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Entscheidendes Jahr: Bleiben die Bayern Weltspitze oder nicht?

 

Am Freitag, 24. Januar, beginnt die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Die ARD hat sich als Live-Spiel zum Auftakt natürlich den Schlager Borussia Mönchengladbach gegen den FC Bayern München ausgesucht, wie schon zu Beginn der Saison. Damals war es das Duell zweier Traditionsmannschaften, die Gladbacher aktuell nicht in vorderster Front. Jetzt aber ist es das Duell Dritter gegen Erster und dabei wollen die Gladbacher Erster sein. Der Erste nämlich, der die Bayern in dieser Saison schlagen kann.

Es kann gleich ein wegweisendes Spiel für die Münchner sein. Kommen sie gut aus den Startlöchern? Sie müssen sofort in Form sein, was beim 0:3 im letzten Testspiel in Salzburg allerdings keineswegs so aussah. Aber von den ersten acht Pflichtspielen müssen die Bayern sechs (!) auswärts bestreiten. Auch für die beste Mannschaft der Welt eine gewaltige Aufgabe. Die Spiele aber werden den Weg weisen, vor allem die Duelle mit Arsenal London in der Champions League: Bleiben die Bayern Weltspitze oder nicht?

Derzeit gibt es keine Zweifel daran, dass der Triple- und Weltpokalsieger weltweit die Nummer 1 ist. Das weisen die Titel aus, das weist die internationale Vereins-Rangliste aus. Gehen die Bayern 2014 jedoch leer aus, dann stürzen sich nicht nur vom Thron, sondern nähren auch die Zweifel, ob 2013 vielleicht doch nur ein Ausnahmejahr war. Außerdem würde der neue Trainer Pep Guardiola erheblich an Reputation verlieren. Eher wünscht er sich wohl, dass er Nachfolger von Jupp Heynckes als Welttrainer des Jahres werden kann. Dafür müssen er und seine Bayern nur gewinnen…

Bei aller Wertschätzung für Spieler und Trainer: Gleich wieder das Triple kann keiner erwarten. Die Bayern bleiben Weltspitze, wenn auch nicht die Nummer 1, wenn sie in der Champions League das Halbfinale erreichen. Immerhin hat es ja noch kein Verein geschafft, den Pokal der Champions League erfolgreich zu verteidigen, auch der FC Barcelona unter Pep Guardiola nicht. Aber (siehe oben) einer muss mal der Erste sein. Der FC Bayern hat es im Kreuz.

Die Fachzeitschrift kicker stellt in ihrer neuesten Ausgabe die „Weltmacht Bayern“ in den Mittelpunkt und zeigt auf, wo die Münchner noch wachsen müssen. Dabei geht es vor allem um ein internationales Standing, die sportliche Bilanz könnte nicht besser sein, wirtschaftlich ist der Verein kerngesund, angeblich verfügt er über ein Eigenkapital von 285 Millionen Euro. Ergebnis einer seit Jahrzehnten guten Vereinsführung, Basis dafür, dass der FC Bayern wirklich dauerhaft Weltspitze sein kann. Die Konkurrenz allerdings schläft nicht, Scheichs und russischen Mäzene als Geldgeber puschen englische und französische Klubs, die Spanier schieben Millionen Schulden vor sich her, so werden der FC Barcelona, Real Madrid, Chelsea London, Manchester City, Paris St. Germain, vielleicht auch Arsenal London, Manchester United, Juventus Turin, AC Mailand oder gar Borussia Dortmund auf Sicht ernsthafte Gegner bleiben. Allein wäre es ja an der Weltspitze ziemlich langweilig.

Zunächst aber geht es um die „Hausaufgaben“. Die Deutsche Meisterschaft wird immer als wichtigster und ehrlichster Titel angesehen. Hier befürchtet die Konkurrenz eher Langeweile, es sei denn, Borussia Mönchengladbach erschreckt zum Auftakt den Tabellenführer. Es würden zwar sieben Punkte Vorsprung vor Leverkusen bleiben, aber die Verfolger dürften wieder ein bisschen hoffen. Spannender wird sicherlich der Kampf dahinter um Platz zwei und drei, die jeweils die direkte Qualifikation zur Champions League bedeuten. Favorit als „Kronprinz“ bleibt Borussia Dortmund, weil Leverkusen und Mönchengladbach in der Vorrunde schon ziemlich an ihrem Limit gespielt haben, Dortmund aber nicht. Dahinter wollen vor allem Schalke und Wolfsburg einem den vierten Platz für die CL-Qualifikation wegschnappen.

Am Tabellenende wiederum stellt sich die Frage, wer eine ähnliche Aufholjagd wie im letzten Jahr der FC Augsburg starten kann. Der steht nach einer außergewöhnlichen Vorrunde auf Rang acht und könnte allein negativ enttäuschen. Da besteht die Gefahr, dass die Augsburger diejenige Mannschaft sein könnten, die sich sicher fühlt und plötzlich doch in Abstiegsgefahr gerät. Frag nach bei Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf in den letzen Jahren. Interessant auch, ob sich die Traditionsclubs HSV und Eintracht Frankfurt ins Mittelfeld aufmachen oder doch gegen den Abstieg kämpfen müssen. Der 1. FC Nürnberg wiederum wartet erst mal auf seinen ersten Sieg.

Darüber können die Münchner höchstens lachen. Sie haben ganz andere Sorgen. Auch auf dem Gipfel ist es nicht leicht, sondern ziemlich stürmisch.

Goldener Ball: Eine Wahl und der kleine Unterschied

 

Der Welt-Fußballverband feierte sich selbst, nein, besser, FIFA-Präsident Joseph Blatter lud ein, um seinen Auftritt im Glanze der Fußball-Größen zu haben. Die FIFA vergab den Ballon d’Or, den Goldenen Ball, aber nicht die Gewinner standen im Mittelpunkt, sondern der Verdacht der Schiebung und die Selbstdarsteller der FIFA.

Was soll die Wahl zum Weltfußballer des Jahres? Man sollte zwar meinen, dass wirklich Fachleute urteilen, wenn die Kapitäne und Trainer aller Nationalmannschaften zum Votum aufgefordert werden, dazu eine Auswahl von Journalisten und sonstigen Fachleuten, doch die Ergebnisse sprechen eine andere Sprache. Zwar wurde in der Vergangenheit nicht viel falsch gemacht, wenn man sich für Lionel Messi entschied, der zuletzt viermal gewann, aber es heißt ja nicht, dass der beste Fußballer der Welt gewählt werden soll, das ist Messi in Bestform zweifellos, sondern der Weltfußballer des Jahres. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, den viele nicht verstehen. Das wurde selten so deutlich wie in diesem Jahr.

Weltfußballer des Jahres hätte nur einer werden dürfen: Franck Ribery vom FC Bayern München! Der Franzose war der Spieler, der aus einer bestechend starken Mannschaft noch herausragte. Ribery gewann mit den Bayern fünf Titel und wurde zu Recht Europas Fußballer des Jahres. Wohlgemerkt nicht Christiano Ronaldo. Der Portugiese erhielt jetzt aber, wie schon 2008, den Goldenen Ball. Er gewann keinen Titel, machte Schlagzeilen als Torjäger bei Real Madrid und Portugals Nationalmannschaft. Ronaldo ist bereits ein Star, ein begnadeter Selbstdarsteller, der zuletzt beleidigt reagierte, weil er immer gegen Messi unterlag. Diejenigen, die nun Ronaldo wählten, wollten wohl ein bisschen Wiedergutmachung betreiben. Aus den Tränen der Enttäuschung wurden jetzt bei Ronaldo Tränen der Freude.

Oder waren es falsche Tränen? Ronaldo drohte, der FIFA-Gala in Zürich fernzubleiben, weil er seine Leistung nicht richtig gewürdigt sah. FIFA-Präsident Blatter machte ihn bei einer Veranstaltung erst lächerlich, ebnete ihm dann aber den Weg zum Goldenen Ball. Die Abstimmung wurde ganz einfach verlängert, da wohl noch nicht das richtige Ergebnis zustande kam. Ronaldo nutzte dies zur Eigenwerbung mit Toren. Blatter bekam sein gewünschtes Resultat. Wer das Bild anschaut, wie er Ronaldo anhimmelt, der weiß Bescheid! Ronaldo reiste wohl nur an, weil er wusste, dass er Sieger war! Es waren falsche Tränen, die Tränen eines Selbstdarstellers.

Es hätte aber nur Franck Ribery gewinnen dürfen. In diesem Jahr war Ribery ein genialer Vorbereiter, ein Antreiber. Tore stehen bei ihm nicht im Vordergrund. Aber ist der Vorlagengeber nicht wichtiger? Ronaldo erzielt tolle Tore, aber ohne die Vorlagen seiner Mitspieler wäre er kein Star. Hat er nicht die geeigneten Nebenspieler, kann er nicht glänzen. Ribery glänzt selbst mit seinem Dribblings, legt dann aber vor. Selbst UEFA-Präsident Michel Platini stellte fest: „Ribery hatte alles gewonnen, Ronaldo nichts, deshalb hätte Ribery den Goldenen Ball verdient gehabt.“ Bezeichnend: Ronaldo ist schon der große Star, Ribery stand vor Jahren eher negativ in den Schlagzeilen. Das zählte wohl eher als die Leistung im Jahr 2013.

Nett, wie sich Ribery tröstete. Vor der Wahl machte er deutlich, „ich will diesen Titel, es wäre meine Krönung“. Hinterher sagte er: „Das ist nicht so wichtig, die Mannschaft ist wichtig.“ Seltsam, dass Ribery hinter dem lange verletzten Messi sogar nur Dritter wurde.

Abseits davon feierten der deutsche Fußball und der FC Bayern München einen Triumph. Im Weltfußball wird deutsch gesprochen. Jupp Heynckes wurde Welttrainer des Jahres, Silvia Neid Welttrainerin des Jahres und Nationaltorhüterin Nadine Angerer Weltfußballerin des Jahres. An diesen Wahlen gab es keine Zweifel! Bayerns Triumphe 2013 schlugen sich zwar nicht bei der Wahl zum Weltfußballer nieder, aber bei der FIFA-Weltauswahl. Hier wurden Manuel Neuer, der sich jetzt zu Recht bester Torhüter der Welt nennen darf, Philipp Lahm und Franck Ribery in die Mannschaft gewählt. Drei Spieler aus der Bundesliga in dieser Auswahl gab es noch nie. Auch ein Philipp Lahm als „Allround-Genie“ hätte es verdient, Weltfußballer des Jahres zu werden. Dazu müsste er aber wohl noch mindestens 30 Tore schießen… Auch Barcelonas Stars Iniesta und Xavi schnitten die Jahre zuvor unter Wert ab. Es ist, als würden auch die „Fachleute“ nur die Stars kennen.

Übrigens: Bastian Schweinsteiger versprach Franck Ribery, „wir wiederholen unsere Erfolge und dann werden wir doch sehen, ob Du nicht Weltfußballer wirst.“ Toni Kroos sah es richtig: „Ribery hätte es verdient gehabt, aber eigentlich ist Fußball ein Mannschaftssport und da zählt nicht der Einzelne, sondern die Mannschaft. Die Wahl ist eigentlich Unsinn.“ Ganz einfach also, was auch die Rangliste so sieht: Der FC Bayern München ist die beste Mannschaft der Welt. Die Niederlage sollte Ribery anstacheln, die Siegesserie mit den Bayern zu wiederholen!

Das könnte 2014 im Sport alles passieren!

 

Das alte Jahr verabschiedet sich, das neue steht vor der Tür. Voraussagen haben jetzt Hochkonjunktur, ernste und weniger ernste. Hier zur Abwechslung vom Sport-Grantler eine weniger ernste Vorausschau, was 2014 alles passieren könnte:

Olympische Winterspiele: Die Wettkampfstätten und Wohnungen sind in Sotschi zwar immer noch nicht ganz fertig, es regiert das Chaos, aber die Spiele können doch stattfinden. Zunächst zumindest. Ein Wärme-Einbruch in der Stadt an der Schwarzmeerküste mit über 20 Grad lässt die mühsam präparierten Schneepisten hinweg schmelzen. Nur die Wettbewerbe mit Kunsteis bzw. in den Hallen können noch stattfinden. Damit wird Deutschland die Nummer 1 in der Medaillenliste, da die Rodler alle Wettbewerbe gewinnen. Das IOC kündigt erste Konsequenzen nach dem Debakel an: „Hawaii braucht sich um die Winterspiele nicht zu bewerben“, sagt ein Pressesprecher. Dafür meldet sich Katar als Ausrichter: „Wir garantieren in unseren Hallen Schneesicherheit.“ Katar plant ein Halle zu bauen, so hoch wie die Streif in Kitzbühel und will die Abfahrtsstrecke entsprechend kopieren.

Formel 1: Am 16. März beginnt in Australien die neue Saison. Neue Motoren, neue Autos, aber die alten Rennställe und alten Fahrer und gleichen Ergebnisse: Als Sebastian Vettel die ersten sechs der insgesamt 19 Rennen alle gewonnen hat, schreitet Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zu einem drastischen Mittel: Als dem Gefängnis in Stadelheim heraus (er sitzt wegen Betrugs) verfügt er, dass ab sofort die Regel gilt, dass der, der sechs Rennen gewonnen hat, keine WM-Punkte mehr erhält. Damit wird die Weltmeisterschaft noch einmal spannend. Weltmeister wird schließlich Nico Rosberg mit Mercedes. Die Fußball-Bundesliga will diese Regel künftig auch auf Bayern München anwenden.

Fußball-Bundesliga: Bayern München zieht an der Tabellenspitze einsam seine Kreise und lässt sich auch von der Gefängnisstrafe von Präsident Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung nicht irritieren. Kapitän Philipp Lahm schwört: „Wir werden so lange nicht verlieren, so lange Uli im Gefängnis sitzt.“ Dortmund, Leverkusen und Mönchengladbach reichen daraufhin ein Gnadengesuch auf die Freilassung von Uli Hoeneß ein, die Vereine wollen den dreifachen Betrag der Schadenssumme spenden. Am Ende der Saison verzichten die Bayern auf den Titel. „Wir werden ihn künftig in jedem Jahr einen Verein schenken, der es verdient hat.“ Diesmal darf ihn Schalke 04 in Empfang nehmen, damit sie einmal Meister sind und die Bayern werden „Meister der Herzen“.

Fußball-Weltmeisterschaft: Deutschland sorgt für eine negative Überraschung, bereits nach den Gruppenspielen erfolgt das Aus. Das 1:1 im letzten Spiel gegen die USA ist zu wenig, die USA kommt zusammen mit Ghana weiter. Jürgen Klinsmann frohlockt: „Ich habe ja genau gewusst, wie der Jogi spielen lässt“. Bundestrainer Joachim Löw zieht dennoch ein positives Fazit: „Wir haben uns weiterentwickelt und unsere Fans mit wunderbarem Fußball erfreut, man kann halt nicht immer gewinnen. Aber ich spüre, dass wir in den nächsten 50 Jahren Welt- oder Europameister werden.“ DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hält zu Löw: „Titel sind nicht alles, wir freuen uns über den sympathischen Auftritt der Mannschaft, die zum Beispiel Ghana gern den Vortritt gelassen hat.“ Weltmeister wird Brasilien, weil Schiedsrichter Felix Brych (München) im Finale gegen Spanien vier Elfmeter für Brasilien pfeift und übersieht, dass ein Schuss von Neymar außen durchs Netz ins Tor ging. Die FIFA betont: Tor ist Tor, egal von wo der  Ball über die Linie geht.

Wimbledon: Eigentlich würde das Finale Federer gegen Djokovic heißen, aber die Fans fordern vehement ein Finale der Trainer. So treten Stefan Edberg und Boris Becker noch einmal gegeneinander an. Nach dem ersten Satz bricht der Schiedsrichter allerdings ab, denn dort, wo der schwergewichte Boris immer den Becker-Hecht gemacht hat, haben sich dicke Kuhlen im Rasen gebildet. Ein Spiel ist nicht mehr möglich.

Tour de France: Die Tour wird zum Symbol für sauberen Sport. Sie wird nach der 13. Etappe mit der Bergankunft in Chamrousse abgebrochen, weil die Fahrer sich weigern, Dopingmittel zu nehmen und inzwischen mit ihren Kräften am Ende sind. Keiner sieht sich in der Lage die nächste Etappe von Grenoble nach Risoul noch in Angriff zu nehmen.

Ryder Cup: In Gleneagles in Schottland trifft im Golf wieder Europa auf die USA. Mit dabei Deutschlands Spitzengolfer Martin Kaymer, obwohl er in diesem Jahr noch keinen einzigen Putt versenken konnte. Er wird nominiert, weil er vor zwei Jahren für den entscheidenden Putt und Punkt gesorgt hatte. „Er ist unser Maskottchen“, heißt in der Mannschaft Europas. Martin Kaymer ist zuversichtlich: „Ich spüre, mein Spiel wird immer besser, ich kann um den Sieg spielen.“ Und tatsächlich, Kaymer führt Europa wieder zum Sieg. Er will noch so lange spielen, bis der Ryder Cup in Deutschland ausgetragen wird.

Ob es wirklich so kommt? Eines ist sicher: Der Sport wird uns auch 2014 viele Überraschungen bringen, wird uns jubeln und trauern lassen, aber hoffentlich meistens Spaß machen. Wie auch immer, für alle ein gutes und schönes neues Jahr.

Das Jahr des FC Bayern

 

Die fünf Pokale standen da, stolz aneinander gereiht, Sinnbild des erfolgreichen Jahres 2013. Die Bayern haben national und international abgeräumt, was abzuräumen war. Nur den lästigen deutschen Supercup haben sie Borussia Dortmund überlassen. Ein Pokal als Notanker, wenn man sonst gar nichts gewinnt. Ohne Bedeutung, wenn man alles gewinnt, schließlich war da die neue Ehe der Bayern mit Trainer Pep Guardiola noch zu jung, der Zeitpunkt des Spieles liegt immer in der Vorbereitung. Aber sonst? Die Münchner schier unschlagbar – es war das Jahr des FC Bayern!

Wann auch immer die Sprache darauf kommt, die Bayern sehen den Ursprung ihrer Erfolge in der Niederlage „dahoam“, 2012 im Finale der Champions League gegen Chelsea London in der Allianz-Arena. Der Stachel saß tief und die Generation der Schweinsteiger und Lahm quasi vor einem Scherbenhaufen, mit dem Zweifel „werden wir nie etwas Bedeutendes gewinnen?“

Jetzt sind sie in die Geschichte eingegangen, sind die Generation mit dem erfolgreichsten Jahr seit Bestehen des Vereins, seit 113 Jahren, haben das historische „Triple“ geschafft. Sie haben die Meisterschaft dominiert, sind im Pokalfinale nur ein bisschen ins Wanken gekommen, haben aber im Finale der Champions League und des UEFA-Supercups auch ein bisschen Glück benötigt. Das darf man im Sport aber nie vergessen: Ohne Glück kann auch der Tüchtige nicht erfolgreich sein. Es hat halt wirklich alles gepasst und wer den FC Barcelona ohne Gegentor ausschaltet, der hat die wichtigste Trophäe, nämlich den Pott der Champions League wohl verdient. Die Klub-Weltmeisterschaft am Ende des Jahres in Marokko, gegen Erdteil-Sieger, die keine echten Konkurrenten sein konnten, war eine schöne Zugabe und nur die offizielle Bestätigung für das, was alle schon gesagt haben: Die Bayern sind derzeit die beste Mannschaft der Welt!

Der FC Bayern hat aber nicht nur Pokale geholt, sondern er hat auch Rekorde gebrochen und vor allem eines erreicht: Mit schönem Fußball hat er Fans gewonnen, mit seinem Auftreten Sympathien gewonnen, mit Respekt sehen Vereinsfunktionäre und Fans der Bundesliga, dass die Bayern sich den Erfolg erarbeitet und deshalb verdient haben. Die Rekorde sind teilweise für die Ewigkeit gemacht, teils können sie noch selbst verbessert werden. In der Bundesliga ist die Mannschaft seit 41 Spielen ungeschlagen, Nummer 42 folgt am 24. Januar in Mönchengladbach. Franck Ribery ist übrigens bereits 43 Spiele ohne Niederlage mit den Bayern, Javi Martinez hat mit dem FCB überhaupt noch nicht verloren! Ob in der Bundesliga Punkte, ob Tore, die Bayern sind in den Rekordlisten vorn. In der Jahresbilanz waren es 56 Spiele, 50 Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen in den Pflichtspielen.

„Kein Mensch weiß, ob wir jemals wieder so erfolgreich sein werden“, schätzt Bayern-Präsident Uli Hoeneß das Jahr 2013 ein. Er sorgte mit seiner Steuersache für den einzigen Wermutstropfen rund um den Verein, aber die Bayern-Familie hielt zu ihrem „Macher“, einer der Väter des Erfolges. Für Uli Hoeneß wird das Jahr 2014 ein Bedeutendes: Muss er ins Gefängnis, kommt er mit seiner Steuerhinterziehung und der Selbstanzeige mit einem blauen Auge davon? Seltsam ist, dass man noch nichts gehört, wie der Täter verfolgt wird, der die Steuersache Hoeneß an die Öffentlichkeit gebracht hat.

An eine Fortsetzung des Erfolges glauben andere im Verein. Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge hofft, „vielleicht täuscht sich ja der Uli“ und Sport-Vorstand Matthias Sammer fordert: „Die Weltspitze muss Normalität werden“. Eine goldene Zukunft verheißt auch das Durchschnittsalter der Mannschaft, denn viele Spieler, wie zum Beispiel Österreichs Star David Alaba, sind noch gar nicht am Zenit ihres Könnens angelangt. Andererseits hat auch der neue Trainer Pep Guardiola noch nicht so lange mit der Mannschaft gearbeitet, um das zu erarbeiten und was ihm vorschwebt bzw. was er mit dem FC Barcelona bereits erreicht hat: Beständig Weltspitze zu sein. Pep Guardiola zeigte aber auch in den Tagen des Triumphes Größe und erinnerte immer wieder an Vorgänger Jupp Heynckes, der die Basis gelegt habe und in der Saison 2012/2013 mit dem Triple erst ermöglicht hatte, dass Pep mit Supercup und Klub-Weltmeisterschaft noch zwei Pokale zusätzlich gewinnen konnte.

Der FC Bayern nicht mehr aufzuhalten? Wieder Warner Uli Hoeneß: „Wir müssen auch wieder einmal mit nur einem Titel im Jahr zufrieden sein.“ Andere Vereine wären mit einem Titel schon glücklich!

Übrigens: Wenn viele nach den Triumphen der Bayern fordern, dass Bundestrainer Joachim Löw nun endlich den Weltmeister-Titel holen müsste, dann vergleichen sie Äpfel mit Birnen. Bei den Bayern waren zuletzt u. a. Ribery (Frankreich), Robben (Niederlande), Dante (Brasilien), Martinez und Thiago (beide Spanien), natürlich neben deutschen Nationalspielern, die entscheidenden Leute. Klub-Weltmeister Bayern München ist nicht gleichzusetzen mit Weltmeister Deutschland.

Machen die Schiedsrichter den Fußball kaputt?

 

Manchmal sitzt der Sport-Grantler vor dem Fernseher und bewundert die Schieds- und Linienrichter beim Fußball, wie sie knappste Entscheidungen genau erkennen, die von den Bildern der TV-Kamera erst nach der dritten oder vierten Wiederholung bestätigt werden. Fast möchte der Sport-Grantler sagen, „das war einmal“. Zuletzt sorgten die Fußball-Schiedsrichter auf nationaler und internationaler Bühne mit hanebüchenden Entscheidungen vor allem für Ärger und das wirft die Frage auf: Machen die Schiedsrichter den Fußball kaputt?

Einige Beispiele aus den letzten Tagen. Zuerst der Blick auf die Champions League. Beim 2:0 von Schalke über Basel standen beim zweiten Tor mehrere Schalker deutlich im Abseits. Schiedsrichter Tagliavento (Italien) und seine Assistenten sahen es nicht, pfiffen auch sonst schwach, erhielten vom kicker die Note 6. Ähnliches bei Marseille – Dortmund, beim 1:1 eine deutliche Abseitsstellung von Diawaras, Schiedsrichter Strahonja (Kroatien) erhielt die 5. Die Leverkusener litten in San Sebastian vor allem unter der großen Härte der Spanier, Schiedsrichter Hagen (Norwegen) zückte gleich zweimal großzügig Gelb statt Rot. Da sah der kicker auch Rot und gab die 6.

Wir sehen, nicht nur die deutschen Schiedsrichter beeindruckten mit Fehlleistungen, schade, dass sie am Wochenende wieder bewiesen, dass sie auch schlecht pfeifen können. Den Vogel schossen Kinhöfer und seine Assistenten beim Spiel Hannover – Nürnberg (3:3) ab, als sie zwei Meter Abseits von Hannovers Diouf beim 2:3 nicht sahen. Dies kostete Nürnberg am Ende den ersten Sieg und kann entscheidend im Abstiegskampf sein!

Schiedsrichter entscheiden über Millionen Euro an Geldern, die im Umlauf sind. Ein Abstieg kann für einen Verein zum Ruin führen! Nicht erklärbar, dass sich die Bundesliga hier nicht aller technischen Hilfsmittel bedient!

Freilich, die Schiedsrichter wehren sich, wenn sie sagen, wir machen weniger Fehler als die Spieler. Aber ihre Fehler fallen eben mehr auf. Dem Stürmer verspringt der Ball, er hat Pech mit einem Schuss gegen Pfosten oder Latte, der Abwehrspieler stolpert oder schätzt die Situation falsch ein. Beim Schiedsrichter verspringt oder stolpert die Pfeife nicht, er muss nur richtig gucken!

Unverständlich das Argument von vielen Fußball-Funktionären, dass Fehlentscheidungen zum Fußball gehören und der Fan die Diskussionen über diese Fehlentscheidungen braucht und nur so der Fußball interessant bleibt. Das sagen sie meist nur, wenn sie gerade von solchen Pfiffen profitiert haben. Zum modernen Fußball sollte folgendes gehören: Torkamera, die deutlich anzeigt, wann der Ball über der Linie ist. Kameras, die Abseitsentscheidungen beobachten. Da könnte sich der Schiedsrichter mit einem schnellen Blick bei Protesten vergewissern, ob er richtig entschieden hat, möglich wäre aber auch, dass jede Mannschaft pro Halbzeit einen Antrag auf Ansehen des TV-Beweises, damit nicht dauernd unterbrochen wird. Solche Unterbrechungen dauern aber nicht länger als manche Diskussionen auf dem Platz oder wenn gegen Spielende auf Zeit gespielt wird, zum Beispiel, bis ein Einwurf ausgeführt wird.

Der Fußball aber würde an Glaubwürdigkeit gewinnen und Diskussionsstoff bliebe genug.

Mehr Angst vor der Hitze als vor den WM-Gegnern!

 

Jetzt kann die Fußball-Weltmeisterschaft kommen! Die WM-Auslosung bot allerdings nur wenig von der brasilianischen Lebensfreude und Begeisterung, wegen der wir uns auf diese Weltmeisterschaft freuen. Bleibt halt doch nur der sportliche Aspekt und da können sich Bundestrainer Joachim Löw und seine Mannen schon freuen: Das Los bescherte eine durchaus machbare Gruppe, der Blick kann nach vorne gerichtet werden. 

Portugal, Ghana und die USA sind Gegner, die durchaus ernst genommen werden müssen, die Deutschland aber auch schlagen muss bzw. gegen die man am Ende als Nummer eins der Gruppe dastehen muss, wenn man Weltmeister werden will. Ziehungsmodus und Losglück bescherten sehr unterschiedliche Gruppen. So dürfen Spanien und die Niederlande hadern (und mit ihnen Chile und Australien), denn der Gruppenzweite trifft im Achtelfinale wohl auf Brasilien. Glücklich sind damit freilich auch die Brasilianer nicht. Eine „Hammergruppe“ ist auch die Gruppe D mit Uruguay, Costa Rica, England und Italien. Ein „Großer“ muss ausscheiden! Als Gegenstück dazu gibt es die Gruppe C mit Kolumbien, Griechenland, Elfenbeinküste und Japan oder die Gruppe H mit Belgien, Algerien, Russland und Südkorea. 

Was bedeutet das für Deutschland? Portugal „lebt“ vor allem von Superstar Christiano Ronaldo. Ist er in Form, wird es gefährlich. Aber ein Mann allein macht noch keinen Sieger, da hat Deutschland mehr zu bieten. Ghana hat dagegen nicht den einen Superstar, aber einige Weltklassespieler und reizvoll ist vor allem das Duell der Boateng-Brüder. Als Mannschaft ist Ghana stärker einzustufen. Ja, und dann folgt das Aufeinandertreffen mit dem ehemaligen Bundestrainer und Löw-Chef Jürgen Klinsmann und den USA. Ein Geheimtraining kann sich Löw im Vorfeld schenken, die NSA wird für Klinsmann alle taktischen Kniffe ausspionieren… 

Der Weg ist eigentlich vorgezeichnet. Deutschland sollte Gruppensieger werden und trifft dann im Achtelfinale auf den Zweiten der Gruppe H, das könnte Russland sein, allgemein wird Belgien stärker eingeschätzt (Außenseiter mit Halbfinalchancen!), Südkorea könnte für eine Überraschung sorgen. Wie auch immer, der „Aufstieg“ ins Viertelfinale muss gelingen. Problem: Weite Anreise nach Porto Alegre und dort klimatisch schwierige Verhältnisse. 

Im Viertelfinale könnte Frankreich winken, eine schwere, aber lösbare Aufgabe, wenn Philipp Lahm seinen Mannschaftskameraden Franck Ribery in die Schranken weisen kann. Gespielt würde in Rio de Janeiro, da sollte die Hitze Frankreich keine Vorteile verschaffen. 

Geht also alles glatt, dann steht Deutschland im Halbfinale. Jetzt beginnt die WM erst richtig! Der Papierform nach könnten die Halbfinals Brasilien – Deutschland und Spanien – Argentinien lauten, die WM-Favoriten wären also unter sich, das Duell Südamerika gegen Europa auf dem Höhepunkt. Bela Horizonte wäre für Deutschland der nächste Spielort, quasi nur einen „Katzensprung“ von Rio entfernt. Offen ist allerdings, wie das DFB-Team überhaupt die Quartierfrage löst. Aber Brasilien wäre der Gegner, den man sich eigentlich erst im Endspiel wünscht. Doch wer Brasilien zu Hause ausschaltet, der sollte auch den Titel gewinnen! Wohlgemerkt „sollte“, „muss“ aber nicht… Vor allem darf der Bundes-Jogi da keine taktischen Fehler machen! 

Verfolgt man die Äußerungen nach der WM-Auslosung, so bleibt als Fazit, dass im deutschen Team die Angst vor der Hitze und den klimatischen Bedingungen größer ist als vor den WM-Gegnern. Egal ob Jogi Löw selbst oder Manager Oliver Bierhoff, die Rede war immer von den extremen Bedingungen. Hatten wir das nicht schon mal? Zum Beispiel in Mexico? Pech für das DFB-Team (Glück für uns Zuschauer zu Hause), dass Deutschland zweimal um die Mittagszeit antreten muss, also bei Hitze um die 30 Grad. Gegen Ghana (16 Uhr) ist es immerhin ein bisschen später. Aber austrainierte Profis sollten die Belastung verkraften können. Da muss auch die Vorbereitung stimmen und Löw bei den Aufstellungen Geschick beweisen, denn Wechsel sind möglich. 

Die WM kann also kommen – wenn die Stadien denn auch pünktlich fertig werden!

Erst die Gier, dann der Ärger

 

Was haben Fußball-Weltmeisterschaften und Olympische Spiele gemeinsam? Sie bereiten Ärger! In beiden Fällen war bei den Funktionären die Gier zu groß. Die Dollar- oder Euro-Noten in den Augen vernebelten das Hirn und versperrten den Blick auf die Probleme, welche die Austragungsorte bereiten könnten. Jetzt haben sie den Salat, sprich den Ärger und womöglich finden Fußballspiele und Olympische Spiele in nicht ganz fertigen Stadien statt!

Der jüngste Fall war das Unglück auf der WM-Stadionbaustelle von Sao Paulo. Ein Kran stürzte auf das Dach und verzögert nun die Fertigstellung. Am 31. Dezember sollten die Stadien fertig sein, jetzt wird es frühestens der 31. Januar, vielleicht auch später. Möglich, dass das Eröffnungsspiel gar nicht in Sao Paulo stattfinden kann, möglich auch, dass das eine oder andere Stadion in Brasilien bei der Weltmeisterschaft 2014 eher einer Baustelle als einem Schmuckstück gleicht.

Am kommenden Freitag, 6. Dezember, werden die Gruppen für die Fußball-Weltmeisterschaft ausgelost. In der Halle wird der schöne Schein überwiegen, dahinter allerdings werden Not und Elend sichtbar. Das wollen die Funktionäre rund um FIFA-Präsident Joseph Blatter natürlich nicht sehen. Es gilt allerdings als sicher, dass es auch während der WM Proteste geben wird, ähnlich wie beim Confed-Cup in diesem Jahr. Die Wut-Bürger in Brasilien werden dafür sorgen, dass Zuschauer, Gäste und vor allem die Fußballfunktionäre auch das Elend hinter dem schönen Schein sehen werden. Ob wir wirklich die viel beschworene Fußball-Begeisterung Brasiliens zu sehen bekommen?

Die Probleme in Katar bleiben darüber hinaus. Die WM wird dort erst 2022 stattfinden, sagen wir lieber, soll stattfinden. Schon jetzt gibt es aber jede Menge negative Schlagzeilen (Mangelnde Sicherheit auf den Baustellen, miserable Bedingungen für die Arbeiter). Das Scheichtum Katar wollte positive Werbung für sich haben, doch bekommen hat es Ärger und negative Schlagzeilen. Da waren wohl die Bestechungsgelder (die angeblich geflossen sind) zum Fenster rausgeschmissen. Jetzt werden wohl Scheichs und Fußballfunktionäre sagen, „den Ärger hätten wir uns ersparen können“.

Den Sportfunktionären des Internationalen Olympischen Komitees geht es nicht besser. Eigentlich verständlich, dass sie der Meinung waren, Russland müsste mal wieder die Spiele bekommen, zumal ja 1980 in Moskau durch den Boykott des Westens keine „richtigen“ Spiele waren. Allerdings müssten die IOC-Granden auch gesehen haben, dass Sotschi ein etwas seltsamer Austragungsort für Winterspiele ist und dies außerdem reine Putin-Spiele werden würden. Russlands Boss lässt zwar die Muskeln spielen, aber allein bauen kann er die Arenen nicht. Sotschi hinkt im Zeitplan stark hinterher, es ist heute zweifelhaft, ob alles funktioniert, ja sogar fertig wird. Bereits am 7. Februar 2014 geht es los! In diesen Tagen müssten eigentlich die ersten Tests beginnen, doch in Sotschi regieren Schlamm, Baulücken und Verzweiflung. Bei den derzeitigen Wetterkapriolen überall in der Welt können wir auf zwei Voraussagen bauen: Entweder werden es Frühlingsspiele (angeblich ist genug Schnee gebunkert) oder sie werden vom Winde verweht. Unerfreulich werden sie – abgesehen vom Sport – immer! Das steht jetzt schon fest.

Mit Rio de Janeiro als Ort für die Sommerspiele 2016 hat sich das IOC erneut Probleme aufgeladen. Ob es 2018 im Winter von Südkorea oder 2020 im Sommer von Tokio ruhiger sein wird? Wenn mal wieder die Erde in Japan bebt, dann sollte sie es dann tun, wenn sich IOC-Funktionäre dort befinden! Ein bisschen Angst würde nicht schaden und ein bisschen Verstand bei der künftigen Vergaben von Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen auch nicht!

Skispringer als mündige Sportler

 

„Eklat in Klingenthal“ – der Sport-Grantler klickte natürlich die Seite vom Videotext an, um zu erfahren, was dort beim Skispringen passiert war. Wirklich etwas Ungeheuerliches: Die Weltklasse-Springer Gregor Schlierenzauer (Österreich) und Anders Bardal (Norwegen) verweigerten den Sprung von der Schanze. Sie hielten einen Sprung angesichts des starken und böigen Windes für zu gefährlich. Sie widersetzten sich der Jury und fuhren wieder mit dem Fahrstuhl nach unten.

Bravo! So möchte der Sport-Grantler den Sportlern zurufen, sie zeigten sich nämlich wirklich als mündige Sportler. Wie oft mussten wir schon erleben, dass Entscheidungen von Verbänden, Funktionären oder Jury-Mitgliedern gegen jede Vernunft des Sportes getroffen wurden. „Ausbaden“ müssen dies immer die Athleten, die in einer Art Gehorsam hinnehmen, was die Regeln vorgeben. Aber, siehe Klingenthal, wer oben auf der Schanze steht, der hat halt doch einen anderen Eindruck, als Jury-Mitglieder weiter unten. Freilich, wenn das Beispiel Schule macht, wird es kaum noch einen regulären Wettbewerb geben. Aber gerade beim Skispringen, das besonders wetter- und windanfällig ist, darf die Gefahr nicht unterschätzt werden. Für die Jury heißt dies, lieber früher absagen oder abbrechen als nur einen schweren Unfall zu spät. Schlierenzauer und Bardal haben wohl an ihre Gesundheit und die nächsten Wettbewerbe gedacht. Ein schwerer Sturz und Olympia wäre vielleicht nur noch eine Fata Morgana.

Da wären wir schon mittendrin im Wintersport, der uns jetzt bis Mitte oder Ende März im Bann halten wird. ARD und ZDF starten wieder ihre stundenlangen Übertragungen am Wochenende, sehr zum Leidwesen von denjenigen Zuschauern, die ihre Lieblingssendung gestrichen sehen. Aber offensichtlich sind die Einschaltquoten für die Sender so gut, dass sie am Skisport festhalten. Sie haben außerdem dafür bezahlt.

Ein Blick auf die Einschaltquoten am ersten Wochenende zeigt, dass die Sender offensichtlich richtig liegen und von Seiten der Zuschauer Interesse vorhanden ist. Vor allem Biathlon erwies sich sofort wieder als Magnet, 3,48 Millionen Interessierte sahen am Sonntag bei der nicht einmal so populären Mixed-Staffel zu, ein Zuschaueranteil von 19 Prozent. 2,10 Millionen waren es beim Skispringen, sogar noch 1,9 Millionen beim Rodeln. Am Samstag sahen gerade einmal 1,4 Millionen das Spiel der WM-Qualifikation der Fußball-Frauen in der Slowakei! Auch die Fußball-Frauen freuten sich schon über mehr als vier Millionen Zuschauer, eine Zahl, die auch Biathlon bei attraktiven Wettkämpfen und zuschauerfreundlichen Übertragungszeiten leicht erreicht.

Die letzten Winter haben gezeigt, dass Biathlon inzwischen die Wintersportart Nummer eins ist. Dafür sorgten wohl vor allem die Erfolge in den letzten Jahren, allen voran von Magdalena Neuner, aber auch Michael Greis, Kati Wilhelm und anderen. Der alpine Skisport hat ebenso verloren wie das Skispringen, das allein bei der Vier-Schanzen-Tournee noch eine wirklich hohe Einschaltquote erzielt.

Biathlon hat es anderen Sportarten vorgemacht, dass man seine Wettbewerbe neu gestalten muss, um für Zuschauer an der Strecke und im Fernsehen interessant zu sein. So wurde die Verfolgung vor einiger Zeit neu erfunden und dazu der Massenstart. Die Abwechslung von Laufen und Schießen sorgt fast in jedem Wettbewerb für ständige Führungswechsel und macht es spannend quasi bis zum letzten Schuss. Vor allem auch bei den genannten Wettbewerben, wenn es Frau gegen Frau oder Mann gegen Mann geht. Die hohen Einschaltquoten sind also kein Wunder.

Zudem sind Athletinnen wie Magdalena Neuner oder jetzt ihre designierte Nachfolgerin Miriam Gössner beste Werbeträger für ihren Sport. Ihnen schaut man einfach gerne zu. Bleiben allerdings die Erfolge aus, dann wird auch die Schar der Fans zunehmend kleiner werden. Wir werden sehen, was in diesem Jahr für Andrea Henkel, Miriam Gössner (nach einer schweren Verletzung beim Radfahren), der Umsteigerin Evi Sachenbacher-Stehle und der Nachwuchshoffnung Laura Dahlmeier möglich ist. Bei den Herren sollten vor allem Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer vorne mithalten können. Aber sowohl bei den Damen als auch bei den Herren ist die Konkurrenz aus Norwegen, Russland (besondere Anstrengungen durch Olympia in Sotschi), Schweden, Frankreich, aber auch Finnland, Österreich, Italien, Ukraine, Tschechien und anderen Nationen sehr groß. Podestplätze könnten dünn gesät sein.

Aber auch beim Biathlon spielt das Wetter oft eine große Rolle, Kälte, Wind und Nebel können die Wettbewerbe beeinträchtigen. Auch hier sind weise Entscheidungen der Jury gefragt. Die Verletzungsgefahr ist da freilich nicht so groß wie beim Skispringen. Doch mündige Athleten wünscht sich der Sport-Grantler überall.

Die Sehnsucht nach einem Titel

 

Das Länderspieljahr 2013 der Fußball-Nationalmannschaft gehört bereits jetzt der Vergangenheit an, obwohl ein Höhepunkt noch bevorsteht: Die Auslosung der Gruppen für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien am 6. Dezember. Bundestrainer Joachim Löw hat danach noch eine Menge Arbeit mit der organisatorischen WM-Vorbereitung. So wird erst nach der Auslosung das WM-Quartier festgelegt. Sportlich allerdings ist „der Kas gegessen“, die Bilanz zweifellos positiv: In zwölf Spielen gab es bei neun Siegen und zwei Unentschieden nur eine Niederlage (3:4 in den USA mit einem C-Team). Wichtigster Fakt: Die reibungslose Qualifikation für die WM in Brasilien.

Beim Thema Nationalmannschaft dreht sich allerdings alles um einen Titelgewinn. Deutschland hat eine seit 1996 ungestillte Sehnsucht nach einem Titel. Vor allem die Medien machen dem Bundestrainer Druck: Wann gewinnt Jogi Löw endlich einen Titel. Nichts war es zuletzt sowohl bei der Europameisterschaft im Vorjahr als auch bei der Weltmeisterschaft 2010 trotz bester Voraussetzungen. Da hatte auch der Trainer taktische Fehler begangen!

Jetzt steht also Jogi Löw unter Zugzwang. Aber kann der Traum vom Titel überhaupt Realität werden? Die Spekulationen zu dieser Zeit sind eigentlich unsinnig. Die Verletzung von Stammspieler Sami Khedira hat deutlich gezeigt, wie schnell sich alles ändern kann. Zuletzt fielen alle Führungsspieler des Mittelfeldes aus – das kann auch vor dem WM-Turnier passieren! Deutschland könnte plötzlich von einem Favoriten zu einem Außenseiter werden!

Warten wir also die Auslosung ab, um dann erst die Chancen zu bewerten, wie das Turnier laufen könnte. Erst kurz vor der WM wird sich zeigen, welche Spieler fit sind und wer wirklich in Form ist. Tatsache ist allerdings, dass Löw einen Kader zur Verfügung hat, mit der Qualität Weltmeister zu werden. Dazu gehört neben dem Können auch eine Portion Glück und eben ein Trainer der taktisch alles richtig macht. Was die Qualität der Spieler angeht, lebt Löw von der Ausbildung in der Bundesliga und da hat er einen tüchtigen Kader. Was die Umsetzung in einem Turnier angeht, da muss Löw eben endlich seine Meisterprüfung ablegen.

Die Frage darf schon gestellt werden: Hat Löw die Mannschaft in den letzten Monaten wirklich weitergebracht? Seltsam sind manchmal seine Personalentscheidungen. So zeigt er Torjäger Stefan Kießling die kalte Schulter, weil der nicht ins Konzept passt, hält aber andererseits an Heiko Westermann fest, der letzte Vertreter des einstigen Rumpel-Fußballs. Auch hält er immer wieder an seinem „Hobby“ fest – die „falsche Neun“. Dies ist falsch, höchstens mal ein taktisches Stilmittel, um den Gegner zu verwirren. Außerdem hat sich Löw im Vorfeld des Duells der Bundesliga-Giganten Dortmund und Bayern taktisch falsch verhalten und für Unruhe gesorgt. Sein Pech auch, dass sich gerade Dortmunder Spieler in London verletzt hatten.

Es gibt aber positive Zeichen. Wie stark muss Deutschland sein, wenn Deutschland B sogar England A besiegt! Die Spitzenklubs Bayern München und Borussia Dortmund gehören zu den besten Klubs der Welt, was auch auf die Nationalmannschaft abfärbt. Die Stars sind erfolgreich, haben also das Siegen gelernt, tragen das Titel-Gen in sich! Löw sollte die Chance nutzen, die Spiele der U21-Nationalmannschaft zeigen auf, dass diesem „goldenen Jahrgang“ kein zweiter folgt. Das merken wohl auch die Fans und deshalb ist die Sehnsucht nach einem Titel so groß. Wenn möglich 2014, letzte Chance für diese Generation bei der EM 2016!

Die letzten Spiele der WM-Qualifikation standen übrigens auch im Zeichen der Wahl zum Weltfußballer des Jahres (im Januar). Die ersten Protagonisten sind natürlich Lionel Messi, Christiano Ronaldo und Europas Fußballer des Jahres Franck Ribery. Eigentlich müsste man auch Zlatan Ibrahimovic dazu zählen oder sollte ein Mann wie Philipp Lahm im engsten Kreis sein, obwohl er nicht als Torjäger glänzen kann. Die Kandidaten machten Werbung für sich: Ronaldo schoss Schweden ab, erzielte alle vier Tore in den Play-Offs, allerdings auch unter Mithilfe der schwedischen Abwehr und nach glänzender Vorarbeit seiner Nebenleute. Ibrahimovic konnte mit seinen Treffern das Blatt nicht wenden. Franck Ribery erzielte keinen Treffer, führte aber Frankreich zur WM und zeigte Nervenstärke: Nach dem 0:2 in der Ukraine wurde er in seinem Heimatland heftig kritisiert, zeigte sich aber unbeeindruckt und als echte Führungsfigur. Da hat er sich in Richtung Klasse-Fußballer entwickelt. Messi, zuletzt viermal in Folge vorn, dürfte keine Chance haben, er hatte ein „Seuchenjahr“ und blieb ohne Titel. Also bleibt eigentlich nur der Zweikampf Ronaldo gegen Ribery – und auch hier die Sehnsucht nach einem Titel!

Olympia ist immer ein Gewinn

 

Am Sonntag, 10. November, wird in Bayern wieder gewählt. Diesmal allerdings nur in einem Teil des Landes und keine Politiker stehen zur Wahl, sondern eine grundsätzliche Frage: Wollen wir Olympische Spiele – ja oder nein? Dies muss die Bevölkerung in München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden für ihre Region entscheiden. Die Frage: Soll sich München mit den Partnern für die Olympischen Winterspiele 2022 bewerben oder nicht? Das Votum wird entscheidend sein. Bei einer Zustimmung wird sich München aber erst einmal bewerben, ob es den Zuschlag erhält, entscheidet sich erst 2015.

Gegenüber der Bewerbung für die Winterspiele 2018 haben es die Organisatoren diesmal geschickter angestellt, sie haben die Bevölkerung von Anfang an mit ins Boot genommen und in ihrem Konzept auch mehr auf die Umwelt geachtet. Deshalb sind nicht mehr so viele Wettbewerbe in Garmisch-Partenkirchen geplant, dafür ist das Biathlon- und Langlaufzentrum Ruhpolding mit dabei.

Aber München steht mit seiner Bewerbung nicht allein da, es gibt weitere interessante Aspiranten. So hat sich jetzt Peking gemeldet, mit dem 200 Kilometer entfernten Zhangijakou als Co-Gastgeber. Die Ukraine ist mit der Stadt Lemberg dabei, Polen schickt Krakau ins Rennen und will gemeinsam mit der Slowakei Olympia organisieren, aber der stärkste Gegner dürfte wohl Oslo sein, das norwegische Wintersport-Mekka.

Die Aussichten für München wären nicht schlecht, vor allem weil die Stadt schon für 2018 einen guten Eindruck gemacht hatte, wenn auch Südkorea mit Pyeongchang gewann. Aber 2014 ist Sotschi Gastgeber (Russland, aber fast schon Asien), 2018 Südkorea, 2016 Rio de Janeiro in Brasilien und 2020 Tokio Gastgeber der Sommerspiele, da ist, sagen wir mal Mittel-Europa also dran. Nachdem es in Sotschi Probleme gibt, Brasilien als unsicherer Kantonist gilt und selbst Japan nach der Reaktorkatastrophe mit Vorsicht zu genießen ist, sehnen sich die IOC-Mitglieder sicherlich wieder nach einem „ruhigen“ Austragungsort. Das wären sowohl München als auch Oslo, wobei München den Charme hat, als erste Stadt dann Sommer- und Winterspiele (1972 und mit 2022) zu beherbergen, also mit genau 50 Jahren Abstand!

Natürlich hat es bei der Bewerbung von München sofort wieder kritische Stimmen gegeben, die Olympische Spiele als „Monster“ sehen, als Steuergelder schluckendes Ungeheuer oder Umweltzerstörer. Diese engstirnigen Miesmacher übersehen, welche Chancen sportliche Großereignisse nicht nur für eine Region, sondern für das ganze Land haben. Bestes Beispiel ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, die zum Sommermärchen wurde und kräftig das Image der Deutschen verbesserte. München selbst war ja 1972  Beispiel dafür, dass Olympia ein Gewinn für die Stadt und Deutschland ist, trotz des Attentats auf israelische Sportler. Und München glänzt jetzt mit dem Konzept, weitgehend auf bestehende Sportanlagen zurückzugreifen. Besser geht es nicht.

Die Kritiker sollten wissen: Olympia ist immer ein Gewinn. Wer alles verhindern will, an dem wird am Ende der Fortschritt vorbeigehen. Und viele fordern, die Millionen für Olympia sollten lieber in die Schule oder Kunst gesteckt werden, dem sei gesagt, dass Olympische Spiele immer auch besondere Gelder flüssig machen.

Der Sport-Grantler hofft auf ein positives Votum und auf eine erfolgreiche Bewerbung.