werden vom Winde verweht. Unerfreulich werden sie – abgesehen vom Sport – immer! Das steht jetzt schon fest.

Mit Rio de Janeiro als Ort für die Sommerspiele 2016 hat sich das IOC erneut Probleme aufgeladen. Ob es 2018 im Winter von Südkorea oder 2020 im Sommer von Tokio ruhiger sein wird? Wenn mal wieder die Erde in Japan bebt, dann sollte sie es dann tun, wenn sich IOC-Funktionäre dort befinden! Ein bisschen Angst würde nicht schaden und ein bisschen Verstand bei der künftigen Vergaben von Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen auch nicht!